I’m not a loser, Baby – (Teil 3)

I’m not a loser, Baby – (Teil 3)

Teil 1 & Teil 2

Ich liege in diesem großen, runden Zelt, den Kopf auf Julius Bauch und bewundere die mit Lichterketten und leuchtenden Papier-Sternen bedeckte Zeltdecke. „Ich wollte ja schon die ganze Zeit mal mit dir Sterne gucken“, sagt er, und ich muss lachen, weil wir das echt schon lange vorhaben aber irgendwie nicht auf die Kette kriegen. Das hier ist aber auch nicht schlecht. Ein bisschen kommt mein Festival-Gefühl zurück, ich fühle mich endlich wieder frei und unbeschwert.
Eine als Rotkäppchen verkleidete Dame mit Bauchkasten beugt sich zu uns runter und schenkt uns ein paar Gummibärchen, neben mir knutscht irgendjemand, aus dem großen Zelt dröhnt der Bass und ich spitze meine Lippen schon wieder so seltsam, wie ich es immer tue, wenn mir der Sound bis ins Mark geht. Und weil ich mich nicht mehr stillhalten kann stehe ich auf, rufe Julius zu, dass ich schnell ein bisschen tanzen gehe und klettere über die anderen Leute hinweg aus unserem gemütlichen Sterne-Zelt.

Draußen angekommen ruft jemand meinen Namen. Ich drehe mich um und ein mir unbekanntes Mädchen kommt auf mich zu. „Also, ähm…“, sagt sie, und ich lächle sie verwirrt an, weil ich schon wieder angst habe mein schlechtes Gedächtnis würde mir hier eine weitere peinliche Situation bescheren. „Ich wollte nur sagen, dass du bitte niemals aufhören sollst, und es voll okay ist, dass du Urlaub machst. Nimm dir bitte alle Zeit der Welt!“
Ich bin so verdattert und verwundert über ihre Worte, dass ich nichts anderes rausbekomme als ein seltsam quietschender Laut und ein „Danke, echt ey, voll lieb von dir, ach danke!“ Ich umarme sie kurz und sie läuft in die andere Richtung. Ist das gerade wirklich passiert?

Ich vergesse, dass ich eigentlich tanzen wollte und laufe wieder zurück zu Julius, um ihm zu erzählen, was gerade passiert ist. Unbeeindruckt sagt er nur: „Siehst du. Alles gut.“
„Ja, alles gut“, antworte ich, und lege mich wieder auf seinen Bauch. Alles ist gut.

Ich denke zurück an die letzten Tage. Letztes Wochenende habe ich diese wunderbaren Bilder von Ina und Chrissy geschossen für mein Projekt in der Uni, was gleich mal in einen noch wunderbareren Abend zu dritt überging – wir saßen noch Stundenlang am Wasser und haben einfach nur Musik gehört und geredet. Sonntags fuhr ich mit ein paar Leuten an einen Hundesee in Unterschleißheim, wir bauten uns mit Tüchern und Decken eine Schattige Höhle und verbrachten den ganzen Tag mit Hunde-flauschen und Baden. Am Dienstagmorgen fuhr ich mit Chrissy ins Tierheim München und verlor mich dort zwischen Waschbär-Babies, Spitz-Welpen und Volti, dem kleinen schreckhaften Hund aus Ungarn, mit dem wir Gassi gehen durften. Mittwoch traf ich mich mit einer alten Freundin, die nun bald ihr erstes Kind bekommt, Donnerstag Abend fand ich mich plötzlich auf einem Jameram-Konzert in Wolfratshausen. Das ist vielleicht eine tolle Truppe an Musikern, ich hatte schon lang nicht mehr so viel Freude auf einem Konzert – damit hatte ich nicht gerechnet. Freitag hüpfte ich von einem Geburtstag zum Nächsten und Samstag, also heute, liege ich unter dem Sternen“Himmel“ vom Wannda Circus und erwische mich dabei, wie ich mich auf nächste Woche freue. Nicht, weil sie so wird wie die Letzte – sondern weil ich wieder bloggen werde. Die letzte Woche hat mir gezeigt, wie sehr ich die kurze Auszeit gebraucht habe und wie sehr ich mich dank sortierter Gedanken wieder freuen kann, zu bloggen – weil ich ab jetzt einfach schreiben werde, worauf ich bock habe.

Ich habe niemals mit dem Gedanken gespielt aufzuhören, ich möchte in Zukunft nur wieder Spaß daran finden – und ich glaube ich weiß nun, wie ich das anstellen muss. Ich möchte gerne „Scheisse“ schreiben können, ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob das jetzt professionell ist oder nicht. Ich möchte euch mehr mitnehmen in meine Wochenend-Welt, vielleicht mal ein paar Open Air Tickets verlosen. Ich möchte außerdem transparenter werden, meine Posts noch deutlicher kennzeichnen und mehr Sponsored Posts „aussortieren“ können. Kein „ich muss das jetzt machen, ich brauche das Geld“ mehr.

Danke euch, liebe Leser, weiß ich wieder, dass ich sehr wohl jemand bin. Ich hätte niemals niemals nie mit so vielen unglaublich lieben, langen, aufbauenden Kommentaren gerechnet. Ich habe heute versucht, so viele wie möglich davon zu beantworten, aber ich gebe zu, irgendwann haben mir die Worte gefehlt. Ich habe lieber 10 Leser wie euch, als 50k gekaufte. Ich habe lieber „Leser“ als „Fans“.

Ich habe in euren Kommentaren so oft gelesen, dass ich Mut mache, irgendwie berühre, euch teilweise seit Jahren (!!) begleite und sogar eine „Freundin“ bin. Ihr macht mir Mut!

Es liegt leider in der Natur des Menschen, dass man sich ständig vergleicht und sich selbst nie genug ist. Jeder, zu dem du aufsiehst hat auch jemanden, zu dem er aufsieht. Jemanden den er beneidet. Aber hey, sei nicht so hart zu dir selbst. Bestimmt ist auch Chiara auf irgendwen neidisch – wahrscheinlich denkt sogar Rihanna, sie sei manchmal nicht gut genug.

Es ist okay, nach mehr zu sterben, solange man sich selbst dabei nicht verliert. Danke, dass ihr weiterhin mit mir geht und mir mal wieder die Augen geöffnet habt!

I DON’T KNOW WHAT TO SAY ANYMORE! :D

 

<3

(Hier ein kurzer Live-Mitschnitt meiner duchschnittlichen Reaktion beim Lesen eines Kommentars (scheiss Papparazzi). Aufgrund anhaltender Faulness habe ich es heute weder aus dem Pyjama, noch unter die Dusche geschafft, entschuldigung dafür!)

P.S.: Danke für den Kommentar mit diesem wunderschönen, passenden Lied!

 


 

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