Still not asking for it

Triggerwarnung gesetzt


 

„Dann hättest du halt nicht so viel trinken sollen. Und erst recht nicht mit den beiden heimgehen.“ Das war die erste und einzige Antwort, die Lena jemals bekam, als sie ihrer Freundin erzählte, dass zwei Männer mit ihr sex hatten, ohne, dass sie es wollte. Sie erinnerte sich an nicht viel, nur, dass sie aufwachte und Schmerzen hatte. Die Aussage ihrer Freundin blieb die Einzige, weil sie es nie wieder irgendjemandem erzähle. Weil ihre Freundin ja recht hatte – sie war so betrunken, dass sie nicht mehr wusste, wo sie war und was sie tat. Und dass sie mit den beiden Heim ist, naja, man weiß doch, dass man das nur tut, wenn man auch sex möchte. Dabei weiß sie nicht mal mehr, wann und wie sie dort gelandet war. Nur, dass sie im Club mit dem einen ein bisschen flirtete. Niemals hätte sie mit auch nur einem von beiden im nüchternen Zustand geschlafen, das wusste sie ab dem Zeitpunkt, als sie in diesem fremden Bett aufwachte. Erinnerungsfetzen von Händen an ihrem nackten Körper und höllische Schmerzen waren alles, was die beiden zurückließen. Ganz dunkel, irgendwo im Hinterkopf, hörte sie sich noch „Nein“ sagen. Aber nichtmal sie selbst konnte es deutlich wahrnehmen. Wie konnte sie nur so dumm sein. In was hatte sie sich da nur reingeritten. Lena ist sechzehn.

 

„Ich hab’s dir doch gesagt“, würde ihre Mama sagen. Sie würde sagen, Nadja, du bist selbst Schuld, wenn du immer diese kurzen Röcke tragen musst, wenn du ausgehst. Das sei ja quasi eine Aufforderung. Hätte sie nur mal auf ihre Mutter gehört, dann hätte sie dieser Typ auf dem Heimweg sicher nicht verfolgt. Dann hätte sie jetzt nicht das Gefühl, ihr ganzer Körper würde kotzen. Dann währe sie jetzt vielleicht nicht gezeichnet auf ewig, dann würde sie sich vielleicht irgendwann wieder verlieben können. Oder einem Mann vertrauen. Wäre der Rock nur länger gewesen und die Schuhe nicht ganz so hoch. Nadja ist zwanzig.

 

„Du hattest doch schon vorher mit ihr sex, als ob das jetzt irgendwas mit einer Vergewaltigung zutun hätte. Du bist doch ’n Kerl.“ Und Männer werden nicht „vergewaltigt“, Männer können sich doch wehren. Er war ja sogar mal mit ihr zusammen und irgendwann wollte er das alles auch. Aber als er seine Sachen holen wollte, sagte sie, er würde seine Tochter nie wieder zu Gesicht bekomme, wenn er nicht… Also tat er es. Und als er es seinem besten Freund erzählte, sagte der nur, er soll mal seinen Mann stehen. Ein Kerl sagt doch niemals „Nein“ zu Sex, ein Mann kann sich doch wehren, für einen Typ fühlt sich eine weibliche Berührung doch niemals falsch an. Also behielt er es in Zukunft für sich, wenn er seine Exfreundin wieder besuchte. Daniel ist vierundzwanzig.

line Still not asking for it - gegen victim blaming

Wir leben in einer Welt, in der man seinen Kindern erzählt, dass große Jungs nicht weinen und man als Mädchen eigentlich immer davon ausgehen kann, dass Männer schlechte Intentionen haben. Lena denkt, sie sei selbst Schuld, weil sie sich dazu entschlossen hat, einen über den Durst zu trinken. Und auch, wenn Lena fiktiv ist und „nur“ für all die Mädchen steht, die ebenso denken wie sie, die eben das gleiche erlebt haben, möchte ich sie gerne schütteln. Ich würde gerne ihre Hand nehmen und ihr sagen, dass es niemals, unter keinen Umständen, die Schuld des Opfers ist, wenn eine solche Tat begangen wird. Nicht das Mädchen sollte weniger trinken, nicht der Rock müsste länger sein, sondern der Mann sollte ganz einfach darauf verzichten, eine verdammte Straftat zu begehen. Ein Stück nackte Haut gibt nicht Erlaubnis, diese zu berühren. Auch flirten heißt nicht, dass man angefasst werden möchte. „Falsche Signale“ rechtfertigen keine Vergewaltigung. Niemals.

Ein paar der Kommentare unter meinem letzten Sonntagspost haben mich sehr aufgewühlt. Nicht nur mich, auch meine Freundin, die mit dabei war, und sich schon einmal Sätze wie „dann hättest du halt nicht so viel trinken sollen“ anhören musste. Und nur deswegen alles in sich reingefressen hatte und seit Jahren damit lebt. Eben solche Aussagen sind der Grund, warum Opfer wieder zurückgeworfen werden, warum sie nicht darüber sprechen, warum einige sexuelle Übergriffe letztendlich immer wieder „okay“ sein werden. Und leider ist dieser Gedankengang nicht ungewöhnlich. Man soll als Frau nicht alleine im Dunkeln nach Hause gehen, man soll sich nicht anziehen „wie eine Nutte“, denn sonst wird man auch als „solche behandelt“ (und warum gibt es offensichtlich eine bestimmte Art und Weise, eine Frau zu behandeln, die von Prostitution lebt?). Diese Gedanken, sie sind in unsere Köpfe eingemeiselt worden, von klein auf. Warum sagt man einem Mädchen lieber, wie es sich zu kleinen hat, als seinen Kindern beizubringen, niemals jemanden zu berühren, wenn dieser es nicht möchte? Warum erzählen wir nicht, dass nackte Haut keine Erlaubnis ist? Ich kann all diese falschen victim-blaming Gedanken durchaus nachvollziehen. Nachvollziehen, weil ich verstehe, wo sie herkommen – und eben da müssen wir ansetzen. Ich wünsche mir so sehr ein neues Bewusstsein. Ich wünsche mir, dass ein Mann, wenn er die Hand auf einen Oberschenkel legt, fragt, ob es in Ordnung ist. Ich wünsche mir, dass es niemals ausgenutzt wird, wenn ein Anderer nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Denn ja, am Betrunkenheitszustand ist das Opfer vielleicht selbst schuld – aber niemals, dass eben dieser ausgenutzt wird.

Meine Freundin und ich, wir haben damals einen netten jungen Mann kennengelernt. Wir beide versuchen mit so wenig Vorurteilen wie nur möglich durch’s Leben zu gehen, und genau deshalb würde ich niemals davon ausgehen, dass jeder Mann auf dieser Welt ein Sexmonster ist. Wir haben eben noch Vertrauen in die Menschheit. Und dieses Vertrauen ist etwas großartiges, und wenn es ausgenutzt wird, sind nicht wir daran schuld. Und selbst wenn wir beide heftig mit diesem Jemand geflirtet hätten, wäre es immer noch okay gewesen, „Nein“ zu sagen. Und ein „Nein“ hätte auch akzeptiert werden müssen. Ein „Nein“ muss immer akzeptiert werden.

Marie hat es mit ihren Kommentaren auf den Punkt gebracht: „Es ist egal, ob er nett sein wollte und Zärtlichkeiten austauschen wollte, oder ob er böse ist und geplant hat, Gewalt anzuwenden. Er hat sich für seine Handlung keine Zustimmung geholt. Und weder Angela, noch ihre Freundin, haben diese gegeben. (Denn, Überraschung, zu jemandem nach Hause zu gehen ist keine Einwilligung, mit dieser Person Sex zu haben!) […] Das Ganze ist victim blaming. Das ist nicht in Ordnung. Ich finde das Ganze auch ziemlich unfair Männern gegenüber, meint ihr nicht? Männer sind keine triebgesteuerten Wesen, die ihr Verhalten nicht kontrollieren können.“

Ich bitte diejenigen von euch, die nach diesem Post immer noch denken, ein Opfer sexueller Übergriffe sei in irgendeiner Weise selbst schuld an ihrer Misere: Fragt euch, woher dieser Gedanke kommt. Versucht über die dicke fette Mauer zu blicken, die diese Gesellschaft vor euren Augen errichtet hat und vor allem: Seid euch bewusst, was ihr damit anrichtet. Denn am Ende seid ihr der Grund, warum ein Vergewaltiger nicht hinter Gittern sitzt. Weil eine vierzehnjährige denkt, die Wimperntusche in ihrem Gesicht sei Schuld daran gewesen, dass sie ihrer Kindheit beraubt worden ist.

Ganz egal, ob du ein Mädchen bist, ein Junge, eine Frau oder ein Mann – nichts was du tust, anziehst oder konsumierst rechtfertigt einen sexuellen Übergriff. Sprich darüber! Und wenn dein Gegenüber es wagt, dich zu beschuldigen – gib nicht auf. Sprich mit jemand anderem, es gibt so viele Menschen da draußen, die dich verstehen werden und hinter dir stehen. So wie ich.

#stillnotaskingforit

Still not asking for it - gegen victim blaming!

 


 

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  1. Antworten

    Cleo

    27. September 2015

    Auf den Punkt gebracht. Danke, Angela, mehr gibts nicht zu sagen.

  2. Antworten

    magdalena

    27. September 2015

    Dieser Post ist der Wahnsinn, genau wie der letzte Woche – Verdammt, du hast so Recht! Wieso fällt es so vielen schwer genau dieses Bewusstsein zu erlangen? Wieso reden andere Leute den Opfern ein, dass es ihre Schuld ist? Das sie sich hätten anders benehmen sollen? Was soll das?! Niemand zieht sich auf eine Art und Weise an oder benimmt sich auf eine Art und Weise mit dem Hintergedanken vergewaltigt zu werden!! Die, die das dahinter verstehen, sind die die sich anders Verhalten sollten, die die verdammt nochmal über ihre Werte nachdenken sollten!!

  3. Antworten

    Mel

    27. September 2015

    Ganz, ganz großes Lob an dich, dass du solch ein Thema auf deinem Blog bringst. Alles auf den Punkt gebracht. Und ich bin mir sicher, dass dies der/dem einen oder anderen hilft und Kraft und Mut aus deinem Text gewinnen kann.

  4. Antworten

    Nadja

    27. September 2015

    Toll geschrieben! Volle Zustimmung! Danke dafür!!

  5. Antworten

    Magda

    27. September 2015

    DANKE!
    „Society teaches don’t get raped rather than don’t rape.“
    Ich finde es immer wieder erschütternd, wie wenig wir Frauen doch manchmal zusammen halten… Slut shaming ist schlimm genug, aber in diesem Kontext? Wie verrückt es ist, jemandem, der so etwas durchmachen musste, auch noch die Schuld zu geben.
    Danke, dass du darauf aufmerksam machst und danke, für das letzte Beispiel, denn, ja, auch Männer müssen solche Erfahrungen machen.

    <3

  6. Antworten

    m

    27. September 2015

    <3

  7. Antworten

    Mina

    27. September 2015

    Ein Wort: Großartig!

  8. Antworten

    Lola

    27. September 2015

    wow

  9. Antworten

    Doris

    27. September 2015

    Super Beitrag ? finde ich sehr gut, dass du ein solches Thema ansprichst. Niemand muss sich anfassen lassen, wenn er es nicht will, bin ganz deiner Meinung ?

  10. Antworten

    Filiz

    27. September 2015

    !Gänsehaut!
    Wie kann ein vernünftiger Mensch jemals einem Vergewaltigungsopfer die Schuld an seinem „Schicksal“ geben?! Diese Einstellung macht mich schon immer einfach sprachlos. Du bringst es auf den Punkt. Klasse!

  11. Antworten

    Lissy

    27. September 2015

    Liebe Angela, ich finde es wirklich wichtig, dass solche Themen nicht totgeschwiegen werden und du so offen und ehrlich auch unschöne Dinge ansprichst und teilst. Ich finde es am schlimmsten, dass man manchmal erst viel zu spät selbst merkt, dass bestimmte Dinge ganz und gar nicht okay gewesen sind. Die vielen Blogs, die uns immer nur die besten Seiten der Bloggerinnen präsentieren, sind mir persönlich langsam nicht mehr authentisch genug. Daumen hoch für deine Texte und deine aufrichtigen Gedanken, die deinen Blog zu etwas ganz besonderem machen!

  12. Antworten

    Sarah

    27. September 2015

    Unglaublich berührender Text!
    Danke, dass du das aussprichst / schreibst, was eigentlich jeder Mensch denken sollte.

  13. Antworten

    Francii

    27. September 2015

    SO Perfekt auf den Punkt gebracht. Danke Angela!

  14. Antworten

    Mascha

    27. September 2015

    Ich hatte vor einiger Zeit im Urlaub ein Gespräch mit einem Jungen. Es ging darum, dass ich (zusammen mit zwei Freundinnen) von ihm Drinks angenommen habe, „obwohl“ ich einen Freund habe. Als er nämlich genau das erfahren hat, beschuldigte er mich, wie untreu ich sei. Wie ich ihn Hoffnungen machen- und so auf ihn eingehen könnte, obwohl ich ja einen Freund habe. Dass „es ja klar sei“, dass ein Junge etwas von einem Mädchen will, wenn er ihr Drinks ausgäbe.
    Ich habe versucht ihm zu erklären, dass ich ihn einfach nur nett fand. Nett. Dass ich etwas freundschaftliches(!) in ihm gesehen habe und es als nette Geste verstand, das er uns(!) einlud.
    Er hat mir damals so ein schlechtes Gewissen eingeredet, dass ich noch am gleichen Abend höllisch geweint habe, weil ich tatsächlich dachte ich hätte meinen Freund in irgendeiner Weise „betrogen“. Denn das war das letzte was ich je gewollt habe.

    Trotzdem ich später mit meinem Freund über genau das geredet habe und er mir versichert hat, dass er sich in keinster Weise betrogen fühlt, haben mir diese Vorwürfe immer wieder schwer im Magen gelegen, ob ich wohl falsche Signale sende als vergebenes Mädchen. Bis jetzt.

    Drinks an zu nehmen ist keine Einladung zum Flirten/Anfassen/Küssen/Sex.
    Und es ist traurig, dass genau dieser Gedanke in so vielen Köpfen schwebt.

    Ich weiß, dass kann man in keinster Weise mit oben beschriebenen Erlebnissen vergleichen. Aber manchmal sind die kleinen Dinge ja schon ein Anfang.

    Dein Post hat mir grade nochmal ziemlich die Augen geöffnet.
    Danke :)

    • Antworten

      Frank

      27. September 2015

      Ja du lässt dir also schön Getränke ausgeben, flirtest/redes vielleicht ein bisschen, um dem Typ danach zu sagen, dass ihr Freunde seid? Gehts du auch zu Typen hin und lädst sie einfach zu Getränken ein? Weil du mit ihnen befreundet sein willst? Ich denke nicht. Dann nehm die Einladung nicht an!

      • Antworten

        Andrea

        27. September 2015

        Ich weiß ja nicht in welcher Welt du lebst, aber da wo ich herkomme, ist es nicht verboten mit anderen Leuten zu sprechen, „obwohl“ man einen Freund hat. Ich sag ja nicht jedes Mal wenn mich jemand anspricht „sorry ich kann mit dir nicht reden ich hab einen Freund“. Ich würde es ziemlich arrogant von mir finden wenn ich annehmen würde dass jeder der mir hallo sagt gleich etwas von mir will. Wenn mein Gegenüber dann dennoch annimmt dass ich unbedingt mit ihm ins Bett will, dann reicht meiner Meinung nach ein einfaches Nein und keine Rechtfertigung. Er braucht nicht zu denken dass er sich noch durch einen Drink kaufen kann!

      • Antworten

        Tatiana

        27. September 2015

        Selbst, wenn man keinen Freund hat, ist eine angenommene Einladung auf ein Getränk kein Freifahrtschein.

        • Antworten

          Kerstin

          27. September 2015

          Ein Drink ist sicher kein Freifahrtschein, aber trotzdem sollte man ihn nicht annehmen oder von Anfang an offen kommunizieren, dass man einen Freund hat. Wenn ein Kerl jemandem einen Drink ausgibt, sollte man es nicht als Freigetränk wahrnehmen, sondern nur bei Interesse (nicht Einwilligung!) auf zumindest ein Date o. Ä. annehmen. Die Message von einem Drink ausgeben kann vieles bedeuten (will in die Kiste, sucht eine Beziehung…), aber normalerweise nicht, dass man Freundschaft sucht.

      • Antworten

        Lina

        27. September 2015

        Und genau an dem was du sagst Frank sieht man doch was falsch läuft:

        Als Frau darf ich keinen Drink von einem Typen annehmen. Tatsächlich würde ich das nicht tun, von klein auf hat mir die Gesellschaft eingetrichtert, dass man das nicht tut, dass das potentiell dem Typen das falsche Signal gibt…. Genau wie du sagst. Tatsächlich geht es so weit, dass ich – entgegen jeder Rationalität das Gefühl habe, wenn ich mir was ausgeben lasse, stehe ich irgendwie in der Schuld. Eine Situation auf die ich mich nicht einlasse.

        Andersrum kommt es übrigens häufig vor: Ich als Frau gebe häufig Drinks aus, auch wildfremden Männern an denen ich sexuell überhaupt kein Interesse habe! Man ist unterwegs, kommt am Tresen ins Gespräch, über die Musik, wie lange man wartet bis der Barkeeper kommt… der Gegenüber ist nett. Und man trink einen zusammen, immer auf getrennte Rechnung, oder auf meine… denn mir als Frau was ausgeben lassen ohne mit dem Typen ins Bett zu wollen, dass wäre ja falsch wie auch in deinem Kommentar so schön raus kam.

        Lies doch den Artikel nochmal, beim zweiten Mal bleibt vielleicht hängen, wie sehr dein Kommentar aufzeigt was falsch läuft und wo das Umdenken anfangen muss.

        • Antworten

          Anna

          28. September 2015

          Liebe Linda,

          Du hast es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht. Es ist leider heutzutage so dass in unserer Gesellschaft dieses Denken herrscht dass ein angenommenes Getraenk auch gleich eine Einwilligung zu mehr ist. Und das ist einfach falsch! Wenn man mal genauer darueber nachdenkt wird auch klar warum: Ein Getraenk (sei es auch das beste Getraenk der Welt) ist einfach nicht vergleichbar mit dem Erlebnis intim mit jemandem zusammen zu sein. Wir haben Sex zu etwas gemacht was es nicht ist: ein koerperlicher Akt vergleichbar mit Zaehneputzen oder aehnlichem. Dabei ist es so viel mehr! Klar, one-night stands sind auch was schoenes, aber irgendwie scheinen sie zur norm geworden zu sein. Es muss heiss und mit „no strings attached“ abgehn. Wie gesagt, das kann auch schoen sein solange beide parteien einwilligen. Aber was mich stoert ist das nie jemand daruerb zu reden scheint das doch eigentlich der Sex mit jemandem den man liebt und dem man vertraut genauso schoen, wenn nicht viel schoener sein kann. Wenn man sich oefnet und verletzlich ist und gemeinsam etwas neues entdeckt. Uns wird beigebracht dass es ein Zeichen von Attraktivitaet ist wenn man moeglichst viele verschidene Partner hat. Besonders Maennern wird (siehe die ganzen Hollywood filmen) gesagt dass sie doch eigentlich weiche Waschlappen sind wenn sie sich fuer Liebe entscheiden.

          Ich lebe seit mehren Jahren in NZ, von daher bin ich mir nicht ganz sicher ob es hier vielleicht noch eher diese Denke gibt das Maenner auch maennlich sein muessen als in Deutschland. Aber mir scheint es dass es diese Gedanken sind die zu victim-blaming fuehren, egal in welchem Land.

      • Antworten

        Tom

        28. September 2015

        In welcher Welt lebst du Frank? Ich möchte gerade sehr gern brechen…

        Ich bin seit Jahren in einer Beziehung und trotzdem gehe ich ab und an auch allein feiern. Wenn mir dann ein Mann einen Drink ausgibt, mit mir tanzt, heißt das nicht das ich später mit ihm nach Hause gehe. Beim ersten Anzeichen des „Zunahekommens“ sage ich das ich vergeben bin. Ich habe so bereits einige sehr interessante, nette Menschen kennenlernen dürfen. Niemand wäre danach auf die Idee gekommen mich zu bedrängen, nur weil er mir einen Drink spendiert hat. Aber das ist der Vorteil in der schwulen Community. Mann und Mann begegnen sich auf der gleichen Ebene, während viele heterosexuelle Männer glauben über allem zu stehen. Traurige Welt!

        Angela und allen anderen hier wünsche ich nur das Beste! Kämpft für eure Rechte! Seid stark! Und denkt daran, dass soviele Menschen hinter euch stehen und euch unterstützen!

      • Antworten

        egal

        28. September 2015

        Frank,
        wenn du berechenbaren Sex gegen Geld willst, nimm bitte die Dienstleisterinnen in Anspruch. Wer sind wir denn, dass wir deren Preise dumpen, indem wir Sex als Gegenleistung für einen Drink sehen?
        Wenn du ne hohe Wahrscheinlichkeit willst, dass eine Frau, der du nen Drink ausgibst, später gewisse Sexuelle Erwartungen erfüllt, dann kläre doch erst mal im Klartext deine interessen mit ihr ab. (und bedenke, dass sie zu JEDEM Zeitpunkt nicht mehr wollen kann und darf und du dann also keinen Leistungsanspruch hast – das gilt genau so auch für die Dienstleistenden, gell)
        Den Drink kannst du dann danach ausgeben, damit er genau das sein kann was er ist: eine echt nette Geste.
        Solche netten Gesten tausche ich mit ziemlicher Selbstverständlichkeit aus – wer hat der gibt, wer nix hat kriegt. kleine Geschenke fördern und erhalten die Freundschaft.
        wenn mir allerdings jemand entgegenkommt, der wie du glaubt, er könne mit dem Bezahlen von Getränken Sex kaufen, is das ne Kategorie Arschloch, die ich ganz frei von Skrupeln ausnehmen kann… irgendwie muss so jemand ja lernen, dass er nicht über mir steht.

      • Antworten

        Astrid

        12. November 2015

        Oh. Ach so. Wenn mir jemand ein Getränk bezahlt, habe ich dann also gleich meinen Körper verkauft. OK, Frank, ich geb dir einen aus. Danach darf ich dann mit dir machen, was ich will. Stimmts?

    • Antworten

      SA.S.KI.A

      4. Oktober 2015

      Du hast so recht!!!! Genau mit so was fängt es ja an.

  15. Antworten

    Irina

    27. September 2015

    <3 !

  16. Antworten

    Anouk

    27. September 2015

    Bleib dran Angela, ich glaube du sprichst da sehr vielen Menschen aus der Seele, und es gibt bestimmt viele für die diese ansichtsweise eine ganz neue ist. Ich bin 22 Jahre alt und saß in meinem bisherigen Leben nicht nur Zuhause rum, ich Hab vor 2 Wochen erst entdeckt dass man das ja auch mal aus diesem Blickwinkel betrachten kann und sollte. War erschrocken von mir selbst das ich es nie in Erwägung gezogen habe anders über Dinge wie dieses zu denken. Du hast so eine hohe Erreichbarkeit. Gut das du sie nutzt. Öffne Augen und Sichtweisen liebe Angela :) ich hoffe dir gehts sonst gut. Grüß Chrissy von mir. Peace and Love

  17. Antworten

    Elli

    27. September 2015

    Liebe Angela,
    toller Beitrag und ich kann dir da nur Recht geben. Eine Sache würde ich aber gerne noch hinzufügen. Man sollte als Frau/Mann die/der sich genötigt fühlt auch nicht vergessen klar auszusprechen was man will. Selbstverständlich ist sowas nicht einfach, aber nötig. Ich habe einen Freund, der der Vergewaltigung beschuldigt wurde, da er nach einer Party im relativ betrunkenen Zustand mit einem Mädchen, die auch betrunken war, Sex hatte. Sie haben sich unterhalten und seiner Meinung nach auch geflirtet. Irgendwann hat er sie geküsst und sie hat mit keinem Wort und mit keinem Zeichen sich dagegen gewehrt bzw zu verstehen gegeben, dass sie das nicht möchte. Nachdem sie Sex hatten, hat das Mädchen ihn am nächsten Tag damit konfrontiert, dass sie das alles gar nicht wollte und sich von ihm misshandelt fühlt. An dieser Stelle will ich ihre Gefühle nicht anzweifeln und ihr keine Lügen vorwerfen, aber wenn sie sich doch so belästigt gefühlt hat, hätte sie etwas sagen sollen. Mein Freund kann keine Gedanken lesen und wusste gar nicht, dass es ihr allem Anschein nach nicht passt. Ergebnis: Riesen großes Missverständnis!
    Also an alle Menschen die das hier lesen: Bitte geht nicht davon aus, dass man eure Gedanken lesen kann und formuliert eure wünsche bitte deutlich. Denn wenn man es nicht schafft jemanden abzulehnen, dann ist man an der Sache leider zum Teil auch Schuld, weil euer Gegenüber ja gar nicht im Klaren ist, dass er euch Böses antut . Bitte habt den Mut zu reden! Diese Art von Egoismus ist gesund!!
    <3

    • Antworten

      Sarah

      27. September 2015

      Liebe Elli,

      ich glaube an genau diesem Punkt liegt das große Problem: viele Mädchen trauen sich nicht den Mund aufzumachen, weil sie Angst haben dann abgewertet zu werden, nicht mehr gemocht zu werden oder weil sie sich einfach zu sehr in einer Schockstarre befinden. Wie Angela ja auch schon geschrieben hat: oft denken Mädchen mit Männern Sex zu haben „gehöre eben dazu“. Dann ist es einfacher das Ganze kurz zu erdulden, obwohl man gar nicht möchte, statt sich zu Wehr zu setzen. Denn würde man sich zur Wehr setzen, würde das bedeuten, dass nicht nur die Zuwendung und Zuneigung, die man zuvor bekommen hat, aufhört, sondern dass man sich eben vielleicht auch oben genannte Vorwürfe anhören muss. Man hätte doch eindeutige Signale gesendet. Man solle sich doch nicht so haben.
      Du hast Recht, alle Mädchen und Frauen müssen immer deutlich sagen, wenn sie etwas nicht wollen (Jungen auch, keine Frage). Aber nur aus dem einzigen Grund, dass Männer häufig nicht darauf achten, welche Signale zurück kommen.
      Ich kann mir die Situation von deinem Freund und der Frau schon vorstellen. Sie haben sich geküsst. Vielleicht hat er sie geküsst, das ist ja häufig die typische Rollenverteilung. Und als er aufgehört hat, ist sie dann auch auf ihn zugekommen und hat ihn von sich aus geküsst? Und als er ihr Shirt ausgezogen hat, hat sie dann seins ausgezogen oder hat er es sich selbst ausgezogen? Wie ist das mit der Hose? Und was wäre so falsch daran, mal kurz inne zu halten, ihr in die Augen zu sehen und zu fragen: „möchtest du mit mir schlafen?“ Dann ist Mann immerhin auf der sicheren Seite, wenn er vielleicht schon nicht mehr so gut Signale deuten kann.

      Ich kenn einfach kaum eine Frau, der diese Geschichten nicht passiert sind und ich finde das unfassbar erschreckend. Und ich finde es schrecklich, dass man überhaupt erst laut und deutlich „nein“ sagen muss, weil sonst vom „ja“ ausgegangen wird. Es fällt uns doch in allen möglichen Lebensbereichen schwer „nein“ zu sagen, wenn jemand anderes etwas von uns möchte. Wir möchten es anderen immer gerne recht machen. Deshalb ist es beim Sex nur natürlich, dass hier das gleiche gilt. Es ist schwierig „nein“ zu sagen und viele von uns müssen es erst lernen.
      Das ist sehr wichtig. Aber ebenso wichtig ist eben, dass Männer genauer auf Signale achten.

      Liebste Grüße!

      • Antworten

        Frank

        27. September 2015

        Soll der Mann das „Nein“ riechen oder wie denkt ihr euch das? Es wird schön mitgeflirtet, geküsst, der Mann geht weiter, sie sagt nichts -> Sie will es, oder selbst Schuld wenn Sie nichts sagt.

        • Antworten

          Marie

          27. September 2015

          Hallo Frank, ist für dich das einzige Zeichen der Zustimmung bei deiner Sexualpartnerin, dass sie sich nicht mit Händen und Füßen wehrt? Wenn ja, herzliches Beileid!
          Ich stimme Sarah zu- das Ganze ist ganz einfach: „Yes means yes“! Nur wenn er/sie deutlich „Ja“ sagt, ist es okay. Warum auch nicht ab und zu mal nachfragen, wie es dem Partner/der Partnerin geht? Ob er/sie sich wohlfühlt? Ob er/sie noch will, Lust hat, und ob und was ihm/ihr gefällt?

          • MK

            27. September 2015

            Nunja, wenn sich eine Frau von mir die Zunge in ihren Mund schieben lässt und auch noch mitmacht,
            ist das für mich schon ein deutliches „ja“

          • Bastian

            27. September 2015

            Hallo Marie,
            ersteinmal vorneweg, prinzipiell finde ich den Artikel gut geschrieben und stimme auch mit der Quintessenz überein.
            (Für bessere Lesbarkeit wurde der folgende Text nicht gegendert.)
            Aber ich bin auch der Meinung, dass mensch manchmal auch nicht so leicht vereinfachen kann/darf.
            Gerade in dem geschilderten Fall, ist es eben nicht nur das Opfer, das enorm unter sozialem Druck steht, sondern in gewisser Weise auch der Täter.
            Durch die offene Frage nach dem Einverständnis begibt er sich also in exakt die gleiche soziale Situation in der sich das Opfer ohne die Frage befinden würde.
            Im Falle einer Ablehnung „würde das bedeuten, dass nicht nur die Zuwendung und Zuneigung, die man zuvor bekommen hat, aufhört, sondern dass man sich eben vielleicht auch … Vorwürfe anhören muss.“ ganz zu schweigen vom zerstörten Selbstwertgefühl.
            Gerade mit dieser Ablehnung können die wenigsten Menschen umgehen.
            Nicht umsonst gibt es haufenweise Menschen, die jeglichen Situationen in denen sie Ablehnung erfahren könnten bewusst aus dem Weg gehen.

            Damit möchte ich jetzt in keinster weise einem Opfer die Schuld geben, aber ich finde es oft vermessen dem Täter „die volle Schuld“ zu geben.
            Denn (zum Teil eingebildete) „Konventionen“ oder sozialer Druck tragen auch oft einen Großteil zur Gesamtsituation bei.

            Ich bezweifle, dass irgendeine Person sei sie in dieser Hinsicht auch noch so „aware“ in einer Beziehung vor jeder Berührung um Erlaubnis fragt, obwohl das nach dem „yes means yes“ Prinzip eigentlich so sein müsste.

            Letztlich sollten sich beide Parteien in diesem Fall bewusst machen, dass eine Ablehnung für beide Parteien deutlich weniger schlimm ist als ein eventuelles „Missverständnis“ und ein gesundes Selbstwertgefühl beiden Seiten bei der Verhinderung solcher Situationen helfen kann.

      • Antworten

        Sarah

        27. September 2015

        „mitflirten“ und mitküssen heißt eben noch lange nicht, dass frau auch Sex möchte. Das heißt einfach nur, dass sie flirten und küssen möchte. Ich versteh die Frage nicht.
        Wie gesagt, Frank: einfach mal schauen, ob sie von sich aus auf ich zukommt, dich zuerst küsst, dir das Shirt auszieht etc. Wenn nicht, weißte bescheid.

        Zu MKs Satz fehlen mir einfach nur die Worte…

        • Antworten

          Jesse

          28. September 2015

          Hier ist jetzt aber genau ein Grundproblem:
          Wenn sie mich zuerst küsst woher weiß sie das ich das möchte? Geht sie automatisch davon aus das das schon irgendwie ok ist weil ich ja ein Mann bin?
          Wenn sie mir das Shir auszieht geht sie wieder davon aus das ich zustimme weil es ja schließlich völlig unmöglich ist das ein Mann ablehnt.

          Obwohl ich dem ganzen in der Kernaussage Vollinhaltlich zustimme, ist einiges leider ein wenig realitätsfern. Prävention wird IMMER wichtiger sein. Wir WISSEN das es Unrecht ist zu klauen, trotzdem sperren wir den Wagen ab. Wir wedeln in einem unsicheren Virtel auch nicht mit Gelscheinen herum und tippen uns auf die goldene Uhr. Prävention vergrößert unsere Chance nicht zu Opfern zu werden.
          Victim blaming allerdings ist unterste Schublade und hilft niemandem.

          Dummerweise bist du als Mann hier aber wirklich in einer dämlichen Situation- du bist, wenn du alle Punkte beachtest- in einer permanenten Grauzone aus der du niemals ganz heraus bist. Das entseht natürlich wieder aus der gesellschaftlichen Gepflogenheit heraus das der Mann den ersten Schritt tun muss (ansonsten, siehe Slut shaming) und man als Frau in dem meisten Fällen die Zustimmung des Mannes einfach als gegeben hinnimmt (denn Männer können ja nicht vergewaltigt werden) denn er könnte sich ja wehren wenn es ihm nicht recht ist. Immerhin ist er als Mann ja stärker und wenn er betrunken ist ist er vermutlich ohnehin geil und will es.

          • egal

            28. September 2015

            Ist es denn so schwer?
            Wenn ich etwas nicht will, nehme ich zum Beispiel die hand da weg. ein Mensch, der Bock drauf hat, dass die Situation sexy wird, lässt seine Hände da weg, bis ich signalisiere, dass ich sie jetzt doch ganz gerne da hätte. Vielleicht signalisiere ich das nie, aber dann wäre es auch nie ne sexy sache geworden.

            wenn ich mag das die Hand da ist, werde kann ich was ermutigendes tun, damit der Mensch, der mich berührt weiß, das ich gut finde, dass er mich gerade berührt.
            wenn ich gar nicht reagiere, sollte mein gegenüber schon mal deutlich nachfragen, ob das alles grad erwünscht ist. oder er könnte fragen was denn überhaupt erwünscht ist.
            Ob da nun Männer fragen oder Frauen fragen ist ganz schön egal.

            Ne ganz einfache Faustregel:
            Wer nicht in der Lage ist, AKTIV zu signalisieren, dass er einen bestimmten weiteren Schritt will, ist vielleicht auch nicht in der Lage, Aktiv zu signalisieren, dass er etwas nicht will. Also ist Rückzug angesagt.

  18. Antworten

    Lisa

    27. September 2015

    Danke liebe Angela für diesen guten Post!

  19. Antworten

    Kathrin

    27. September 2015

    So groß!

  20. Antworten

    Lynndgren Lynndström

    27. September 2015

    Du bringst es mal wieder auf den Punkt – Danke für solch großartige Texte voller noch größerer Messages! Meine liebste Stelle: „Wir haben eben noch Vertrauen in die Menschheit. Und dieses Vertrauen ist etwas großartiges“. <3

    Liebe Grüße
    LYNNDGREN LYNNDSTRÖM / / http://www.LynndgrenLynndstroem.blogspot.de

  21. Antworten

    Anonymous

    27. September 2015

    Danke!

  22. Antworten

    Liola

    27. September 2015

    Ich finde es so toll das du darüber sprichst!
    All das wird zu wenig erwähnt, es ist viel zu weit im hintergrund
    Es ist traurig wie falsch manche Gedankengänge zu sein scheinen…
    und mir fällt heute auf wie glücklich ich mit meinem Leben sein kann das ich nie in so eine situation kam
    ich bin mir selbst nicht sicher wie ich da reagiert hätte

  23. Antworten

    Luise

    27. September 2015

    Ein großartiger Beitrag. Mehr brauche ich dazu nicht sagen und du wirst mit deinen Worten hoffentlich vielen dadurch helfen.

    Liebste Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  24. Antworten

    michi

    27. September 2015

    danke für diesen beitrag! wenn in meinem umfeld victim blaming passiert, dann denke ich immer an diesen artikel und mit dessen argumentation hab ich sogar schon manche menschen überzeugen können, umzudenken: http://www.woman.at/a/kommentare-vergewaltigung

  25. Antworten

    Rachel

    27. September 2015

    Ich finde es toll, dass du das ansprichst. Gerade in Zeiten von Hotpants-Verbot in Schulen und Überwurf-T-Shirts für Mädchen. Was in dieser Diskussion immer wieder als Argument vorgebracht wird, ist vor allem eines: Wenn die Mädchen sich so freizügig anziehen, können sich die Jungs nicht mehr konzentrieren. Was daraus folgen soll: Die Mädchen haben sich gefälligst zu verhüllen. Auch das ist Victim-Blaming, auch das ist sexistisch für Mädchen und für Jungs gleichermaßen. Das bringt man den Kindern an einigen deutschen Schulen also bei. Kämpft dagegen an, wenn es euch betrifft!

  26. Antworten

    Jessy

    27. September 2015

    Wieder einmal ein unglaublich starker Beitrag. Vielen Dank dafür. Ich bin froh, dass es Frauen wie dich gibt, die sich nicht scheuen die Wahrheit zu sagen. Wir müssen viel häufiger über all diese Dinge reden und all die Menschen mit ihren Vorurteilen aufwecken.

    <3
    Liebe Grüße
    Jessy

    http://www.sinnesengel.com

  27. Antworten

    Lis

    27. September 2015

    Ich bin seit Anfang an stille Mitleserin deines Blogs und fand dein Geschriebenes schon immer faszinierend.. aber dieser Post ist einfach nur wahnsinnig berührend. Das erste Mal, dass ich einfach was schreiben muss. – Danke!

  28. Antworten

    Nils

    27. September 2015

    Es ist nicht fair dem männlichen Geschlecht Unkontrolliertheit im Bezug auf deren Triebe vorzuwerfen? Das sehe ich nicht so. Vor allem dann nicht, wenn man stattdessen vorwerfen kann, dass viele nicht hinter diese gesellschaftliche Mauer blicken können. Die den Kindern vermittelte Geschlechterrolle hat nicht nur Auswirkungen darauf, dass sich weibliche Opfer als mitschuldig empfinden oder Männer ihre Triebe nicht kontrollieren. Viel schlimmer ist es, dass eben diese gesellschaftliche Mauer dafür sorgt, dass Frauen gut aussehen müssen und Männer keine Gefühle haben dürfen.
    Wenn eine Frau zu jeder Minute in der Öffentlichkeit ansehnlich, gepflegt ist und ein eye-catcher sein muss, dann hat sie genau so wenig hinter die Mauer geschaut, aus der sie den Stein gebrochen hat, durch dessen Loch sie erkennen kann, dass sie nicht schuldig ist, an der Vergewaltigung die ihr widerfahren ist. Dann hat sie schlicht durch die Mauer geschaut.
    Natürlich ist aufreizende Kleidung keine Einladung, aber fragt Frau sich nach dem Warum? Warum muss es aufreizend sein? Dieses Warum ist Teil der Mauer, genau so wie der Teil, der Mädchen vermittelt, dass Jungen nun mal so sind und dass Mädchen Schlechtes ertragen müssen.
    Die Möglichkeit flirten zu können, Männer mit dem eigenen Äußeren ansprechen, verführen zu können, das ist die falsche Art von confidence. Nicht Optik sollte zu Selbstsicherheit führen, nicht die positiven Reaktionen anderer sollten eine Frau bestätigen, sondern ihre Art, ihr Charakter. Wenn man Selbstsicherheit nicht durch Reaktionen andere entwickelt, sondern dadurch, dass man sich selbst kennt und weiß wer man ist, dann hat man es nicht mehr nötig, sich Bestätigung von außen zu holen. Dann hat man es nicht mehr nötig sich aufreizend anzuziehen und ist unabhängig.
    Genau da, liebe Angela, sehe ich den Knackpunkt. So wie ich Männern vorwerfe, dass sie ihre Triebe nicht kontrollieren, so werfe ich es auch Frauen vor, dass die selben noch provozieren. Hinter diese Mauer blicken die wenigsten und sich dann in der gegebenen Situation nicht anzupassen, das ist schlicht nicht sonderlich schlau.
    Eine aufreizende Frau auf der falschen Seite der Mauer fordert von mir, dass ich mich unter Kontrolle habe, dass ich die Mauer überwunden habe, an der sie selbst noch scheitert.

    • Antworten

      Vin

      27. September 2015

      !

    • Antworten

      Marie

      27. September 2015

      Hallo Nils! Als Autorin des Zitats möchte ich mich zu Wort melden. Angela hat es nur teilweise zitiert und dies auch gekennzeichnet, ich wiederhole aber an dieser Stelle noch einmal den ganzen Absatz des ursprünglichen Kommentars: „Männer sind keine triebgesteuerten Wesen, die ihr Verhalten nicht kontrollieren können. Und Alkohol ist ebenfalls keine Entschuldigung, jegliche Selbstkontrolle zu verlieren. Die ist eine Grundnotwendigkeit im Leben und sollte vorausgesetzt werden können. Und sie nicht zu haben, ist keine Ausrede, sondern eine Blamage. Wenn man es nicht schafft, mit Personen in einem Bett zu übernachten, ohne sie anzufassen, sollte man es Leuten nicht anbieten.“ Nur, um das noch einmal (auch kontextbasiert) klarzustellen. Es ging in diesem Zitat vor allem nicht um das Verhalten von Männern allgemein, sondern um das Ausnutzen in einer Notsituation.

      Ich muss gestehen, ich weiß nicht, inwiefern ich deine Abstraktion mit der gesellschaftlichen „Mauer“ nachvollziehen kann, aber ich habe deinen Kommentar nun mehrmals gelesen und denke, dass ich mit ihm hauptsächlich nicht übereinstimme.

      So wie ich das sehe, siehst du den Fehler vor allem in der Gesellschaft? Dem kann ich mich definitiv anschließen. Klischees, Geschlechterrollen, Berechtigungsansprüche, Bilder und Szenen aus den Medien, die die Wahrnehmung und das Verhalten nachhaltig negativ beeinflussen, sind falsch und verletzen uns alle. Diese Auswirkungen, die du beschreibst, denen kann ich mich anschließen.

      Beim zweiten Teil deines Kommentars werde ich stutzig- schon weil er mit „Natürlich…, aber“ beginnt. Verstehe ich es richtig, dass du sagst, dass eine Frau sich dem gesellschaftlichen Diktat unterwirft, wenn sie „aufreizende“ Kleidung („Aufreizend“ ist übrigens schon eine Wertung an sich) anzieht oder sich stark auf ihr Äußeres konzentriert? Dass sie nicht weiß, warum sie sich eigentlich so anzieht, und es unterbewusst doch für Männer tut? Und dass eine unabhängige Frau „es nicht mehr nötig hat“, sich aufreizend anzuziehen?

      Dem widerspreche ich vehement. Eine unabhängige Frau kann kurze Sachen tragen, ohne Männern imponieren zu wollen, aus verschiedensten Gründen- dies muss nicht bedeuteten, dass sie die gesellschaftlichen Hintergründe nicht erkannt hat.
      Eine Frau, die sich im öffentlichen Raum bewegt, ist im Gegensatz zur gängigen Annahme nicht das Eigentum dessen. Sie kann tragen und aussehen, wie sie möchte, ohne dafür beurteilt werden zu wollen. Ich weiß dass dieses Konzept schwierig zu verstehen ist für viele, in einer Zeit, wo man „doch ein Recht auf seine Meinung hat!“ und Bilder von „komischen“ Menschen ganz schnell im Internet landen können (siehe people of walmart). Dennoch kann es sein, dass ich mich durch den öffentliche Raum bewege, ohne Intention, mit jemanden in Kotakt zu treten. Egal, wie ich aussehe. Punkt.

      Ich möchte nicht bestreiten, dass die Gesellschaft darauf Einfluss hat, was wir als attraktiv erachten und wie wir uns geben. Unser Schönheitsideal wird immer davon beeinflusst, was wir sehen und uns als erstrebenswert vorgeführt wird. Aber ich würde keiner Frau, die auf ihr Äußeres achtet, unterstellen, dass sie eigentlich dies nur tut, um dem gesellschaftlichen Konsens oder dem Idealbild von Männern zu entsprechen. Sie kann das „Warum“ erkannt haben und trotzdem zu kurzer (in deinen Worten: „aufreizend“) Kleidung greifen! Das ist möglich!
      Ich gebe mal ein paar Beispiele verschiedener Situationen, wo eine Frau in der Öffentlichkeit „aufreizende“ Kleidung trägt, ohne, dass sie es nötig hat, sich Bestätigung von außen zu holen.
      -Vielleicht ist es schlichtweg warm, gerade im Sommer, und sie möchte keinen Hitzschlag bekommen. Somit zieht sie einen leichten Sommerrock an und ein kurzes Top. Oder zu Shorts und einem T-Shirt. Nicht, weil sie jemandem gefallen oder ihn einladen möchte. Einfach aus me­te­o­ro­lo­gisch gegebenen Gründen.
      -Vielleicht ist sie auf dem Weg zu ihrem Partner oder ihrer Partnerin, und hat sich für ihn in Schale geworfen. In Anbetracht dessen, dass Kleidung ein soziales Konstrukt innehält, das über die Optik weit hinausgeht, ist das nicht verwerflich. Sie tut das nicht, um allen Männern dieser Welt zu gefallen.
      -A pro pros: vielleicht ist sie nicht heterosexuell und hat an Männern überhaupt kein Interesse.
      -Vielleicht – absurd, ich weiß! – tut sie es auch für sich selbst.
      -Vielleicht möchte sie auch keine Bestätigung und zieht sich trotzdem so an. Neulich bekam ich ein Kompliment von ein paar fremden Männern, was mit persönlich sehr unangenehm war. Ich war nach deinen Maßstäben nicht „aufreizend“ gekleidet- ich trug Stiefel, eine lockere Hose, und einen weiten Mantel (obwohl es egal ist, was ich anziehe, weil die Quintessenz dieselbe bleibt.) Ich hatte nicht nach ihrer Meinung oder ihrer Einschätzung meiner Attraktivität oder ihrer sexuellen Geneigtheit auf mich gefragt. Nicht jede Frau sucht überhaupt Bestätigung.
      Alles Szenarien, in denen die Frauen „ansehnlich“ sind und trotzdem hinter die Mauer geschaut haben, beziehungsweise, sich gar nicht für dieses Konzept interessieren.
      Mein Make-up trage ich für keinen Mann der Welt, nicht einmal für meinen Partner. Der, bei aller Liebe, eh nicht einmal weiß und erkennt, ob ich Make-up aufgelegt habe oder nicht, und bei Begriffen wie „contouring“ meine Begeisterung und Faszination leider absolut nicht teilen kann.

      Zudem- was ist deine Lösung, dein Fazit? Frauen sollten es „nicht nötig haben“, sich optisch herzurichten? Echte, starke, unabhängige Frauen überzeugen durch Charakter und ziehen nur noch Leinensäcke an?
      Durch deine letzten Sätze hast du leider jegliche Glaubhaftigkeit bei mir verloren, dass dies ein geistreicher Kommentar wird, denn eigentlich ist es nur gut getarnter Sexismus (eher noch Misogynie) und victim blaming.
      „So wie ich Männern vorwerfe, dass sie ihre Triebe nicht kontrollieren, so werfe ich es auch Frauen vor, dass die selben noch provozieren. Hinter diese Mauer blicken die wenigsten und sich dann in der gegebenen Situation nicht anzupassen, das ist schlicht nicht sonderlich schlau. Eine aufreizende Frau auf der falschen Seite der Mauer fordert von mir, dass ich mich unter Kontrolle habe, dass ich die Mauer überwunden habe, an der sie selbst noch scheitert. “
      Ich könnte mich noch weiter fassen, aber ich belasse es dabei:
      -Frauen „provozieren“ nicht, wenn, dann fühlen sich Männer provoziert. Und dann sind die Frauen nicht das Problem.
      -Frauen müssen sich nicht anpassen. Warum soll ich, wenn es warm ist, keine Shorts anziehen dürfen, nur weil ein paar lüsterne Vollpfosten es nicht auf die Reihe bekommen, ihre Hände bei sich zu behalten? Schuld an einer Belästigung ist die Person, die belästigt.
      -„Die Frau kleidet sich aufreizend, aber ich soll mich im Griff haben? Soll sie sich doch etwas anderes anziehen!“
      Ach, gegen Ende kam mein Zynismus durch, entschuldige. Aber: Die Frau ist nicht die, die an der Mauer scheitert, wenn sie sich um ihre Optik kümmert. Menschen, die ihre Rechte und ihrer Freiraum nicht respektieren, scheitern daran.

      • Antworten

        Andrea

        27. September 2015

        Dein Kommentar lässt mich den sonst so verbreiteten „Like“-Button sehr vermissen, liebe Marie. Danke für deine ausführliche Auseinandersetzung mit deinem Vorredner und dem Thema allgemein. Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Sehr gut gesprochen!

      • Antworten

        Lucie

        27. September 2015

        Ich möchte deine Kommentare abonnieren, Marie!
        Auch ich warte noch sehnsüchtig auf den Mann, der mich endlich für meine Fähigkeiten beim Konturieren und Augenbrauen nachziehen lobt und wertschätzt. Bisher ist er mir leider nicht über den Weg gelaufen. Trotzdem hatte ich schon viele Diskussionen (auch mit Frauen!) darüber, dass ich mich doch im Prinzip nur für die männliche Aufmerksamkeit hübsch mache. Ähm, nee.

        • Antworten

          Marie

          27. September 2015

          Hallo liebe Andrea, liebe Lucie, es freut mich sehr, dass ihr meine ellenlangen Textblöcke und Rants lest und ihnen zustimmt! <3

          Ja, dieses entitlement finde ich ganz grausam. Selbstverständlich gibt es den Druck von der Gesellschaft und die Objektifizierung von Frauen, aber ob einen Kartoffelsack zu tragen nun das Nonplusultra ist, wage ich zu bezweifeln. (Zumal mehr Kleidung nicht bedeutet, dass man vor Übergriffen geschützt ist.)
          Auch keinem meiner männlichen Freunde sind bedauerlicherweise bisher meine Make-Up Fähigkeiten aufgefallen! (Fand ich immer ziemlich schade, wenn ich mal einen guten Tag hatte, und sich an meinen perfekt getuschten Wimpern und Augenbrauen niemand außer mir erfreuen konnte.)

      • Antworten

        Nils

        28. September 2015

        Hallo Marie,
        danke für deinen Input. Ich finde es schade, dass du meinen Kommentar letztlich in Richtung „victim-blaming“ und Frauenfeindlichkeit auslegst. Es war nicht meine Absicht ein Diktat zu schaffen, das Frauen eine Kleidungsnorm vorschreibt. Es war definitiv nicht meine Absicht Frauen Schuld für Sexismus zuzuweisen. Ich dachte, dass ich das schon damit klar gemacht hätte, dass man Männern Unkontrolliertheit vorwerfen muss.
        Ich möchte noch erwähnen, dass ich nicht von Allgemeingültigkeit geschrieben habe, somit auch nicht davon ausgehe, dass es nicht auch Frauen in knapper Kleidung geben kann, die hinter dieses gesellschaftliche Diktat blicken können. Genau so gibt es Männer die sich unter Kontrolle haben. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass viele Menschen nicht sonderlich schlau und reflektiert sind und schon deswegen in mein Beschriebenes Muster passen.
        Es gibt für mich auch einen Unterschied zwischen aufreizendem und knappen Kleidungsstil. Es kann durchaus ins ordinäre abgleiten und dann weiß ich nicht mehr, wie viel Verständnis ich aufbringen muss, eine fast nackte Frau, mit hier und da rausblitzender Unterwäsche als intelligent wahrnehmen zu können. Und um das noch mal zu relativieren: Ich habe noch weniger Verständnis für den Mann, der sich davon ködern bzw. provozieren lässt.
        Und natürlich werte ich das. Mein ganzer Kommentar besteht aus Wertung. Aufgestoßen ist es dir aber scheinbar nur an der Stelle, an der ich das Wort „aufreizeind“ verwendet habe.
        Lass dir auch gesagt sein, dass eine Satzstrukturanalyse à la „alles vor dem ‚aber‘ hat sowieso keinen Wert“ für mein Verständnis etwas zu abgedroschen und reißerisch ist.

        • Antworten

          Marie

          28. September 2015

          Hey Nils!
          Danke für deine Antwort. Es tut mir Leid, falls ich dich missverstanden haben sollte, vielleicht magst du deinen Gedanken sonst noch weiter elaborieren und ausformulieren, damit ich ihn besser nachvollziehen kann. Gemäß der Sender-Empfänger-Schwierigkeiten kann ich ja noch einmal kurz darlegen, ob und wie ich deine Worte verstanden habe, und du kannst mich einfach korrigieren: Eine Frau, die sich knappe Kleidung anzieht und sie in der Öffentlichkeit trägt, tut dies eigentlich, damit sie Bestätigung von Männern erlangt, aber hat dies selbst nicht erkannt und stellt es nicht in Frage. Eine unabhängige Frau hingegen, die diese strukturelle Indoktrinierung durchschaut hat, hat es nicht nötig, sich aufreizend zu präsentieren und unterlässt dies. Ihr Selbstwertgefühl zieht sie allein aus ihrem Intellekt und ihrem Inneren, und sie beschäftigt sich nicht mit ihrer Optik bzw. kümmert sich nicht so um ihr Äußeres, dass es als attraktiv eingestuft werden würde.

          Ich glaube, wir haben einfach eine gänzlich unterschiedliche Betrachtungsweise. Ich stelle keine Vermutungen über die Motive fremder Menschen anhand ihrer Kleidung an. Versteh mich nicht falsch: ich stimme dir aus vollem Herzen zu, dass es viele Menschen gibt, die ihr Verhalten nicht infrage stellen, die sich nicht fragen, warum sie etwas machen, warum sie etwas so einschätzen und machen, wie sie es eben tun, und so weiter. Die gesellschaftliche Strukturen und Dogmen nicht erkennen und nicht hinterfragen, die keine Selbstreflexion betreiben und nicht hinterfragen. Da sind wir uns einig, denke ich. Was wir daraus aber für Schlüsse ziehen, da divergieren unsere Ansichten, und ich weiß nicht, ob wir da auf einen Nenner kommen. Ist aber ja auch nicht schlimm.

          Ich kann ja kurz skizzieren, wie ich meine, dass unsere unterschiedlichen Betrachtungsweisen aussehen. Wenn ich dich richtig verstanden habe, schließt du, wenn du eine Frau in aufreizender oder ordinärer Kleidung siehst, darauf, dass sie diese gesellschaftlichen Konstrukte nicht erkannt hat, die sie dazu bringen, sich attraktiv zu kleiden. Dass sie ihre Selbstsicherheit aus den (positiven) Reaktionen anderer Menschen zieht, die sie in diesem Outfit als begehrenswert empfinden, und es nicht aus sich selbst heraus schafft. (Wie schon oben gesagt, hake gerne ein, wenn ich etwas falsch verstehe.)
          Ich schließe, wenn ich eine Frau in aufreizender oder ordinärer Kleidung sehe,- gar nichts. Und ich denke, dass da unser Unterschied liegt. Ich schließe nichts, aus dem Grund, dass ich diese Person nicht kenne und nichts über sie weiß. Es ist gut möglich, dass dort eine Person lang geht, die sich noch nie gefragt hat, warum sie sich so anzieht, wie sie es eben tut, und die gesellschaftliche Konstrukte noch nie hinterfragt hat.
          Aber ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was diese Person denkt, fühlt, was sie bewegt, was sie hinterfragt und was nicht. Und ihr diese Unmündigkeit zu unterstellen, ist einfach nicht mein Ding. Du schreibst, dass es dir schwerfällt, eine fast nackte Frau als intelligent wahrnehmen zu können, bzw., dafür Verständnis aufzubringen. Da für mich dort kein Zusammenhang besteht, stehen unsere Ansichten schlichtweg in Opposition zueinander. Für mich hat der Kleidungsanteil an einer Frau absolut nichts mit der Einschätzung ihrer geistigen Fähigkeiten zu tun.

          Ich urteile nicht über andere Menschen anhand ihres Aussehens. Wenn ich eine Person auf der Straße begegne, fällt mir selbstverständlich ihr Äußeres auf. Etwas anderes habe ich von ihr ja noch nicht erlebt und weiß nicht mehr über sie, als das, was ihr Aussehen betrifft. Dann kommt aber der Knackpunkt: das war’s. Ich stelle keine Vermutungen an über ihre Persönlichkeit, ihre Intentionen und ihr Privatleben, weil ich es nicht wissen kann. Ich respektiere jede Frau, ganz gleich, wie sie sich anzieht, als was sie arbeitet, etc. Und ich stelle keine Mutmaßungen über ihre Intelligenz an, denn- wie könnte ich? Das steht für mich einfach in keinem Verhältnis zu ihrem Aussehen. Ich schließe nicht auf Dinge, die zwar durchaus möglich sind, die ich aber nicht weiß und überprüfen kann.

          Aber auch- wie kategorisieren wir Kleidung, bzw. ihren sexuellen Reiz? Was ist der Unterschied zwischen einem aufreizendem und einem knappen Kleidungsstil? Gilt da dein Maßstab, was du als ordinär wertest? Oder gibt es da allgemeine Maßstäbe, die man setzen kann? Deine Wertung ist mir selbstverständlich nicht entgangen, ich habe mich nur an dem Wort „aufreizend“ so aufgehängt, weil es ohne jegliche Analyse und Hinterfragung einfach verwendet wurde, als sei es eine allgemeine Prämisse und nicht eine persönliche Einschätzung und Wertung. Ich habe schon breit diskutiert, dass knappe Kleidung auch einen anderen Hintergrund haben kann, als einem Mann zu gefallen, siehe mein letzter Kommentar.

          Ich persönlich finde eine Satzstrukturanalyse nicht verwerflich, schließlich relativiert man in diesem Satzbau die vorhergegangene Aussage. Aber du hast recht, mit germanistischen Plattitüden kommen wir hier nicht voran, und es war vermutlich etwas zu weit gegriffen.
          Liebe Grüße, Marie

      • Antworten

        antonia

        30. Oktober 2015

        Liebe Marie,

        diese Antwort spricht mir aus der Seele! Vor allen Dingen der Teil, dass man sich für sich selbst schön und körperbetont anziehen kann und keinerlei Bestätigung von irgendjemandem sucht! Ich ziehe mich ausschliesslich so an wie ich mich fühle und das nur für mich (auch wenn es meinen Mann miterfeuen kann) und finde es schwierig mit offensichtlichen Flirtversuchen umzugehen, denn ich frage ja nicht danach, nur weil ich gerne körperbetonte Kleidung trage.
        Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag zu diesem guten Blogeintrag!

    • Antworten

      nick

      28. September 2015

      word.

      • Antworten

        Nils

        29. September 2015

        Hallo Marie,
        die Quintessenz die du aus meiner Aussage ziehst und hauptsächlich in deinem ersten Absatz zusammenfast, würde ich nicht unterschreiben. Du meinst mich so verstanden zu haben, dass alle indoktrinierten Frauen Selbstwert ausschließlich durch einen aufreizenden Kleidungsstil erlangen und andere -die auf ihrem Weg der Selbstfindung schon fortgeschritten sind, reflektiert sind- ohne Ausnahme in grauen Säcken durch den Alltag gehen. Letzteres, weil sie verstanden haben, dass aufreizend den Teufel bedeutet.

        Das entspricht nicht meiner Aussage oder Meinung und es tut mir leid, wenn ich da nicht eindeutig genug war. Ich spreche in der Regel von Tendenzen oder Erfahrungswerten, bin aber durchaus in der Lage Schlussfolgerungen nicht auf die Allgemeinheit zu übertragen. Das wäre auch äußerst anmaßend, da die Anzahl der Menschen die ich kenne nichts weiter als ein winziger Teil der Realität ist.

        Letztlich wollte ich auf zwei Probleme aufmerksam machen: Dass erstens Provokation -für meine Begriffe- keine Tugend ist und zweitens ich es als Problem empfinde, dass verschiedenste Mensche ihr Selbstwertgefühl von der Meinung anderer abhängig machen.

        Ich empfinde Provokation, das hervorrufen einer Reaktion auf manipulativer Basis, als abstoßendes Verhalten. Und das unabhängig von allen denkbaren Zusammenhängen. Das heißt trotzdem nicht, dass sie mich in jeder Form auf die gleiche Weise stört. Das lässt für mich auch nicht die Schlussfolgerung zu, irgendwem seinen Kleidungsstil vorzuschreiben. Wir brauchen diesbezüglich auch nicht so zu tun, als gäbe es solche Frauen nicht, die mit ihrem Kleidungstil versuchen zu manipulieren. Und ich tue nicht so, als gäbe es nur solche Frauen.

        Bei zweiterem Problem habe ich gewisse Erfahrungen gesammelt, die mit Menschen in meinem Umfeld zu tun haben. Ich meine dabei erkannt zu haben, dass sich entsprechend reaktives Selbstwertgefühl nicht ausschließlich den Kleidungsstil als Mittel zum Zweck nimmt. Reaktiv bedeutet, dass man sich überhaupt erst darüber bewusst wird, im Mittelpunkt der Wahrnehmung stehen zu können und dass ein ausgelöster und von anderen veräußerter Eindruck für die Bildung eines Selbstbildes herangezogen wird. Als problematisch empfinde ich das dann, wenn das der einzige Weg ist, auf dem eine Person Selbstwert entwickeln kann.
        Und ich glaube, dass aufgrund eines kulturellen Gedächtnisses und dessen Einfluss auf die Rolle der Frau eine Tendenz existiert, dass Frauen häufiger als Männer einer derartigen Selbstwertbildung anhängen.
        Ich befürworte das nicht, ich würde viel lieber dafür sorgen, dass ich das nicht als gegeben empfinden würde, dass so eine Rolle der Frau gar nicht existieren würde, in der sie -tritt bspw. ein Paar zusammen in der Öffentlichkeit auf- nur als Schmuckstück dient.

        Mir ist egal wer provoziert, aber nicht in welcher Form. Ich schreibe mir dennoch nicht die Meinungshoheit zu, eine Skala von knapp bis ordinär zu diktieren. Auch missfällt es mir aufgrund von Äußerlichkeiten zu urteilen. Das sollte es mir nur nicht verbieten, von Tendenzen zu sprechen, die mir so ins Feld meiner Wahrnehmung geraten sind. Es tut mir leid, dass die beiden unabhängigen Probleme von mir scheinbar als fest zusammenstehen und vermutlich als zu schwarz/weiß vermittelt wurden, da dass ja scheinbar als meine Absicht wahrgenommen wurde.

  29. Antworten

    Rabea

    27. September 2015

    Ich habe schon so oft und so viel auf Tumblr zu diesem Thema gelesen und du bringst es einfach auf den Punkt.
    „Man bringt lieber Mädchen bei früher nachhause zu kommen und sich nicht freizügig anzuziehen, als Jungs, dass sie Mädchen nicht vergewaltigen sollen.“(Grob übersetzt)
    Der Satz ist mir im Kopf geblieben.
    Ich denke oft über das Thema nach, einfach weil diese Gesellschaft so viel kack aufeinander aufgebaut hat, dass sowas entsteht.

    Einfach DANKE für diesen Post. Hab ihn schon geteilt :)

    xx Rabea

  30. Antworten

    Stefanie

    27. September 2015

    Danke für diesen mutigen Beitrag! Ehrlich! Deine Aussage ist so verdammt wahr und es ist so traurig, dass ein Großteil der Gesellschaft das immer noch anders sieht. Dieser Post hat mich wirklich berührt <3 Danke dafür.

    x Stefanie
    http://www.thefashionrose.com

  31. Antworten

    selber name

    27. September 2015

    Wenn man keine fliegen will dann schließt man halt den mülltonnendeckel. actio gleich reactio. Bist vllt selber schuld dass du in der schule nicht aufgepasst hast ;)

    • Antworten

      Cleo

      27. September 2015

      zu kurz gedacht. mit deinem vulgären vergleich sprichst du tätern sämtliche menschlichen fähigkeiten ab. denn jeder mensch kann im gegensatz zu fliegen wählen, welche reactio er ausführt.

  32. Antworten

    just an ordinary guy

    27. September 2015

    Hey zusammen,

    dem ist wenig hinzuzufügen. Ich (männlich, 25J) würde mich trotzdem gerne einmal zu so einem Thema äußern.

    „Nein“ sagen, zu Dingen die man nicht möchte. „Nein“ sagen zu Freunden. „Nein“ sagen in welcher Hinsicht auch immer. Für einige unter uns ist dies verdammt schwer, auch wenn es noch so einfach sein sollte. Wir bekommen auf der einen Seite beigebracht, dass wenn wir etwas nicht wollen, dann sollen wir „Nein“ sagen. Auf der anderen Seite wird uns gesagt „Wenn du das nicht machst, dann (…)“. Ob es auf der Arbeit die Kündigung ist oder ob man im Freundeskreis dann als „uncool“ da steht, dass spielt keine Rolle.

    „Wenn du das nicht machst, dann (…)“.

    Jeder war schon einmal in der Rolle, in der er etwas machen „musste“, dass er nicht wollte. Egal wie dramatisch es war oder nicht. Er/Sie tat es nicht aus eigenem Antrieb. Das Problem ist jedoch nicht nur das nicht „Nein“ sagen, sondern auch die Angst dass das „Nein“ nicht akzeptiert wird.
    In meiner Berufsschule war ein Mädchen, dass in Ihrem Betrieb eigentlich nur die Toiletten säubern durfte und hierzu auch nicht Nein sagte/sagen konnte.
    „Was mache ich wenn ich die Arbeit verweigere und dann meine Ausbildung verliere?“
    „Wie geht es dann bei mir weiter?“
    Existenzängste im Alter von 18-23 Jahre, denn ein „Nein“ wird nicht akzeptiert.

    Wir müssen lernen Nein zu sagen und auch ein Nein zu akzeptieren! Wir dürfen Menschen nicht in einem falschen/anderen Licht sehen wenn sie etwas nicht wollen.

    (Soviel dazu, zurück zum Thema)

    „Raise awareness“
    Ich finde es wunderbar, dass es immer mehr Menschen gibt die auf Themen wie diese nochmal aufmerksam machen. Erstmal Respekt hierfür.

    Egal wie sich ein Mädchen/Frau schminkt oder kleidet, es darf NIEMALS ein Grund für jemanden sein etwas ohne das Einverständnis des anderen zu tun. „Wenn ich etwas von jemandem möchte, muss ich fragen. Egal um was es sich dreht. Ich darf es nicht einfordern, denn dass verletzt andere Personen.“ Das wurde mir von meiner Mutter beigebracht und ich habe es auch beibehalten. Damals ging es für mich nur darum, dass ich fragen muss wenn ich von jemanden z.B. einen Keks möchte. Heute verstehe ich, dass mit dieser Aussage viel mehr gemeint war als nur der Keks. Ich muss mich vergewissern, dass das was ich vorhabe nicht dem entgegen steht was mein gegenüber will. Dieses Bewusstsein fehlt leider bei einigen und genau diese Personen versuchen sich das was sie wollen einfach zu nehmen ohne Rücksicht auf Verluste.

    Wir (die Generation „Heute“) müssen unseren Kindern und Mitmenschen klar machen, dass solch ein Verhalten nicht in Ordnung ist.

    Wie gesagt, es gibt dem Beitrag wenig hinzuzufügen. Solche Themen scheinen für den „Durchschnittsbürger“ immer weit weg, sind jedoch überall präsent.
    Schlusswort: Habt keine Angst, sprecht darüber, sucht euch Hilfe bei Freunden, Verwandten, in der Schule egal wo. Man wird euch verstehen. Mehr Leute werden es verstehen als du denkst.

    Danke für den Beitrag

  33. Antworten

    Lena

    27. September 2015

    Ein wahnsinnig gut geschriebener Text, der es so sehr auf den Punkt bringt.

    Ich war damals viel jünger, 10. Bin nichtmal raus gegangen. Hab mit meinen Freundinnen und meinem Cousin „Krankenhaus“ und „Mutter, Vater, Kind“ gespielt. Und irgendwann, wie wir alle da so „krank“ in den Betten lagen wanderte seine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich hatte mir nicht viel dabei gedacht, aber natürlich war es mir unangenehm. Ich fragte leise meine Freundin, ob sie mit mir den Platz tauschen wolle. Warum, das traute ich mich nicht zu sagen. Und dementsprechend tat sie es auch nicht. Ich blieb liegen wo ich war, versuchte mich immer wieder von seinen Händen wegzudrehen. Oder sie vorsichtig wegzuschieben. Mehr tat ich nicht. Und so kam es zu dem Abend, wo er mich bat doch mal ins Badezimmer zu kommen. Er war eigentlich ständig zu Besuch, wohnte nur zwei Häuser weiter. Also war er wieder da, in unserem Haus. Mit meinen Brüdern zwei Zimmer weiter, meiner Schwester drei Zimmer weiter. Was sollst du machen? Du kannst doch nicht Nein sagen, weißt ja nichtmal was er von dir will – dachte ich mir. Und dann ist es passiert. Ich hätte schreien können, Nein sagen können, mich wehren können. Irgendwas! Aber ich habe ihn einfach machen lassen, war unfähig nur eine Silbe über meine Lippen zu bringen. Abgesehen davon, dass ich mit 10 noch gar nicht realistierte was überhaupt gerade passiert. Nachdem er fertig war, mich ein „braves Mädchen“ nannte und das Badezimmer verließ zog auch ich meine Hose wieder hoch und ging zurück zu meiner Schwester ins Zimmer. Auf ihre Frage was wir gemacht hätten zuckte ich nur mit den Schultern und meinte wir hätten geredet.
    Ich behielt es erst für mich, schrieb es aber in mein Tagebuch, noch am selben Abend. Ein paar Wochen später wollten meine Freundinnen wieder unbedingt mit meinem Cousin spielen. Er wäre doch so lustig mit ihm. Ich sagte immer wieder, dass ich keine Lust darauf hätte. Sie verstanden es nicht, also erzählte ich ihnen davon. Erst kam ein raunen, die erschrockenen Blicke auf mir. Und dann fingen sie an zu lachen. Sie glaubten es nicht, warfen mir vor sie anzulügen. „Du hättest außerdem doch Nein sagen können!“ Ein paar Tage später sprachen wir wieder darüber. Sie drängten mich ihnen meinen Tagebucheintrag zu zeigen, und auf unserem Diktiergerät das ganze aufzunehmen. „Einfach nur so, Lena. Komm schon, das wär doch lustig!“. Ich wollte es nicht, aber ich sagte nicht Nein. Also haben wir es gemacht. Sie untermalten meine Stimme mit grunzenden und stöhnenden Geräuschen, so wie ich seine beschrieben hatte. Ich dachte damit hätte sich die Sache erledigt, doch meine Freundinnen spielten die Aufname meiner Tante vor. Die es für einen dummen Scherz hielt, mit ihrem Sohn aber redete und dann mit meinem Dad. Dieser sprach mich beim auswärts Pizza essen darauf an. Monate später. Ich wollte weiß Gott nicht mit ihm darüber reden. Also schwieg ich. Ich habe mich geschämt. Und hatte Angst vor der Reaktion meines Vaters. Und wem würde ich noch davon erzählen müssen? Meiner Mutter, meinen 4 Geschwistern? Nein, das wollte ich nicht. Ich behielt es von da an für mich. Immer mit dem Vorwurf in den Gedanken, dass ich es zugelassen hab. Dass ich nicht Nein gesagt oder mich gewehrt habe. Es war meine Schuld, dass es so gekommen ist.
    Gäb es diesen Tagebucheintrag nicht, so würde ich an dieser Geschichte selber zweifeln. Mit 10 habe ich begonnen es zu verdrängen, alle paar Jahre nur gab es einen Auslöser, sodass ich mich wieder daran erinnerte. Irgendwann wurden die Erinnerungslücken größer. Es muss ein Traum gewesen sein, bestimmt habe ich mir das alles nur eingebildet, sagte ich mir. Aber das habe ich nicht. Jetzt, 10 Jahre später, kann ich mich wieder an jede Einzelheit erinnern. Ich weiß, wie es sich angefühlt hat, wie seine Stimme geklungen hat. Und vorallem weiß ich, dass ich nicht Nein gesagt habe. Und das die Gesellschaft mir deshalb die Schuld an der Vergewaltigung geben wird, die ich mit meinen 10 Jahren ertragen musste..

    • Antworten

      Judith

      27. September 2015

      Das tut mir so Leid. :/

    • Antworten

      Angela

      28. September 2015

      Ich hoffe, deine angegebene E-mailadresse (die übrigens nicht öffentlich ist), ist richtig, habe dir etwas geschrieben. Danke, dass du deine Geschichte hier geteilt hast. <3

  34. Antworten

    Yoyó

    27. September 2015

    Einfach nur ein großes YES! Genauso wie unter deinem anderen Post. Ich find es wahnsinnig toll, dass du darüber schreibst. Es ist wirklich wichtig, den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, dass nicht die Schuld beim Opfer, sondern einzig und allein beim Täter liegen.

  35. Antworten

    Lisa

    27. September 2015

    „My body is a party you’re not invited to, no matter what my dress says.“

    Liebe Angela,

    vielen Dank für diesen großartigen, starken Beitrag und dafür, dass du ein unglaublich sensibles aber wichtiges Thema ansprichst, was in unserer Gesellschaft leider nicht die Aufmerksamkeit findet die es eigentlich nötig hat!

  36. Antworten

    Anne

    27. September 2015

    Angela <3
    Toll aufgezogen, toll ausgesprochen, tolles Statement gesetzt. Für mich passt es, fühlt sich wahr und recht an, trifft meinen Nerv.
    Ich les jetzt mal zuende, das ging nämlich nicht, weil mich erst dieses warme Gefühl für dich, deine Zeilen und Gedanken in der Brust durchflutete und dann mein Wunsch dir das mal so zu sagen aufkeimte und erblühen wollte.
    Das tat er hiermit.
    ich hinterlass dir das Liebste.

  37. Antworten

    Julia

    27. September 2015

    Einer der besten Posts über das Thema seit langem <3 ich liebe Ihn <3

  38. Antworten

    Anonymous

    27. September 2015

    Hammer geiler Beitrag! Bereicherung für meinen Tag, danke! Blöde verkorkste Gesellschaft..

  39. Antworten

    Kathrin

    27. September 2015

    Danke für deinen 1. Beitrag, danke, dass du auch ein zweites Mal Stellung nimmst, und vor allem danke dass du unermüdlich gegen die lächerlichen „zu kurzer Rock“-Argumentationen anschreibst!

  40. Antworten

    Petra

    27. September 2015

    Hallo zusammen.
    Zur ersten Geschichte der Lena: Ob Lena tatsächlich vergewaltigt wurde hängt davon ab, ob es tatsächlich zu diesem Zeitpunkt einen Konsens gab. Hat sie nein gesagt? War sie bewusstlos, was auch ein nein bedeutet hätte oder weiß sie nur nichts mehr? Hat sie ihre Zustimmung gegeben und nicht wiederrufen?
    Die erste Geschichte könnte von Sex im Konsens der bereut wurde oder von einer Vergewaltigung handeln.

    Bei den Kleidung hast du Recht, aber es ist gut, beigebracht zu kriegen, sich aus gefährlichen Situationen fern zu halten, da gilt sowohl für Mädchen als auch für Jungs. Denn obwohl es normalerweise allen beigebracht wird, keine Staftaten zu begehen gibt es Menschen, die sich darüber hinwegsetzten. Es gibt keine rape-culture in Deutschland, es ist Gesellschaftlicher Konsens und Gesetz, dass diese Grenzüberschreitungen sehr sehr uncool sind.
    Noch etwas zu diesem Abschnitt: Wenn ein Mann und eine Frau betrunken nach Hause gehen und mit beidseitiger Zustimmung Sex haben, wer nutzt wen aus? (nochmal: Schlaf ist natürlich keine Zustimmung )

    Liebe Angela, Du hast mit deinem Blogeintrag ein wichtiges Thema angesprochen, und Du hast mit deinem Aufruf das Schweigen zu brechen und kein victim-shaming zu betreiben vollkommen Recht. Ich finde es schade, dass der Eintrag durch Vermutungen (mangelnde Informationen) eine Schuld der Sexualpartner von Lena strikt. Sowas ist im echten Leben gefährlich, eine Vergewaltigung ist ein sehr schlimmes Elebnis für das Opfer, eine falsche Anschuldigung ebenso.
    Warum bist du nicht auf den dritten Fall eingegangen? Ist Vergewaltigung von Männern oder Gleichberechtigung und rechtlicher Schutz von Männern bei Zeugung und Sorgerecht ein zu schwieriges Thema?
    Liebe Grüße
    Petra

  41. Antworten

    Nadin

    27. September 2015

    Da bekommt man eine Gänsehaut, aber es stimmt. Heut zu Tage traue ich mich nicht mal meine kleine Tochter draußen bei heißen Temperaturen nackig grabbeln zu lassen oder mit ihr nur in Windeln raus zu gehen. Es passiert so viel und das ist mehr als traurig. kein Opfer egal ob männlich oder weiblich hat schuld daran, wenn sich jemand an einem vergreift. Unsere Körper gehören uns und nur wir entscheiden was damit passieren darf

  42. Antworten

    Jasmin

    27. September 2015

    Gänsehaut Moment. <3 perfekt geschrieben.

  43. Antworten

    Rica N.

    27. September 2015

    Wow, ich bin wirklich beeindruckt und einfach nur sprachlos. Ich habe von dem Text totale Gänsehaut bekommen und bin froh, dass endlich jemand das Ganze mal umgedreht hat und auf den Punkt gebracht hat. Danke für diesen tollen Beitrag!

    Liebe Grüße ♥
    Rica von iivorybeauty

  44. Antworten

    Marie

    27. September 2015

    Hallo Angela! Uff, ich war ein wenig sprachlos, als ich gesehen habe, dass du mich zitiert hast, und habe mich wirklich gefreut! Obwohl ich deinen Blog schon jahrelang lese, habe ich mich bisher nie zu Wort gemeldet (glaubt man vermutlich nicht, aber eigentlich bin ich im Internet sehr zurückhaltend, haha). Dass du meine Worte gelesen hast, ist für mich eine absurde Vorstellung (internet magic!), aber tatsächlich echt wahnsinnig cool! Ich denke, ich werde vielleicht versuchen, mich auch mal in Zukunft mal zu melden und auch bei weniger ernsten Themen zu kommentieren, denn offensichtlich kann es wirklich etwas Gutes bewirken, wenn man sich mal zu Wort meldet!

    Ich finde es fantastisch, dass du einen Follow-up Post dazu verfasst hast, denn ich habe ebenfalls die Kommentare letzten Sonntag verfolgt und war fassungslos, wie Leute in einem Atemzug dem Opfer die Schuld geben, und Rape Culture verleugnen können. Das Geschehen von letzter Woche tut mir für deine Freundin und dich wahnsinnig Leid. Ich finde es großartig und sehr mutig von dir, dass du diese unangenehme Erfahrung dazu nutzen konntest, über etwas so etwas wichtiges zu sprechen!

    „Denn am Ende seid ihr der Grund, warum ein Vergewaltiger nicht hinter Gittern sitzt. Weil eine vierzehnjährige denkt, die Wimperntusche in ihrem Gesicht sei Schuld daran gewesen, dass sie ihrer Kindheit beraubt worden ist.“ An dieser Stelle habe ich wirklich eine Gänsehaut bekommen. Allgemein großes Chapeau an diesen Text, die Beispiele waren wirklich überzeugend- und leider so gängig.
    Liebe Grüße, Marie

    • Antworten

      Chrissy

      27. September 2015

      marie, du bist herrlich mit deinen kommentaren. fühl dich gedrückt!

      • Antworten

        Marie

        27. September 2015

        Vielen Dank, liebe Chrissy! <3

    • Antworten

      Angela

      28. September 2015

      Ich mag auch danke sagen! :)
      Jedes mal, wenn ich hier was lese und echt nicht mehr weiß, was ich antworten soll – hast du’s getan. Du solltest dir echt mal überlegen, selber zu scheiben. Ich würd’s lesen. Und einige andere hier sicher auch. :)))

      Danke!

  45. Antworten

    Charlie

    27. September 2015

    Danke für den Text.

    Kann hinter alle deiner Aussagen nur viele !!!!!!!!!!! setzten.

  46. Antworten

    FeatherandDress

    27. September 2015

    Ich hoffe du konntest mit diesem Beitrag denen Helfen, wo immer noch schweigen. Und ich hoffe sie wissen, das sie nicht alleine sind. Das die Schuld wo anders liegt. LG

    http://featheranddress.com

  47. Antworten

    Judith

    27. September 2015

    Leider verdammt wichtiges Thema, das du richtig toll umgesetzt hast.
    Die Fotos sind super, der Text ist richtig gut geschrieben. An manchen Stellen hatte ich Gänsehaut, weil ich mich mit den „Charakteren“ identifizieren konnte, aber glücklicherweise noch nie in so eine Situation gekommen bin.
    Hut ab, Angela, dass du deinen Blog um so wichtige Themen erweiterst.

  48. Antworten

    Anonymous

    27. September 2015

    Es ist falsch zu vergewaltigen. Aber man kann es auch vermeiden, indem man nicht säuft wie das letzte Loch, sondern soviel, dass man noch bewusst sagen kann: Lass das! Lass mich! Ich will nicht. Wenn du dich soweit nicht mehr kontrollieren kannst bist du ein bisschen schon selbst Schuld, denn du hast dich nicht dagegen geäußert. Du warst zu willensschwach und in dem Fall betrunken. Das macht die Sache nicht besser, is klar. Aber man muss auch sagen, was man will. Nur wenn es gegen den eigenen Willen ist, ist es eine Vergewaltigung. Und nur, wenn der andere weiß, dass du nicht willst kann man auch davon reden. Wenn du dich nicht äußerst, hat der andere Raum zu interpretieren.
    Es ist für mich schwer vorstellbar, dass eine Schuldzuweisung die Vergewaltigung vergessen macht oder leichter zu verarbeiten.
    Man sollte seinen Kindern zeigen, wie man es vermeidet missverständliche Signale zu geben, und noch wichtiger: Man sollte ihnen erklären, dass man nicht vergewaltigt, sondern nachfrägt was der andere sich wünscht.
    Ich hoffe dennoch, dass du Betroffenen den Mut gibst, dass sie darüber reden können. Das hilft vielleicht mehr als die Schuldfrage zu klären.

    • Antworten

      Cleo

      27. September 2015

      Wer mit jemandem Sex hat, der nicht mal mehr in der Lage ist zu reden, ist ein vergewaltigendes, perverses Arschloch. Da ist kein Interpretationsraum.
      Hast du noch nie zu viel getrunken? Manchmal weiß man eben nicht wie viel man verträgt, das hat nichts mit Willensschwäche zu tun. Niemand ist „ein bisschen selbst Schuld“, da sind keine „missverständlichen Signale“ in so einem Zustand. Da ist ein leichtes Opfer und jemand der sich entscheidet Täter zu sein.

  49. Antworten

    Ein Gast

    27. September 2015

    Ich bin zufällig hierher gekommen. Mit Vernunft ist hier wohl nichts auszurichten, aber versuchen werde ich es trotzdem.

    Es geht und ging nie darum, eine Straftat zu rechtfertigen. Fundamentales Missverständnis. Weder „Lenas“, noch „Nadjas“, noch „Daniels“ Freunde und Verwandte würden sich dafür aussprechen, dass der jeweilige Vergewaltiger (in Daniels Fall Erpresser) ungestraft davon kommt.

    Es geht darum, zu verstehen, dass man Verbrechen eindämmen, aber nicht vollständig verhindern kann. Es geht darum, zu akzeptieren, dass schlimme Dinge geschehen – ob man will oder nicht und egal wie unfair man das findet. Natürlich wäre es wundervoll, wenn wir alle jede Sekunde unseres Lebens sicher und gefahrenfrei leben könnten, völlig egal wohin wir gehen und was wir dort tun. Aber das ist nicht diese Welt. In der Realität kann es für niemanden eine Garantie geben, niemals belogen, betrogen, bestohlen, verprügelt, vergwaltigt oder ermordet zu werden. Aber in Kenntnis dieser Gefahr hat man Einfluss auf sein Risiko. Man kann gesunden Menschenverstand walten lassen, um Situationen einzuschätzen, Gefahren zu erahnen und sich vorzusehen. Oder man stolpert achtlos, ja ignorant durchs Leben und erwartet, von den eigenen märchenhaften Moralvorstellungen beschützt zu werden.

    Wenn du dein Fahrrad über nacht unabgeschlossen am Bahnhof stehen lässt, ist der Dieb der es mitnimmt immer noch ein Dieb.
    Wenn du dein 12 Monate altes Kind ins Löwengehege wirfst, wird der Löwe der es frisst eingeschläfert.
    Und wenn du trotz schlechten Wetters und nach all den Aufbauseminaren immer noch zu schnell durch die Ortschaften heizt, flicken sie dich nach deinem Unfall trotzdem im Krankenhaus wieder zusammen und tun alles, um dein Leben zu retten.

    Aber gottverdammte Scheiße, es ist deine Schuld.
    Also hör auf, aus Frust über deine eigene Blödheit deine Eigenverantwortung abzustreiten und lerne lieber etwas draus.

    • Antworten

      Marie

      27. September 2015

      Hallo Gast!
      Huch, da hast du dir aber ganz schön Luft gemacht, so viel Polemik wäre doch gar nicht notwendig gewesen! Dafür, dass dir Vernunft so wichtig ist, ist es schade, dass du sie offensichtlich selbst nicht innehältst und dich so respektlos gibst. Du schreibst anonym, hast dich anscheinend nicht in das Thema eingearbeitet oder Angelas vorherigen Blogeintrag gelesen, auf dem das Ganze basiert (ich schätze mal, dass du über Facebook hierhergekommen bist). So weit, so schlecht. Nun versuchst du gleich zu Beginn uns alle zu diffamieren, in dem du uns als unvernünftig darstellst, weil wir auf unsere Grundrechte bestehen und für Verletzung dieser durch andere Personen nicht beschuldigt werden wollen. Hast recht, alles sehr unvernünftig hier! Gott sei dank bringst du die Erleuchtung.

      Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen könnte, denn offensichtlich mangelt es dir an Empathie, Fachwissen, und ich glaube nicht, dass du hier bist, um deinen Horizont zu erweitern und eine offene Diskussion zu führen, sondern nur um kurz deine Meinung dazulassen, und uns alle als naiv abzutun. Ich mache es dennoch. Es ist schließlich Sonntag. Da passieren doch mal Zeichen und Wunder.

      -„Es geht darum, zu akzeptieren, dass schlimme Dinge geschehen – ob man will oder nicht und egal wie unfair man das findet.“ Uff, dies zeigt immerhin gleich, dass du das Kernthema überhaupt nicht erfasst hast. Selbstverständlich passieren schlimme Dinge. Einem werden immer schlimme und gute Dinge passieren, das ist das Leben. Wenn jemand Geliebtes stirbt, ist das schlimm. Wenn man beim Jobinterview für den Traumberuf scheitert, ist das schlimm. Manchmal schnappt einem jemand das große Stück Torte vor der Nase weg. Man hat keinen Einfluss auf das Universum, unfaire Dinge werden einem im Leben widerfahren, das hat hier niemand geleugnet und das ist, ehrlich gesagt, kein Stück der Punkt, um den es hier geht.
      Die Frage ist, was für schlimme Dinge? Es geht darum, dass einem manchmal schlimme Dinge (sexuelle Übergriffe etc.) widerfahren, für die man später selbst verantwortlich gemacht wird (Stichwort: victim blaming). Also nicht, dass allgemein etwas unfaires passiert. Sondern darum, dass ich später unschuldig dafür verantwortlich gemacht werde. Denn nein, das werde ich niemals akzeptieren. Ich werde es niemals akzeptieren, dass jemand meine Rechte verletzt, und ich mich später dafür rechtfertigen muss und mir die Schuld zugewiesen wird. Darum geht es hier. Hättest du Vernunft besessen und Geduld gehabt, hättest du das Thema vielleicht verstanden.

      -„In der Realität kann es für niemanden eine Garantie geben, niemals belogen, betrogen, bestohlen, verprügelt, vergwaltigt oder ermordet zu werden. Aber in Kenntnis dieser Gefahr hat man Einfluss auf sein Risiko. Man kann gesunden Menschenverstand walten lassen, um Situationen einzuschätzen, Gefahren zu erahnen und sich vorzusehen. Oder man stolpert achtlos, ja ignorant durchs Leben und erwartet, von den eigenen märchenhaften Moralvorstellungen beschützt zu werden.“ Das ist leider wahr. Man hat keinen Einfluss darauf. Aber wieder, es geht hier um die Schuldfrage. Ich frage mich, ob du diese Argumentation auch bei anderen Verbrechen anwendest.
      „Bei mir wurde ins Haus eingebrochen, und alles geklaut!“ – „Na ja, du hattest Kenntnis über diese Gefahr und Einfluss auf das Risiko. Du hättest deinen gesunden Menschenverstand walten lassen können, um die Situationen einzuschätzen, Gefahren zu erahnen und dich vorzusehen. Warum besitzt du auch Wertgegenstände…?“
      Findest du das nicht absurd?

      -„Aber gottverdammte Scheiße, es ist deine Schuld. Also hör auf, aus Frust über deine eigene Blödheit deine Eigenverantwortung abzustreiten und lerne lieber etwas draus.“
      Warum ist es meine Schuld? Warum soll ich Schuld sein, wenn mir jemand sexuelle Gewalt antut? Warum soll ich Schuld sein, wenn mich jemand vergewaltigt? Um noch einmal auf Angelas Bild zum Text einzugehen (es war auf englisch, ich werde es für dich übersetzen):
      „Dinge, die Vergewaltigungen verursachen:
      ( ) flirten
      ( ) mein Outfit
      ( ) zu viel getrunken
      (x) VERGEWALTIGER“

      • Antworten

        Tim

        27. September 2015

        naja der Vergleich mit dem Einbruch ist auch nicht gerade genial. „Warum hast du auch Wertgegenstände“?… Naja die bessere Antwort wäre gewesen: Warum hast du auch keine Alarmanlage oder andere Sicherheitsmaßnahmen?
        Ich will den werten Gast hier nicht etwa verteidigen, aber ich versuche seine These etwas präziser zu beschreiben.
        Gehen wir mal davon aus, dass du zufällig in einer Bar/Club mit einem Kerl redest, der tatsächlich „Vergewaltiger“ ist. (einer von Gott sei Dank sehr sehr sehr wenigen)
        Die Wahrscheinlichkeit, dass er dir tatsächlich etwas antut hängt möglicherweise tatsächlich von dem ab was du anhast und wie du dich ihm gegenüber verhältst. (so habe ich zumindest den Beitrag mit dem unabgeschlossenen Fahrrad verstanden.) Selbstverständlich bist daran nicht du Schuld.
        Dennoch wäre Vorsicht möglicherweise besser als Nachsicht.
        Niemand wird euch verbieten was ihr anzieht oder euch vorschreiben wie ihr euch verhalten sollt, aber wenn ihr durch einen unglücklichen Zufall auf einen Vergewaltiger trefft, dann könnten diese Umstände einen Unterschied machen. Das ist auch das was Nadja’s Mutter ihr vorwerfen würde. Mal ganz davon abgesehen, dass keine Mutter ihrer Tochter in einer solchen Situation diese Dinge sagen würde.

        Zum Schluss will ich nur sagen, dass auch ich über Facebook hierhergekommen bin und dass auch ich das ganze Thema nur überflogen habe.

        Schönen Sonntag noch Tim

        • Antworten

          Marie

          27. September 2015

          Guten Abend Tim!
          Ja, das hast du vermutlich recht. Es ging mir nur darum, ein überspitztes Beispiel zu nennen, was in dieser Form nicht auftreten würde. Bei vielen Verbrechen wird das Opfer nicht beschuldigt, aber bei sexuellen Delikten wird immer in Betracht gezogen, dass es Schuld hat, darum ging es mir(Stichwort: victim blaming). Vielleicht ist es mir nicht gut gelungen, das darzustellen, entschuldige! Es ging mir darum zu zeigen, dass zum Beispiel(!) bei einem Einbruch den Geschädigten nie von völlig unbeteiligten Personen kritische Fragen gestellt werden wie „Warum hattet ihr auch Gegenstände von Wert im Haus? Seid ihr auch ganz sicher, dass es nicht euer Fehler war und ihr das provoziert habt?“, sondern den Opfern in der Regel mit Respekt und Mitgefühl begegnet wird. (Dies bedeutet natürlich nicht, dass nicht die Versicherung oder so kritische Fragen stellt- aber das ist hier auch nicht der Punkt und es ist, wie gesagt, nur ein blödes Beispiel.)

          Leider sind Vergewaltiger nicht so selten, wie man glauben möchte, da es in Deutschland neben den angezeigten Übergriffen auch noch eine sehr hohe Dunkelziffer gibt. Aber das ist hier nicht das Thema.
          Ein Vergewaltiger sucht sich sein Opfer nach den Umständen aus, und das ist nicht unbedingt die Kleidung. Während einige in dunklen Straßen darauf warten, ein Opfer zu erwischen, sind einige offensiv und flirten in der Bar mit ihrem Opfer, während sie ihr k.o.-Tropfen ins Glas schütten. Da hat die Rocklänge nichts mit zu tun. Wobei ich aber ehrlich gesagt nicht genau weiß, wonach Vergewaltiger gehen und sich ihr Opfer aussuchen, ich weiß nur, dass es mit Machtaneignung zu tun hat.

          Außerdem, wie gesagt, geht es darum, dass Angelas Texte davon handeln, dass sie nicht will, dass jemand ohne Einverständnis sie anfasst, und dass das so eine Diskussion wert ist, ist mir ehrlich gesagt unbegreiflich.
          (Ich hoffe, dass der Gast nicht das unabgeschlossene Fahrrad als Metapher für eine Frau gemeint hat, das wäre wirklich unfassbar.)

          Es ist nicht schlimm, über Facebook aufmerksam geworden zu sein, das wollte ich nicht ausdrücken. Ich betrachte es nur kritisch, wenn Leute ohne jegliche Recherche, ohne Ahnung und ohne Empathie einfach hierher platzen und ohne Blick nach links und rechts ihre Meinung kundtun, ohne sich damit beschäftigt zu haben. Das ist Gift für jeden konstruktiven Gedankenaustausch.
          Liebe Grüße, Marie

          • Anna

            28. September 2015

            Hallo Marie,
            erst einmal danke für deine Beiträge. Ich habe letzte Woche auch mit kommentiert und ich muss sagen, ich kann die Gedanken von „Ein Gast“ nachvollziehen. Ich finde, es geht einher selbst vernünftig zu sein und sich, egal, in welcher Lebenslange zu versuchen zu schützen. Ich finde den Satz sehr richtig, dass man akzeptieren muss, dass Verbrechen geschehen. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass das Opfer Schuld ist. Wir bringen unseren Kindern bei nicht bei Fremden ins Auto zu steigen, nicht nachts draußen rum zu laufen, je älter sie werden, nicht zu viel zu trinken, zu wissen wie man nach Hause kommt. Nicht, weil man sonst selbst Schuld wäre, sondern als Vorsichtsmaßnahme für ungewollte Dinge. Ich betrinke mich bspw. im Club nicht bis zur Besinnungslosigkeit, weil ich Angst hätte betrunken vor ein Auto zu laufen, wie es einem Bekannten vor Jahren passierte. Ich hoffe, diese Art der Vernunft ist hier gemeint. Dennoch (!) ist es indiskutabel, dass Menschen dich ohne deine Zustimmung anfassen. Und es ist wichtig und richtig immer wieder zu betonen, dass niemand dazu ein Recht hat.

          • Peter

            28. September 2015

            Wenn du deine Fensterscheibe am Auto offen lässt und die Polizei sieht es musst man übrigens Strafe zahlen .. weil man sein Auto nicht Ordnungsgemäß gesichert hat nur btw. Weil ich grad gelesen habe dass dem Opfer keine Schuld gegeben wird wenn etwas geklaut wird. Mir so passiert. Har aber nix mit dem restlichen Kontext zu tun nur als Info für dich.

        • Antworten

          Anonymous

          28. September 2015

          Hallo Tim! :)
          Ich wollte nur noch einmal etwas zu dir anmerken:
          Du meintest doch, dass die Frage eher wäre, wieso man keine Alarmanlage hätte und nicht wieso man Wertgegenstände besitze. Ich glaube, dass die Alarmanlage bzw das Sicherheitssystem genau das „Nein“ ist, was dann den Sex eben zur Straftat macht. Die geschlossene Haustür, die verhindern soll, dass eben wertvolle Gegenstände gestohlen werden. Manche Häuser sind mehr gesichert und manche Mädchen können sich eben besser wehren. Einige Häuser haben vielleicht super gesicherte Anlagen und manche Opfer können Kampfsport. Aber andere können das nicht. Außerdem kann auch trotz guten Sicherheitssystem eingebrochen werden, wenn die Täter schlau genug sind…
          Ich hoffe, du verstehst was ich dir damit sagen wollte, ich bin grade selbst ein wenig verwirrt mit den ganzen Metaphern :D

          Es ist auf jeden Fall ein großartiger Denkanstoß Angela, Danke dafür!
          Liebe Grüße, Jojo <3

          • Marie

            29. September 2015

            Hallo Anna, hallo Peter, hallo Anonym, und hallo an die, die das sonst noch lesen oder kommentieren wollen,
            ich bin mittlerweile das große Diskutieren ein wenig müde und werde nur noch kurz meine Position darlegen. Ich glaube nicht, dass wir auf einen Nenner kommen werden, ich bin vermutlich noch zu jung und zu idealistisch, um in Lethargie zu verfallen und Dinge geschehen zu lassen. Ich möchte, dass die Rechte von Menschen akzeptiert werden. Das ist eigentlich alles. Die Kontroverse, die durch meine Worte entfacht wird, ist mir ein wenig unheimlich.

            Ich finde es nicht richtig, dass man akzeptieren muss, das Verbrechen geschehen. Ich rede hier aber wie schon erwähnt nicht davon, dass ich davon ausgehe, ohne jeglichen Schmerz und Ungerechtigkeiten durch das Leben zu gehen, aber gewisse Sachen und gewisse Verbrechen möchte und will ich nicht akzeptieren. Mir ist klar, dass ich sie viel zu häufig werde hinnehmen müssen, schließlich kann ich in den seltensten Fällen etwas tun. Aber akzeptieren, nein. Ich lebe in dieser Welt. Meine Freunde, meine Familie. Vielleicht setze ich eines Tages Kinder in diese Welt. Ich möchte niemals, dass meinem Kind so etwas passiert, und ich lesen muss, dass ich so etwas zu akzeptieren habe. Es gruselt mich schon jetzt. (Ich hoffe, dass jedem hier klar ist, dass ich mich nicht über ein geklautes Fahrrad echauffieren möchte, sondern über sexuelle Gewalt- und einen Vergleich zwischen diesen beiden Sachen empfinde ich als ausgesprochen skandalös.)

            Viele von Angelas Leserinnen haben ihre persönlichen Geschichten hier geteilt, ich hoffe, dass sich keine von ihnen die Worte zu Herzen nimmt und denkt, dass sie so etwas hinnehmen muss, „weil so etwas eben geschieht“. Dass Frauen vergewaltigt werden, scheint für viele unvermeidbar zu sein. Ich denke, hätte Angelas Text von zum Beispiel Kindern gehandelt, würden sich Leute scheuen, Vorwürfe wie „Provokation“ zu rufen und schulterzuckend zu sagen, dass solche Sachen eben passieren, und dass eine Welt ohne Verbrechen utopisch ist. Ich denke, kaum jemand möchte akzeptieren, dass Verbrechen an Kindern eben geschehen. Und ich möchte dies bei Frauen eben auch nicht tun.
            Das Verbrechen, auf das ich häufig hingewiesen habe, ist nicht nur der sexuelle Übergriff, der stattfindet, sondern eben das anschließende Stigma und das Victim Blaming.

            Anna, deiner Art von Vernunft kann ich mich durchaus anschließen und ich finde sie sehr einleuchtend. Nur ist offensichtlich hier für viele „Vernunft“ gleichzusetzen mit „Verhüllen“, „nichts zu provozieren“, und- ach, das kann man ja alles nachlesen. Sich zu schützen bedeutet hier häufig, dass man sich davor schützen solle, ein Opfer zu werden. Hat man sich nicht genug geschützt und war nicht vorsichtig genug, hat man es scheinbar verdient und das Schicksal herausgefordert. Häufig wird hier für das Verbrechen die Schuld bei dem Opfer gesucht, und dem widerspreche ich einfach vehement. (Wer sich mit dieser Aussage nicht identifizieren kann, soll mir bitte nicht schreiben- wir werden uns nicht einig werden.)
            Die Schuld für ein Verbrechen trägt der Täter. Nicht das Opfer. Boom! So radikal bin ich.

            Peter, danke für diese Erkenntnis, das wusste ich tatsächlich nicht! Das Ganze hat aber wirklich kaum etwas mit dem restlichen Kontext zu tun. Zumal ich diesen ganzen Fahrzeug-Metaphern wie unabgeschlossenem, geklauten Fahrrad, dem Einbruch in ein Auto etc. als Pendant und Vergleich für eine Vergewaltigung wirklich kritisch gegenüber stehe. Die jeweils Betroffenen werden nicht annähernd dasselbe erleben und ebenfalls nicht annähernd dieselben Folgen tragen.

            Ich formuliere mein Anliegen einfach kurz und knapp:
            -Frauen sind Menschen mit Rechten, und sie sollen auch wie solche behandelt werden,
            -Es ist wünschenswert, dass sie möglichst ohne sexuelle Gewalttaten an ihnen durch das Leben gehen können
            -Oder, wenn ihnen etwas passiert, dass sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie das Opfer sind.
            Das ist eigentlich alles.
            Liebe (und müde) Grüße, Marie

  50. Antworten

    Anonymos1988

    27. September 2015

    Mal vorweg: Ich find das einen super Beitrag, weil nurmal jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist und auch Männer somit mit jeglichen Reizen ihrer Umgebung umgehen können sollten! Und vor allem sollte niemand das Leben seiner Mitmenschen vermiesen , weil er sich nicht unter Kontolle hat.

    Aber mit dieser Aussage komm ich absolut nicht klar:
    „Ich wünsche mir, dass ein Mann, wenn er die Hand auf einen Oberschenkel legt, fragt, ob es in Ordnung ist.“

    Aber Frauen im Allgemeinen erwarten oft, dass ein Mann festentschlossen ist und genau weiß was Frau will! Da kann man doch das Mädchen nicht fragen, ob es denn OK ist, wenn man die Hand auf deren Oberschenkel legt!?
    Ihr Unwohlsein ohne Worte zu erkennen wäre ideal. Ob man eine solch hohe Menschenkenntnis bei allen sozialen Hintergründen erwarten kann, ist allerdings fraglich.

    Ich glaube nicht, dass du so genau weißt was du willst! Diese ganze sensible Prinz-Nummer gibts nur in Märchen und auf Blogs, ich wette die Realität sieht auch in deinem (Nacht)leben anders aus!

  51. Antworten

    Julia

    27. September 2015

    Liebe Angela,
    Ich danke dir sooo sehr für diesen Beitrag! <3
    Mir sind schon mehrmals Dinge widerfahren, die ich so absolut nicht wollte (Nacktfotos wurden ohne mein Einverständnis weiterverbreitet, "wenn du nicht mit mir schläfst, mache ich dieses und jenes nicht für dich", Kondom mitten im Akt einfach entsorgt, ohne mein Einverständnis anal eingedrungen), und ich musste mich schon unheimlich oft dafür rechtfertigen, wieso ich mich denn nicht gewehrt hätte. Wieso ich nicht deutlich und oft genug "nein" gesagt hätte, bis der Andere aufhört… Und du triffst das alles so gut auf den Kopf.
    Man steht in solchen Situationen einfach unheimlich unter Schock. Beispiel die Situationen wo das Kondom einfach entsorgt wurde oder einfach ohne überhaupt zu fragen anal eingedrungen wurde… Sowas halten Leute, denen das nie passiert ist, gerne für "Pipifax", "anderen passieren viel schlimmere Sachen, sei froh, dass es bei dir nur das war", doch dabei vergessen diese Leute, dass jeder Mensch unterschiedlich sensibel auf Grenzüberschreitungen reagiert.
    Ich lag irgendwann einfach nur wie gelähmt da. Ich wollte schreien, so laut wie ich nur kann, aber ich konnte einfach nicht. Es ging einfach nicht. Ich wollte um mich schlagen, ihn von mir stoßen. Aber ich konnte nicht. Ich hab angefangen zu weinen und er hat trotzdem weiter gemacht.
    MIR (bzw. dem Opfer generell) am Ende die Schuld daran zuzuschieben ist mit das Schlimmste, was irgendjemand tun kann…

    Daher: danke, dass du für uns alle sprichst. Du bist ein wunderbarer Mensch. <3

  52. Antworten

    GradGedacht

    27. September 2015

    Dankeschön für diesen Post und die Kommentare – Marie du bist wundervoll!

    • Antworten

      Marie

      27. September 2015

      Vielen lieben dank, Marie! <3 (uh, Namenzwilling! :D)

      • Antworten

        Paula

        28. September 2015

        Marie- jetzt auch mal von mir. Ich liebe deine Kommentare.Du hast ein großes Talent und bleibst dabei trotzdem auf irgendeine Weise den Leuten mit dem Brett vorm Kopf nüchtern gegenüber.Behalt dir das bei – und vielleicht hast du ja wirklich Lust einmal selbst einen Blog zu schreiben.Ich würde ihn täglich lesen, genauso wie Angelas.
        Liebste Grüße Paula

        • Antworten

          Marie

          29. September 2015

          Hallo liebe Paula! Vielleicht werde ich in Zukunft so etwas tatsächlich mal angehen, das klingt in jedem Fall nach einem spannenden Projekt. Ich hätte aber auch ehrlich gesagt gar nicht gedacht, dass meine Aussagen so kontrovers diskutiert werden und auf so viel Widerspruch stoßen. Ich finde meine Aussagen gar nicht furchtbar radikal und weltfremd oder meine Forderungen unmöglich- ich möchte, dass Frauen wie Menschen mit Rechten behandelt werden, dass sie möglichst ohne sexuelle Gewalttaten an ihnen durch das Leben gehen können, oder, wenn ihnen etwas passiert, dass sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie das Opfer sind. Wirklich beängstigend, dass das so eine krasse Aussage zu sein scheint. Vielen herzlichen Dank für deinen Zuspruch!
          Liebe Grüße, Marie

  53. Antworten

    J

    28. September 2015

    Hallo Angela,

    ich kann dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass du diesen Post geschrieben hast.
    Ich lese normalerweise deinen Blog nicht, was aber daran liegt, dass ich generell keine lese; ich bin froh, dass du über dieses Thema spricht, ich bin verdammt froh, dass überhaupt jemand mal darüber spricht. Es wird leider viel zu oft totgeschwiegen.
    Ich habe schon zu oft gehört, dass Vergewaltigungen oder sexuelle Übergriffe ohne Zustimmung des Opfers, oftmals von diesen selbst provoziert wären. Ich kann nicht verstehen wie man sowas sagen kann. Ich meine wir leben im 21. Jahrhundert und Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Und wenn mir im Sommer heiß ist, möchte ich nunmal eine kurze Hose anziehen, genauso wie Männer es auch tun können. Das hat nichts damit zu tun, dass ich sexuelle Reize aussenden will oder zeigen möchte, dass ich für alles offen bin. Genauso möchte ich einfach auch mal im Kleid oder im Rock durch die Straßen laufen ohne die ganze Zeit angestarrt oder dumm angemacht zu werden. Ich muss meinen Körper nicht verstecken, ich kann anziehen was ich möchte, denn das ist mein Recht, aber es ist keine Einladung mich zu berühren. Ich trage gewisse Sachen, damit ich mich persönlich besser fühle und mich selber hübsch finde, ich mache es für mich selbst, nicht für irgendeinen Mann. Und ich kann auch Alkohol trinken, natürlich ist es nie gut sich hemmungslos volllaufen zu lassen, doch solch eine Situation dann auch noch auszunutzen, ist in meinen Augen unmenschlich und echt widerlich. Ich frage mich, was Menschen veranlasst so zu sein, wie kann man jemanden so ausnutzen, ohne auch nur einen Gedanken darüber zu verschwenden, was das für den Betroffenen bedeutet? Und wie kann die Gesellschaft dulden, dass kurze Röcke, Schminke oder Alkohol als Ausreden für ekelhaftes Verhalten gelten? Nichts, absolut gar nichts, kann angrapschen oder Schlimmeres entschuldigen. Bitte, wir müssen aufhören uns einzureden, dass wir daran schuld sind, Mädels! Danke, danke, danke nochmal für diesen Post und die ganzen Kommentare und alles, das zeigt, dass wir alle nicht alleine sind.

  54. Antworten

    Jean-jacques

    28. September 2015

    What if it is a raspberry-tiramisu? Still not asking for it? I would.

    On a more serious note: verstehe die diskussion nicht, sollte doch menschlich eindeutig sein. Allerdings gibt es leider auch fälle, in denen falsche vergewaltigungsvorwürfe Menschen ruiniert haben. Delikates thema in viel zu viele richtungen, in denen oft in einzelfällen falsch reagiert wird. Aber ist eine der krassesten thematiken. Das ganze ist so vielschichtig problematisch und gleichzeitig sollte es doch eindeutig einfach sein. Leider ist dem niet so aus unterschiedlichsten gründen. Denen können aber aufzählungen von einzelfällen leider nicht gerecht werden.
    Sieht man auch an einigen kontroversen kommentaren.

  55. Antworten

    timo

    28. September 2015

    Sehr interessantes und vor allem wichtiges Thema. Auffallend ist, dass die Kommentare von männlicher Seite alle eher contra und die der Damen pro Autorin sind. Woran liegt es? Die Erklärung ist vielleicht naiv oder simpel: Männer und Frauen denken anders, interpretieren anders und reagieren (überreagieren) anders, weil die Wahrnehmung einer Situation einfach eine andere ist.

    Frauen können anziehen was sie wollen, Männer ebenso. Wenn es im Sommer heiß wird ziehen Männer Short an und Frauen tragen Röcke oder „Hotpants“. Nun frage ich mich als Mann, ob es der Bequemlichkeit dient wenn Frauen von Jahr zu Jahr und immer jüngeren Alters die kürzer werdenen Hotpants anziehen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Hotpants bei denen heutzutage die halbem Pobacken raushängen bequemer ist als eine normale. Wenn die Bequemlichkeit im Vordergrund stehen würde, sollten doch ganz normale Shorts reichen oder steht möglicherweise die Attraktivität doch im Vordergrund? Generation um Generation von Frauen möchte die vorherige Generation im Sinne der „Sexyness“ übertreffen um den stetig wachsenden Konkurrenzdruck um Aufmerksamkeit nachzukommen – oder bloß weil es bequemer ist ständig die Schmaler werdende Hose aus der Arschritze zu ziehen? Manchmal wirkt es fast verleumderisch wenn ich Frauen oder Mädchen sagen höre:“ ich schminke mich für mich selbst, ich ziehe Leggings aufgrund der Bequemlichkeit von 01.01-31.12 an, ich will keine Aufmerksamkeit von Kerlen ich mach das für mich.“ …. Menschen sind primitive Wesen deren innerer Trieb und Zweck einzig und allein der Fortpflanzung dient und demnach Kleidung, Schminke usw NUR der Attraktivität und Aufmerksamkeit von außen dienen. ( Männer betreiben ja auch Sport und ziehen sich „gut“ an um Frauen zu gefallen aber sie geben es zu ). Bevor jetzt hier Kommentare von wegen:“ ich schminke mich wirklich nur für mich sellbst!“ kommen, denkt doch einfach mal über die Geschichte des Rasierens nach…früher hat es niemand gemacht und heutzutage wissen die Kerle schon gar nichts mehr von der Körperbehaarung einer Frau. Sind daran die Frauen Schuld oder die Männer? Niemand ist daran Schuld außer die/derjenige der sich diesem Druck unterwirft. Virgin waxing ( waxing im Vaginalbereich für 8-12 jährige) wird seit Jahren in Brasilien angewandt und wandert nach Europa, sind das nun die Väter oder Mütter die ihre Töchter dahin schicken? Jedes Mädchen fängt irgendwann an sich zu schminken, weil es in ihrem Umfeld merkt die geschminkten Mädchen bekommen mehr Aufmerksamkeit also schminkt es sich selber weil es sonst von der Gesellschaft als uncool bzw überhaupt nicht wahrgenommen wird aber wahrgenommen werden möchte (wie jedes menschliche Wesen) und sich somit anfängt zu schminken um den anderen gerecht zu werden. Mit 16,17,18 beginnt man dieses Verhalten zu reflektieren und schminkt sich wieder weniger weil man dann genug Selbstbewusstsein hat und weiß wie unwichtig Schminke eigentlich ist und das eine Frau keine Schminke braucht um selbstbewusst zu wirken…dennoch vergleichen sich Frauen naturgemäß stärker untereinander und nutzen Schminke als Abhebungsmerkmal weil sie sich erst dann komplett fühlen.Frauen kritisieren den öffentlichen Druck dauernd schön sein zu müssen, statt entgegenzuwirken fördern sie ihn aber extrem wodurch meiner Meinung nach die Gleichberechtigung von Mann und Frau so weit von einander entfernt ist wie noch nie. Die Gleichberechtigung im beruflichen Sinne ist nicht gemeint.
    Um mal langsam zum Thema zu kommen…Menschen sind nicht Schuld wenn sie von anderen Menschen vergewaltigt werden. Victim blaming ist auch eine Schande weil es die Taten des Täters in gewisser Weise unterstützt. Ich finde es aber auch nicht korrekt zu sagen, dass das Opfer gewisse Situationen herbeiführt. Was ist die Intention einer Frau die ultrakurze Hotpants/Röcke trägt bei der ihr Arsch rausschaut oder man vorne ‚alles‘ sieht weil sie so eng und kurz ist? Tut sie das, weil es unglaublich warm ist und man sonst schwitzen würde? da es nicht um Aufmerksamkeit geht kann man auch keine normale kurze Hose anziehen, richtig? Männer tragen auch keine Hosen wo ihre Eier raushängen oder ein behaarter Hintern….auch wenns vllt bequemer ist ;) Eine Frau denkt sich bei solcher Kleidung es würde nur um die Vermeidung von Hitze gehen….wenn ein Mann so etwas sieht, denkt er überhaupt nicht daran, dass es um Hitze geht. Ein Mann denkt sich, dieses Mädchen zeigt die Hälfte ihres Hinterns (durch Analsex ist der Hintern ist ein indirektes Geschlechtsteil) und geht von ihrer Bereitschaft zum Sex aus. Affenweibchen präsentieren ihre Hintern auch um das Männchen zu provozieren wie viele andere Tiere auch und der Mensch ist nunmal nichts anderes aber behaupten ständig unsere Triebe sind nicht Auslöser unserer Aktionen. Leggings sind ja nicht grundlos allgegenwärtig. Die Betonung nackter Haut bzw der Geschlechtsteile ist für uns primitive Männer also IMMER ein Auslöser für sexuell orientiere Gedanken und in Zeiten von shades of grey und allgegenwärtiger Suche der Frauen nach harten Männern nehmen sich Männer eben das was sie erregt. Wie viele von euch bevorzugen denn in Wahrheit den harten Kerl, das bekannte Arschloch? Jeder weiß, dass Frauen auf Arschlöcher stehen und es mögen einfach nur genommen zu werden. Woher soll man nun wissen, dass er ausgerechnet nicht derjenige ist bei dem sich die Frau in Wahrheit wünscht einfach gegen die Wand gepresst zu werden um sie zu küssen und wer von den Frauen möchte da vorher gefragt werden?
    Mir fallen auch viele Gespräche mit Mädchen in der Schulzeit oder Uni ein, die genau wissen und zugeben bei bestimmten Lehrern oder Proffessoren einen tiefen Ausschnitt anziehen zu müssen….hat es etwas mit Bequemlichkeit zu tun oder doch wieder dem tiefverwurzelten Wissen durch das Spielen mit sexuellen Reizen Macht auszuüben?
    Die meisten Vergewaltigungen haben nichts mit Kleidung oder Geschlecht zu tun, sie passieren weil kranke Menschen kranke Neigungen haben oder Macht demonstrieren wollen, ein kleiner Teil von Vergewaltigungen ist aber selbstverschuldet und davon kann sich absolut niemand freisprechen nur um das Gewissen zu beruhigen. Wenn ich besoffen bin und kotze ist das meine Schuld und bereue es am nächsten Tag. Wenn ich mit einem Mädchen ( beide besoffen ) Sex habe kann man es am nächsten Tag auch bereuen. Wie einfach machen es sich Mädchen und manchmal auch Kerle anschließend zu sagen sie wären vergewaltigt worden weil sie merken, ihre EIGENEN Moralvorstellungen in der letzten Nacht missachtet zu haben und sich deswegen aus Scham in eine Welt flüchten und so tun als wenn sie es nicht gewollt haben da ihre eigene Moral normalerweise gegen ein One night stand spricht und sie dieses nun innerlich vertreten müssen. Einfachste Möglichkeit dies zu tun, indem man so tut als wenn man es nicht gewollt hat. Ich spreche hier nicht von Vergewaltigungen die bei vollem Bewusstsein gegen den Willen eines Menschens passiert sind.

  56. Antworten

    timo

    28. September 2015

    Ich hoffe ich habe mit diesem Beitrag niemanden verletzt auch wenn einige Äußerungen etwas krass waren. Würde mich über konstruktive Kritik freuen und ich mit dieser Einschätzung total daneben liege oder die ein oder andere diese Gedanken teilt.

  57. Antworten

    Maxi

    28. September 2015

    Woooow, zum ersten : Respekt für diesen offenen, ehrlichen und zu 100 % wahren Beitrag!
    Wer von uns hat nicht zumindest schon mal die Worte „zieh dir mehr an, so gehst du mir nicht auf die Straße, sonst wirst du noch weggefangen“ gehört.
    Mein Papa hat diese, in meiner früheren jugend, öfters benutzt. Natürlich wollte er mich nur schützen und doch lösen sie bei jungen Mädchen schon den Gedanken aus „wenn ich wenig anhabe, bin ich attraktiv“ – also ziehen sie sich bei der nächsten Party noch weniger an, um den Typen zugefallen den sie toll finden. Im endeffekt landen sie aber bei irgendeinem Schwein dass sie angrabscht und der erste Gedanke ist dann “ Papa hatte recht, ich hätte mehr anziehen sollen, ICH BIN ALSO SELBER SCHULD“.
    Das Alles ist föllig falsch und villt sollten,besonders bei diesem Punkt, Eltern eine völlig andere „Aufklärung“ vornehmen statt nur zusagen „wenn du dies und das machst, dann …“

    Großes Lob an dich, dass du dieses Thema angesprochen hast!
    Liebe Grüße

    Maxi von storeroomoflife.blogspot.com

  58. Antworten

    alissia

    28. September 2015

    danke angela für diesen post! einfach DANKE!
    ich kann dazu nicht mehr sagen du hasst meine gedanken in worte gefasst. ich verstehe nicht wie einige hier nicht ihrer meinung sind….
    das gibt mir echt zu denken, in was für einer gesselschaft leben wir eigentlich?!
    auch wenn ich irgendwo nachts rausgehe, was ich dort beobachte ist manchmal einfach sehr sehr traurig….

    ich hoffe viele menschen lesen das und es wird allen bewusst was hier schwarz auf weiss steht.

    ES IST NICHT SELBSTVERSTÄNDLICH!
    UND MAN MUSS ES NICHT TUN WENN MAN NICHT WILL!

  59. Antworten

    Maribel

    28. September 2015

    Ich weiß gar nicht, was ich noch schreiben soll bei all diesen Kommentaren und vor allem deinem Text. WORD! Es ist einfach wahr. Ich finde es so traurig, dass so etwas immer ausgenutzt wird. Dass man nicht mal mehr tanzen gehen kann, ohne dass man angegraben, angegrabscht wird. Wie oft ich schon eine Hand auf meinen Hüften oder dem Hintern hatte, ohne dass ich es wollte, nur weil ich einfach getanzt habe. Das ist eigentlich gruselig, wenn man darüber nachdenkt. Weil die Menschen, die so etwas tun, denken dass es okay ist. Ist es aber nicht. Ich gehe tanzen weil ich tanzen will. Und wenn ich mehr will, sag ich das schon von alleine. Das gute ist, dass ich mir so etwas nicht gefallen lasse, dass ich klar ‚Nein‘ sagen kann und mich zur Not auch wehre. Ich habe Freundinnen, die das nicht tun (können) weil sie irgendetwas in ihnen selbst sie daran hindert. Auch ich habe lange dafür gebraucht, um endlich laut zu werden.

    Deine Worte sind großartig, wahr und treffen genau da, wo sie sollen. Hoffentlich lesen noch viele, viele mehr diese Worte! Danke Angela! ♥

  60. Antworten

    egal

    28. September 2015

    Angela, danke für deinen Text, mit dessen Grundgedanken ich voll übereinstimme.
    Allerdings frage ich mich warum du den Begriff Sexmonster in einem Kontext verwendest , in dem es um Vergewaltigungen geht?
    Sex haben und Vergewaltigen/vergewaltigt werden sind zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen- auch wenn zumeist ähnliche Werkzeuge genutzt werden.
    Sex ist Sex, der kann großartig sein oder auch mal daneben gehen, aber er ist immer gewollt.
    Gewalt ist Gewalt, die kann auch an den Geschlechtsmerkmalen ausgeübt werden, aber sie bleibt immer Gewalt – ein Handeln durch welches man Schadet. (wenn ich jemandem ne Pfanne übern Kopf haute, würde auch niemand behaupten ich hätte gebraten…)
    Die Gewalthandlungen um die es hier geht verbal mit Sex zu umschreiben/vergleichen ist ganz schön weit weg, von einer opferfreundlichen Sprache – schließlich ist Sex etwas, was man MÖCHTE. Die Assoziation liegt nahe, dass es in einer Welt der Sexmonster & Sextäter keine Opfer geben kann – was alle wollten kann doch vernünftig gedacht kein Grund sein, sich im Nachhinein derart zu beklagen.

    Also benenne die Menschen, die sexualisierte Gewalt über andere ausüben doch bitte in einer Sprache, die die Erfahrungen der Opfer anerkennt, und vielleicht dazu beiträgt, ein opferfreundliches Bewusstsein in der Gesellschaft zu formen:
    Vergewaltigende, Misshandelnde, Gewalttäter_innen, Folternde, Belästigende, Übergriffige, …. mitunter auch Straftäter_innen – aber es ist eher selten, dass eine Vergewaltigung in Deutschland nen Straftatbestand erfüllt und sogar zu ner Verurteilung führt.

  61. Antworten

    Dilara

    28. September 2015

    Durch diese ganzen Kommentare hier darf man sich echt nicht durlesen, da bekommt bei so manch einem komplette Wutausbrüche!!!
    Aber zu dir Angela – Hut ab und wunderbar geschrieben. Du hast es einfach auf den Punkt gebracht und ich bewundere deinen Mut und deine standfeste Meinung dazu sehr!

    Ganz liebe Grüße Dilara
    von http://www.dilarafeenstaub.wordpress.com

  62. Antworten

    Nadine

    28. September 2015

    Hey angela,
    FYI Triggerwarnings setzt man so:

    TW: Rape, Sexual Assault, Etc .. :)

    super Text !
    Lg

    • Antworten

      Nadine

      28. September 2015

      Bzw ‚Mention of Rape‘ etc. Hintergrund ist der dass viele Menschen von verschiedenen Sachen getriggert werden dass manche Sachen dann auch mit Gore, Violence, Sexism, Albeism und vielem anderen getaggt werden. Wenn du nur „Triggerwarnung gesetzt“ schreibst weiss keiner was denn die Trigger sind die du meinst.

  63. Antworten

    Albert

    28. September 2015

    Netter Beitrag- ich denke wir leben in einer Gesellschaft wo sehr viele Dinge erlaubt sind die älteren Generationen oder anderen Kulturkreisen anzüglich vorkommen. So etwa leicht-bekleidete Paarungstänze in der Disko, die aber nur Paarungstänze sind und keine Einladung zur Paarung. Ich habe da absolut nichts dagegen und ich denke als normal funktionierender Mann (ohne pathologisch hohe Testosteronspiegel oder narzisstische Persönlichkeitsstörung) kann man, egal wie betrunken schon mal die eine oder andere Finte einstecken. Viele Frauen, bei weitem nicht alle- brauchen Aufmerksamkeit beinahe mehr als die Luft zum atmen. Anzügliche Fotos, erotische Posen, das ganze öffentlich machen und bloß viel Aufmerksamkeit und Komplimente bekommen. Davon leben viele. Doch es liegt unter anderem auch an uns Männern dies zu beantworten- und zwar mit Humor und Gelassenheit. Wenn ein Platzhirsch 3 Stunden in die Balz investiert und nicht zum Zug kommt, bringt ihm das sicherlich einen Fortpflanzungs Nachteil gegenüber anderen Hirschen die in der gleichen Zeit 5 Weibchen begatten. Doch sind wir Hirsche? Nein! Also, wer meint er kann sich Sex mit Getränken oder Zeit fix erkaufen, sollte besser nicht in eine Bar gehen sondern lieber dorthin wo man Sex wirklich kaufen kann. Denke ich an die Zeit zurück in der ich mich in Bars nach der Frau für die Nacht oder den kommenden Wochen umgesehen habe, wie viel Geschwafel ich mir anhören musste, wie oft ich bis zur Sperrstunde blieb, nur um bei jemandem im Austausch für viel geheuchelte Aufmerksamkeit zu „landen“… Ach bin ich froh, dass ich nun vergeben bin mit einer hübschen, intelligenten und leidenschaftlichen Frau, die es nie nötig hatte ihre Bestätigung von ihrem Aussehen zu beziehen und daher wie es auf Männer wirkt. Und solche Frauen sind selten (ich kenne nur diese eine). Bestes gelingen weiterhin, lieber aufs Schreiben konzentrieren, denn derartige Fotos interessieren in 15 Jahren niemanden mehr– Albert

  64. Antworten

    Jessica

    28. September 2015

    Großartig, danke für diesen „kritischen“ Blogpost. Es ist einfach immer noch unfassbar, wie viele Menschen denken. Und ich selbst kann mich davon auch nicht immer freisprechen. Der Kopf weiß, kein Mann hat das Recht mich oder eine andere Frau ohne Einwilligung anzufassen oder mehr. Trotzdem kommen da manchmal alte Denkmuster auf. Warum? Weil auch ich so erzogen wurde. Ich bin eine Frau, das körperlich kraftmäßig schwächere Glied, Männer könnten versuchen mich zu vergewaltigen und ich muss vorkehrungen treffen, dass dies nicht geschieht. Keine Ahnung ob wie ich denken würde, würde ich Opfer sexueller Gewalt werden. Ist das nicht schrecklich??? Und ja, das gleiche gilt für Männer. Es ist doch schrecklich, dass Männer nicht ernst genommen werden, wenn ihnen sowas passiert.

    Ich habe mal ein Video gesehen von einer jungen Frau die von diesem (ich komme nicht auf seinen namen) amerikanischen Youtubestar vergewaltigt worden ist. Sie erzählt wie und was passiert ist und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, erzählt sie am Ende, dass sie ihm direkt danach eine SMS geschrieben hat! Mit der Bitte, es niemandem zu erzählen, sie würde sich so sehr schämen! Das hat mich so fertig gemacht. Das kann doch nicht sein ey! Da muss sich etwas verändern!

    Ich werde nächstes Jahr selbst Mutter und egal ob ich ein Mädchen oder einen Jungen groß ziehe, ich möchte das Thema anders thematisieren als es bisher oft getan wurde.

  65. Antworten

    Anni

    28. September 2015

    danke.

  66. Antworten

    Isabelle

    28. September 2015

    Ein toller Post! Du hast etwas angesprochen mit dem ich mich auch schon beschäftigt habe und ich werde einfach immer wütend wenn jemand dem Opfer die schuld für die Tat geben will! Du hast das Thema echt auf den Punkt gebracht – danke dafür!:)

  67. Antworten

    Isabell

    28. September 2015

    Situation, die mir am Wochenende passiert ist: ein wirklich sehr lieber junger Mann den ich seit ungefähr einer Woche kenne hat mir im äußerst betrunkenen Zustand ans Bein gefasst. Ich hab ihm einfach nur in die Augen geschaut und er fragte mich ob das in Ordnung wäre. Ich verneinte. Er fragte nochmal und ich meinte erneut das es für mich nicht okay ist. Danach hat er mich etwas enttäuscht angeschaut, hat aber sofort seine Hand weggenommen und sich scheinbar den ganzen Abend für die Aktion geschämt. Dieser junge Nann ist 22 Jahre alt und hatte an dem Abend gefühlte 3 Promille intus. Und wenn er es schafft eine Frau zu fragen ob sie angefasst werden möchte, schafft ihr anderen es auch ;-)

    Und wie schon einige hier erwähnten muss man eben auch einfach sagen, dass es einen stört. Ich selbst bin da oft auch kein gutes Beispiel. Ich will den Abend nicht versauen und bleib meistens sehr freundlich wenn ich jemanden abweisen (muss). Ein Kumpel von mir meinte schonmal, dass ich da auch mal mit etwas mehr Nachdruck reagieren muss aber oftmals kann ich das nicht. Was aber nicht heißt, dass ich mir in irgendeiner Art und Weise Dinge gefallen lasse die ich nicht möchte!

    Allgemein sei gesagt, dass wir alle aufeinander achten müssen. Auf Worte und vorallem die Körpersprache. Daran kann man schon meist gut ablesen wer wie viel zulassen will oder auch nicht.

    • Antworten

      Isabell

      28. September 2015

      Ach nochwas, damit die Männer nicht gleich wieder durchdrehen ;-)

      Er hätte sich natürlich nicht den ganzen Abend schämen müssen. Einer Frau die man attraktiv findet ans Bein zu fassen finde ich jetzt nicht hyperschlimm. Hauptsache er akzeptiert dann ein nein wenn man es eben nicht ganz sooo dufte findet oder folge“Probleme“ vermeiden will ;-)

  68. Antworten

    Marion

    29. September 2015

    Der Grundaussage des Texts, nämlich das Vergewaltigung eine Straftat und demnach per se nicht tolerierbar ist, stimme ich natürlich zu. Die zugrundeliegende Argumentation kann ich aber allenfalls belächeln, da sie förmlich naiv jegliche Selbstverantwortung der / dem Betroffenen entzieht und auf den Täter überträgt. In einer perfekten Welt voller Gutmenschen geht das Prinzip ja noch auf- nur leben wir in solch einer Umgebung? Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Auf den Straßen und in den Clubs, sind eben alle möglichen Menschen unterwegs, auch Kriminelle und die, deren moralischer Kompass nicht mehr funktioniert. Unter diesem Gesichtspunkt, ist vor allem das Lena-Beispiel recht banal und die Botschaft sogar gefährlich. Als 16-jähriges Mädchen, völlig dicht, allein im Club mit 2 Fremden mitgehen ist, wie mit offener Geldbörse durch die Favela laufen, einfach keine gute Idee.

  69. Antworten

    Lucas

    29. September 2015

    Hey, du hast einfach recht. Und es beschämt mich da wirklich ein Mann zu sein. Verkehrte Welt … :(

    • Antworten

      RR

      29. September 2015

      Ich muss dich aus ganzem Herzen fragen, warum?

      Deine Aussage hat so viel Inhalt wie einer der schreit, er sei „Stolz auf sein Vaterland“!
      Warum solltest du dich deines Geschlechts wegen schämen?
      Wenn du das Beschriebene nicht gut findest, dann verhalte dich richtig, sei aufmerksam und achte vielleicht auch auf andere, dass solche Situationen nicht zustande kommen.
      Deshalb aber dein Geschlecht in frage zu stellen ist Blödsinn.

      Vor allem vor dem Hintergrund, dass hier zwar hauptsächlich die Vergewaltigung eines Mädchens / einer Frau und den Reaktionen darauf beschrieben wurde, aber auch, im Beispiel, die Vergewaltigung eines Mannes durch eine Frau beschrieben wurde.

  70. Antworten

    Anika

    29. September 2015

    PUH ich kann nicht glauben was ich hier lesen muss! Ich komme nicht umher meinen Senf dazu zugeben.
    Zu mir: ich bin 24 Jahre alt und bekomme oft nette Komplimente für mein Aussehen. Ich ziehe IMMER an was ich will, und lass mir das auch von NIEMANDEM diktieren. Ich bin sehr selbstbewusst und reise auch mal ne Woche allein mit dem Rucksack durch Marokko. Ich schlafe in fremden Ländern bei fremden Menschen über Couchsurfing oder trampe mit meiner besten Freundin durch Osteuropa. Ich gehe oft und gerne feiern und trinke mal einen über den Durst oder konsumiere sogar mal andere Substanzen. Ich flirte auch mal im Club, ohne danach mit der Person nach Hause zu gehen. Jemandem den ich nett finde, dem geb ich auch mal nen Schnaps aus, einfach so.
    Ich habe glücklicherweise noch nie negative Erfahrungen gemacht oder einen sexuellen Übergriff erlebt. Und ich werde mich niemals in meinen Leben einschränken aus Angst vor solchen oder aus Angst davor, dass mich irgendwer verurteilt. Weil ich lebe mein Leben so wie ich es möchte und das sollte jeder tun. Und wenn mir nun mal was passiert, bin ich dann etwa Schuld?!?! Wollt ihr das ernsthaft sagen?
    Denkt ihr wirklich das Vergewaltigungen verhindert worden wären, wenn ein Mädchen eine Jeans statt eines Minirocks getragen hätte? Meistens suchen sich die Täter schüchterne Opfer aus, Mädchen die kein Selbstbewusstsein haben. Und wisst ihr was? Ihr tragt mit Schuld daran, dass viele Mädchen verunsichert sind, indem ständig alles verurteilt wird, was ein Mensch macht oder sogar die Intelligenz von manchen aufgrund ihrer Kleidung anzweifelt wird. Mädels, die gern sportlich rumlaufen und keinen Bock auf Schminke haben kriegen auch oft zu hören sie „sollen doch mal was aus sich machen“. Nein sollen sie nicht, sie sollen machen worauf sie Bock haben!
    Ich sage nicht, dass man unvorsichtig durchs Leben laufen soll, aber trefft andere Maßnahmen, die euch nicht persönlich einschränken.
    Wenn ihr abends rausgeht, ladet euer Handy auf. Speichert alle wichtigen Nummern auf Kurzwahl. Nehmt genug Geld für ein Taxi mit und kauft euch ein Pfefferspray. Wenn ihr euch mit jemandem trefft, den ihr noch nicht so gut kennt, sagt einer Freundin bescheid, gebt ihr die Adresse und lasst sie ggf. einen Kontrollanruf machen. Und bringt eure betrunkene Freundin lieber bis vor die Haustür.
    Und mindestens genau so wichtig: wenn ihr im Club oder sonst wo ein Mädchen seht, dass sich evtl unwohl fühlt, sprecht sie an! Fragt ob ihr helfen könnt. SEHT NICHT WEG! Helft einander, zeigt Zivilcourage. Ihr seht ein Mädchen im Club, dass gerade abstürzt? Holt ein Glas Wasser und haltet ihr die Haare! Und zeigt nicht mit dem Finger auf sie. Hört auf Menschen zu verurteilen die ihr nicht kennt. Und schreit so laut ihr könnt, wenn ihr belästigt werdet und hört NIEMALS weg, wenn ihr jemanden schreien hört.

    Und denken manche Männer wirklich Frauen machen sich nur für Männer schön? Falsch gedacht! Ich schaue mir unglaublich gern schöne und selbstbewusste Frauen an. Und kriege auch viele tolle Komplimente von Frauen. Nein, Frauen tun nicht alles nur, weil sie sich von Männern irgendeine Reaktion erhoffen. Mode macht mir Spaß und ich lasse mir diesen Spaß nicht nehmen. Wie viele Modetrends gibt es, die eigentlich nur Frauen gefallen? Ich höre ständig, dass Männer Highwaist Hosen furchtbar finden und alle Frauen die ich kenne lieben sie und tragen sie ständig. Weil es bei Kleidung, sei sie sexy, extravagant oder total ausgeflippt nicht unbedingt um die Reaktion der Männer geht. Versteht ihr das nicht?
    Bitte Mädels seid ihr selbst und tut wonach euch ist. Bleibt vorsichtig, aber dabei offen. Passt aufeinander. Und hört einfach weg, wenn irgendwelche Idioten euch erzählen wollen ihr sollt euch einschränken, weil ihr sonst selbst Schuld seid, wenn euch was passiert. Das seid ihr nicht. Niemals.

  71. Antworten

    Anika

    29. September 2015

    Und nochwas: Danke Angela, dafür dass du einfach großartig bist! Danke an alle Mädels und Jungs, die hier ganz tolle Kommentare geschrieben haben und vorurteilsfrei durchs Leben gehen. Ihr seid großartig und zum Glück in der Überzahl. Und ich bin unglaublich dankbar, dass ich in meinem Leben bisher fast nur auf solche Menschen gestoßen bin.

    • Antworten

      Teardown

      29. September 2015

      Anika,

      >>“Und ich bin unglaublich dankbar, dass ich in meinem Leben bisher fast nur auf solche Menschen gestoßen bin.“

      Die Welt ist wie ein bunter Blumenstrauß. Neben all den wunderschönen Blüten sind auch ein oder zwei verwelkte dabei. Würde man wegen dieser verwelkten Blumen den Blumenstrauß wegwerfen? Würde man behaupten, weil zwei Blüten verwelkt sind, gäbe es nur verwelkte Blumensträuße (Man bringt eher Mädchen bei als….)??

      Ich denke nicht. Es gibt verdammt viele gute, nette, liebenswerte, tolle, spaßige Zauber-Männer und Zauber-Frauen da draußen.

      Und leider ein paar welke…die zu isolieren sollte die Aufgabe sein. Die Lösung ist es nicht, eine Welt zu schaffen, in der noch mehr Negativität und Hass herrschen.

      Hört mit eurer Paranoia auf. Das macht nicht glücklich. Erinnert euch daran: Zu keiner Zeit an keinem Ort der Welt leben Frauen und Männer so sicher und gut wie in Deutschland 2015. Es geht immer besser. Aber DAS ist doch schon mal was.

  72. Antworten

    Nina

    29. September 2015

    Fantastisch.
    Normalerweise ist auf solchen Blogs weit und breit kein Mann in Sicht, aber sobald eine Frau es mal wagt, auf ihrem Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrheit zu beharren, kommen die üblichen Verdächtigen plötzlich aus ihren Löchern gekrochen – und alles nur, um ihre toxische, verquere und schädliche Meinung dazulassen und Frauen und ihre Erlebnisse zu diffamieren. Das traurige Vorurteil, dass Männer sich im Zweifel immer auf die Seite anderer Männer schlagen (hier selbst wenn das die Seite des Vergewaltigers ist), wird erneut auf jämmerliche Weise bestätigt.

    An die paar vernünftigen und an einer sachlichen Diskussion interessierten Männer hier – ihr seid NICHT gemeint. Aber einige eurer Geschlechtsgenossen führen sich hier (und leider auch im RL) auf wie die feinste MRA-Auslese. (MRA = selbsternannte „man’s rights activists, deren einzige Aktivität daraus besteht, meist online puren Hass gegen Frauen zu schüren.)

    Keep fighting the good fight.

    • Antworten

      Teardown

      29. September 2015

      Nina,

      >>“…auf ihrem Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrheit zu beharren, kommen die üblichen Verdächtigen plötzlich aus ihren Löchern gekrochen.“

      Das liegt weniger daran, dass hier Männer sexuelle Selbstbestimmung von Frauen missachten wollen, sondern eher daran, dass eben dieses Thema ALLE emotionalisiert. Jeder hat dazu Erfahrungen, Erlebnisse und Meinungen aufgrund seines Lebenswerkes. Hör doch mal zu, statt gleich mit dem Baseballschläger jeden klein zu schlagen, der „aus seinem Loch gekrochen kommt“ (Was für eine Sprache!)

      >>“Das traurige Vorurteil, dass Männer sich im Zweifel immer auf die Seite anderer Männer schlagen (hier selbst wenn das die Seite des Vergewaltigers ist), wird erneut auf jämmerliche Weise bestätigt.“

      Das gilt vice versa. Und das ist eben das Problem. Bei diesem Thema ist jeder in seiner geschlechtlichen Position gefangen, dabei müsste man sich davon frei machen. Männer werden zwar auch Opfer von sexualisierter Gewalt und dabei noch weniger ernst als Frauen genommen, viel viel weniger ernstgenommen, aber die Perspektive eines Mannes ist eben vor allem jene, die auf die Konsequenzen einer Falschbeschuldigung zielt, derer viel häufiger Männer Opfer werden. Eine Frau hingegen hat die Perspektive falschbeschuldigt zu werden so ziemlich Null. Denkt eine Frau an sexualisierte Gewalt, dann denkt sie an Vergewaltigungen.

      Eine kluge, sachliche Position bringt diesen Interessensunterschied zusammen. Du versagst hier leider, in dem du kritischen Stimmen sogar noch unterstellst, sie würden sich auf die Seite von Vergewaltigern (!) stellen. Eine ebenso simple wie dumpfe Unterstellung.

      >>“An die paar vernünftigen und an einer sachlichen Diskussion interessierten Männer hier – ihr seid NICHT gemeint.“

      Auch hier wieder, die totale verbale Entgleisung. Vernuft und Sachlichkeit sind mit einer Haltung unvereinbar, die deiner Haltung widersprechen. Dich kritisieren. Das ist totalitäre Selbstimmunisierung. „Jede Meinung die von meiner abweicht ist unsachlich und unvernüftig“, das ist in einer Demokratie nicht denkbar. In einer Demokratie muss man Meinungspluralität schon aushalten können.

      >>“MRA = selbsternannte „man’s rights activists, deren einzige Aktivität daraus besteht, meist online puren Hass gegen Frauen zu schüren.“

      Auch hier, Gruppendenken, Gruppenbeschämung, Unterstellung und Beleidigung. Marke: Kennste einen, kennste alle. Nicht nur, dass du keine Ahnung von MRAs hast (Es gibt mittlerweile sogar schon Organisationen mit Beobachterstatus in UN Gremien, ganz einfach weil Männer auch Issues haben um die sich nicht gekümmert wird), nein du stereotypisierst auch noch wild daher. Alle MRAs würden „puren“ Hass gegen Frauen schüren. Eine Aussage die für sich selbst steht…

      Die wirkliche Frage ist: Wer schürt hier eigentlich „puren“ Hass?!

  73. Antworten

    MATRJOSCHKA

    30. September 2015

    Ein verdammt guter Text, der wirklich, aber auch wirklich zum Grübeln anregt. Es gibt in diesem, sowie in eigentlichen allen Thematiken unseres Alltags Vorurtielen, denen man folgt. Und was du und deine Freundinnen damals gemacht und gedacht habt, ist grundlegend nicht verkehrt, sondern sehr gut. Die Menschen sollten einfach auch selbst einmal beginnen zu denken, die Augen zu öffnen und einfach sich selbst Meinungen bilden.

    Allerbeste Grüße!

    mtrjschk.blogspot.com

  74. Antworten

    Stella

    30. September 2015

    Hallo Angela, Hallo Marie und Hallo an alle anderen Leserinnen und Leser, die die Hoffnung in das Gute im Mann (fast) verloren haben,

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ (Art. 1 Abs. 1 des GG) Für mich ist das die Antwort #1 zu allen oben geschriebenen Kommentaren männlicher Leser, die z.B. das Ausgeben eines Drinks als Zeichen oder den kurzen Rock als Aufforderung sehen. Es bedarf keiner weiteren Diskussion dieser Aussagen – Selbst das Grundgesetz schreibt es vor, dass niemand über den Körper eines/einer anderen verfügt. Auch werden keinerlei Einschränkungen à la „Wenn du aber einen Drink angenommen hast oder dein Rock zu kurz war, trifft das nicht auf dich zu.“ vorgenommen. Wie paradox ist es bitte, dass wir uns zu dennoch zu einer Gesellschaft entwickelt haben, in der die Schuld beim Opfer gesucht wird und selbige in Erklärungsnot geraten? Absurd!

    Ich war damals 13 Jahre alt, als mich am hellerlichten Tage ein Fremder in einem Park überfallen hat und mich ins Gebüsch zerrte. Im Winter. War es mein beiger Mantel, der bis zu den Knien reichte oder doch meine Mütze, die mir tief ins Gesicht hing, die den Vergewaltigt zu dieser Tat animierten? Sicherlich weder noch.

    Vielmehr kann sein Verhalten mit seiner Trieblust, dem Verlangen nach Macht und sonstigen perversen Vorstellungen erklärt werden. Eine Bestätigung des Bildes „Things that cause rape“ und die zunächst zeigen soll, dass das Opfer tragen kann, was es mag. Wenn jemand den Vorsatz zu einer solchen Tat hat, sind die Rahmenbedingungen irrelevant. Dass Alkohol, wenig Stoff auf der Haut und hübsche Augen die Phantasien ankurbeln, will ich gar nicht bestreiten. Aber sie entfachen eben nur das Feuer, das eh schon loderte.

    Mir fiel es lange Zeit schwer, mich männlichen Menschen gegenüber zu öffnen. In meiner Jugend hatte ich zwei Beziehungen, die Balsam auf die Wunden von damals strichen…Und alles, was dort mühsam aufgebaut wurde, ist von meinem letzten Exfreund mit dem Hintern wieder eingerissen worden. Obwohl er meine Geschichte von damals kannte, forderte er Sexpraktiken, zu denen ich nicht bereit war, sie dennoch aber manchmal über mich ergehen lies. Dass die Trennung das beste der Beziehung war, hatte ich bereits erkannt. Aber danke, Angela, für deine klaren Worte! Ich denke nun nochmals anders über diese Beziehung.

    In den zwei Jahren Single Leben anschließend habe ich viele Männer kennengelernt, die dachten, dass sie sich nehmen könnten, was sie wollten. Leider hat das mein eh schon zerstörtes Bild nicht repariert. Im Gegenteil. Auch bei Aussagen wie „…wenn ich es doch aber will…?!“ kam’s mir hoch. Sie waren um keine Frage oder Aufforderung verlegen. Ich stellte mich darauf ein, mit allem rechnen zu müssen und meinen Respekt vor Männern habe ich somit zunächst verloren.

    Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt:

    JA, es gibt auch noch andere Männer da draußen. Ich war neulich auf meinem zweiten Date mit einem Herren. Alle Klischees bestätigend (ich weiß, Schande auf mein Haupt) fand ich es schön und habe meinen Freundinnen mit leuchtenden Augen erzählt, dass er immer alles zahlen wollte – Angeboten, selbst zu zahlen, habe ich dennoch immer! Es tat nur sehr gut, nach so vielen Negativerlebnissen mal von jemandem auf Händen getragen zu werden.
    Er ist nach dem Date auch mit zu mir gekommen. Wenn mir vorher aber jemand gesagt hätte, dass er sicherlich seine Finger still halten kann, hätte ich lauthals gelacht. Aber ja. Wir sind einfach nur Arm in Arm eingeschlafen. Kein Zwang zu irgendetwas, obgleich die Rechnungen auf ihn gingen. (fyi an alle Verfechter der „Drink Theorie“)

    Traurig, dass man nach wie vor mit Skepsis an die ganze Sache herantreten muss, nur weil andere Idioten in der Vergangenheit die eine oder andere Situation ausgenutzt haben. Und noch trauriger, dass sich unsere Gesellschaft so weit in die falsche Richtung entwickelt hat, dass man positiv überrascht ist und einen Freudentanz macht, wenn einem so etwas schönes widerfährt.

    • Antworten

      Anonymous

      1. Oktober 2015

      „Und noch trauriger, dass sich unsere Gesellschaft so weit in die falsche Richtung entwickelt hat, dass man positiv überrascht ist und einen Freudentanz macht, wenn einem so etwas schönes widerfährt.“

      Menschen sind so. Sie setzen gerne voraus, dass ihre persönlichen Erfahrungen alle gemacht haben. Wir suchen eben nach Erklärungen für das geschehene, es hat daher etwas entlastendes, wenn man aus individuellen Erfahrungen gesellschaftliche Phänomene macht. Das ist individuell verständlich und als verarbeitungstaktik auch durchaus gut.
      Aber daraus sollte man kein politisches Programm ableiten wie das häufig getan wird. Insbesondere die Schuldverlagerung auf Männer als kollektiv ist hier sehr bedenklich (bei Ihnen „Gesellschaft“). Das ist natürlich Quatsch. Und gefährlich, wie wir durch radikalen beschämungs- und Ausgrenzungsfeminismus sehen.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute. Nicht der „gute Mann“ ist die Ausnahme, jeder Mensch ist erstmal gut. Niemand wird schlecht geboren. Je eher Sie das auch für sich annehmen, desto besser schöner und toller wird ihr leben. Ich diskutiere über feminismus und „Mann/Frau“ seit zwei Jahren. Stellen Sie sich mal vor, ich würde jede Frau in einen Korb mit den wirklich ekelhaften Männerhassenden radikalen Feministinnen in ein Körbchen tun. Das ist weder fair noch tatsachengerecht. Also tun Sie das bitte auch nicht mit Männern.

  75. Antworten

    Anonym

    4. Oktober 2015

    Danke!

  76. Antworten

    Peter

    4. Oktober 2015

    100% Zustimmung, danke für die klaren Worte!

  77. Antworten

    Caroline

    9. Oktober 2015

    Großartiger Post! Danke dafür!

    Liebe Grüße!
    http://carolinevonh.blogspot.de/

  78. Antworten

    Katja Grach (@krachbumm_com)

    29. Oktober 2015

    Hab grad deine Artikel zum Thema entdeckt und finde es großartig, dass du das teilst. Es braucht Menschen, die sichtbar werden, damit die anderen sich nicht mehr schuldig fühlen. Ein tolles Projekt zum Thema ist: http://projectunbreakable.tumblr.com/ – daran sieht mensch auch gut, dass es mit Anziehen gar nix zu tun hat und es den Vergewaltiger aus der dunklen Ecke kaum gibt.

  79. Antworten

    lupus.in.fabula

    28. November 2015

    eigentlich hatte das wochenende begonnen wie jedes andere auch. die mädels hatten sich im tanzschuppen getroffen, angie hatte sie kurz vor neun zu hause abgeholt. angie, ihre beste freundin, die schon ein eigenes auto hatte, papa hatte es seinem augenstern zum führerschein geschenkt, ein tolles mädchen, das, wohin sie auch kam, sofort im mittelpunkt stand. war ja auch kein wunder bei ihrer umwerfenden figur, ihrem geschick, ihr aussehen durch ihr outfit noch zu unterstreichen, bei ihrem hinreißenden lächeln, das jeden sofort für sie einnahm.

    insgeheim beneidete mia sie ein bißchen. ihre figur war zwar ganz hübsch, aber nichts außergewöhnliches, ebenso wie ihr pagenkopf, der sie viel zu brav aussehen ließ. dabei wäre sie gerne ebenso im mittelpunkt gestanden wie angie. sie fühlte, daß angie sie auch deshalb immer mitschleppte, weil sie ihr gelegenheit bot, neben ihr noch mehr zu glänzen, weil sie ihr immer eine loyale freundin gewesen war, auf die sie sich hundertprozentig verlassen konnte, auch wenn sie mal wieder mist gebaut hatte. und weil sie den mund halten konnte.

    die stimmung war ausgelassen, und wo angie auftauchte, ließen die jungs nicht lange auf sich warten. auch dieser tim, der so unverschämt gut aussah mit seinem strubbelhaar, seinem jungenlächeln und den grübchen auf den wangen. mia verehrte ihn schon lange, sie hätte sein gesicht mit geschlossenen augen zeichnen können. aber er hatte nur augen für angie. angie genoß es, begehrt zu werden, aber sie hatte kein interesse an einer festen beziehung. wozu auch, sie konnte aus dem vollen schöpfen. „andere mütter haben auch hübsche söhne“ meinte sie augenzwinkernd, wenn mia den kopf schüttelte.

    alles sprach wild durcheinander am tisch, auch mia, wirklich viel verstehen konnte man ohnehin nicht bei der lauten musik, und so fiel es weiter gar nicht auf, wenn sie keine antwort bekam. nur dieser eine junge saß still in seiner ecke, poldi hieß er, manchmal schien es ihr, als ob er sie ansah, aber wenn sie in seine richtung schaute, senkte er den blick. er war durch und durch unauffällig, die aufmerksamkeit ruhte nur auf ihm, wenn die anderen ihn neckten, was er sich mit gutmütigem lächeln gefallen ließ. nein, er war nicht häßlich, aber es war da auch nichts, was ihn interessant gemacht hätte. allein schon dieser name: poldi. die coolen jungs hießen steve, kevin – oder eben tim.

    „leute, das bringt’s hier nicht. ich will heute noch was erleben. du kommst schon nach hause, mia.“ eben war angie von der tanzfläche zurückgekehrt, tim an der hand hinter sich herziehend, schreckte sie mia aus ihren träumen. „wir hören uns morgen.“ und schon verschwand sie richtung ausgang, tim immer noch hinter sich herziehend, der seinen freunden über die schulter feixend eine grimasse schnitt.

    „ist ja wirklich öde hier. versuchen wir’s an der bar.“ und schon saß sie alleine am tisch. na ja, nicht ganz. poldi saß noch da. und er blieb auch, als mia, die cocktails hatten ihre wirkung getan, plötzlich unglaublich mitteilungsbedürftig wurde. er saß da, sprach kaum, aber er schien ihr wirklich aufmerksam zuzuhören, ganz egal, was sie sich von der seele redete. von der öden woche, von ihren eltern, die zwar ganz in ordnung waren, aber sie trotzdem nicht verstehen konnten, von angie, von ihrer leidenschaft für „die tribute von panem“, und wie gerne sie kat gewesen wäre. sie freute sich schon so auf den zweiten teil.

    „den hab ich zu hause. ich meine, ich hab die dvd. wenn du den wirklich sehen willst .. .“ poldi sagte es sehr leise. die übrige zeit schien er nur damit beschäftigt gewesen zu sein, sie anzusehen – und brav jeden der drinks auszutrinken, die sie, einmal die tonangebende, für sie beide bestellt hatte. „und das sagst du erst jetzt. los, beeil dich, dann erwischen wir noch die letzte u-bahn“. selbstverständlich übernahm er die rechnung, „ich hab nicht genug geld. mir fehlen 15€“ sagte er mit hochrotem kopf. es waren doch eine ganze menge drinks gewesen. sie kramte ihr portemonnaie hervor. „gut, daß wir zum fahren unsere schülerausweise haben,“ meinte sie.

    poldi hatte eine eigene wohnung, er stammte von außerhalb, aber er war ja auch schon 18. sehr klein, aber auch sehr aufgeräumt, das fiel ihr auf, wenn es um ihr klares denken auch nicht mehr besonders rosig bestellt war. sie mochte gar nicht an das chaos in ihrem zimmer denken.

    der film nahm sie völlig gefangen, sie lebte und litt mit kat, es war angenehm, sich an poldi kuscheln zu können, es tat gut, wie er ihr sanft übers haar strich, als tränen auf ihren wangen standen, und sie fand es seltsam vertraut, als – katniss hatte eben peeta geküßt – sich auch ihre lippen fanden. doch dann waren ihre gedanken wieder beim film.

    „es ist schon zwei uhr durch. wenn du magst, kannst du hierbleiben. ich habe aber nur ein bett.“ mia war nicht wohl bei dem gedanken, jetzt raus zu müssen mit ihrem vernebelten kopf. dann schon lieber bleiben.

    es war warm unter seiner einzigen bettdecke, sie war immer noch ganz aufgewühlt vom ende des films und froh, nicht alleine zu sein. froh, jemanden an ihrer seite zu haben, dem sie wichtig schien. sie wäre nie auf den gedanken gekommen, mit ihm etwas anfangen zu wollen, zu unauffällig war er, so gar nichts an sich von gale, dem sie gegenüber peeta, bei all seiner fürsorglichkeit, auf jeden fall den vorzug gegeben hätte. aber es war angenehm, seine warmen hände zu spüren, die unbeholfen, aber zärtlich, ihren körper erforschten. sie war wie in watte gepackt, unfähig, klar zu denken, bemerkte ganz weit weg, wie ihr körper auf sein streicheln reagierte, hörte jemand seufzen, von dem sie nicht hätte sagen können, ob das sie war.

    irgendwann wurde sie wach, ihr kopf war schwer, es dauerte etwas, bis sie zu sich fand, bis sie wieder wußte, wo sie war, wie sie hierhergekommen war. und .. . vorsichtig rutschte sie aus dem bett, suchte ihre klamotten zusammen und stahl sich durch die tür.

    „du hast mit ihm geschlafen? mit DEM?“ mia hörte die anderen mädchen kichern. „ähm, na ja, eigentlich habe ich nicht sehr viel davon mitbekommen. ich war ziemlich betrunken.“ „also hat er dich vergewaltigt. so ein schwein! deine wehrlosigkeit so auszunützen.“ „ähm,“ sagte mia, aber dann schwieg sie. angie hatte ja recht. sie war wehrlos gewesen, ausgeliefert.

    sie würdigte poldi keines blickes, als sie das nächste mal aufeinander trafen, „pfoten weg, du schwein!“ fuhr sie ihn an, als er sie schüchtern anzusprechen versuchte. „du bist über mich hergefallen, als ich mich nicht wehren konnte. du hast die situation schamlos ausgenützt. du vergewaltiger! rühr mich ja nie wieder an!“

    „aber ich wollte .. , ich dachte .., entschuldige bitte.“ poldi blickte betreten zu boden. eben noch war die sonne für ihn aufgegangen, nun wäre am liebsten im erdboden versunken.

    „na, hast du endlich auch mal eine alte flachgelegt,“ grinsten die anderen, die das mitbekommen hatten. „ist auch zeit geworden.“ „ach, laßt mich doch in ruhe, ihr versteht überhaupt nichts.“ abrupt drehte sich poldi um und rannte zum ausgang.

    „so ein schwein. du solltest wirklich besser aufpassen, mit wem du dich einläßt. die typen wollen doch immer nur das eine“ meinte angie. „komm, laß uns auf die tanzfläche gehen und spaß haben.“ gehorsam trottete mia hinter ihr her. dem hatte sie’s gegeben, in aller öffentlichkeit. der würde sich das nächste mal überlegen, unschuldige mädchen in seine höhle zu schleppen, um über sie herzufallen. und irgendwann würde ihr auch gelingen, die gedanken daran zu verdrängen – die gedanken an zärtliche hände auf ihrer haut

  80. Antworten

    Sabine

    3. Januar 2016

    So ein wichtiger Post! Extrem traurig, dass leider die Mehrheit der Menschen nach Ausreden für den Täter sucht. Und ich freue mich so, dass du mit reinbringst, dass das ganze schon früh in der Erziehung anfängt.
    Da muss sich was ändern. und zwar ganz schnell!!

  81. Antworten

    Karen

    16. April 2016

    Bin gerade auf deinen Blog gestoßen. Und (unter Anderem) dieser Text ist wow! Inspirierend, zum Denken und Handeln anregend. Danke dafür!!!!!

  82. Antworten

    A

    23. August 2016

    Hallo Angela! Ich komme immer immer immer wieder zu deinen Worten hier zurück, wenn ich mich selbst daran erinnern muss. DANKE für deine Worte. Ich halte mich oft an ihnen fest.

    Ich habe dein Gesicht gestern zufällig auf einer YouTube Videoanzeige gesehen. Es ging glaube ich genau um dieses Thema. Leider finde ich dieses Video nicht mehr. Würde es mir aber sehr sehr gerne anschauen. Kannst du mir den Titel sagen oder wie ich es finde?

    Alles Liebe a
    A

  83. Antworten

    Lisa

    18. April 2017

    Hallo Angela,
    ich hab den Artikel schon vor Ewigkeiten gelesen und damals schon geliebt. Jetzt habe ich gerade ein Buch gelesen zu dem Thema und möchte nun selber einen Blogpost dazu (aber auch online mobbing) verfassen, weshalb ich wieder darauf gestoßen bin. Hoffentlich ist es okay, wenn ich dazu verlinke :)
    Dachte auch das Buch würde dir vielleicht gefallen. Es heißt Asking for it und ist von Louise O’Neill. . Beim besten Willen keine leichte Kost, aber „schön“, dass das Thema in die Bücherregale kommt – auch in eher konservativen Ländern wo Irland. (Schwer am Nachnamen zu erkennen: Die Autorin is Irin :))

    Außerdem gibt’s auch die Netflix Doku Audrie und Daisy, falls du die noch nicht kennst. Auch unglaublich traurig, aber sehr sehr gut!

    Aller liebste Grüße,
    Lisa

    http://www.anywheresperfect.wordpress.com

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