Sorgensinnlos

Der längste Blogpost, den ich jemals geschrieben habe, aber ich konnte ihn nicht kürzen. Deshalb habe ich ihn zusätzlich auch wieder vorgelesen. :)

Wenn ich als Kind auf das Klettergerüst im Garten gestiegen bin, stand mein Vater stets daneben, zuckend bei jeder schnellen Bewegung, weil er fürchterliche Angst hatte, ich könnte runterfallen. Meine Eltern haben mir nie etwas verboten, mein ganzes Leben nicht, „nur den Motorradführerschein“, hat mein Vater immer gesagt, „den verbiete ich euch.“ Ich wollte sowieso nie ein Motorrad fahren, ich habe viel zu viel Angst vor Geschwindigkeit und eigentlich ist Motorradfahren doch das leichtsinnigste, was man überhaupt tun kann.

Mit elf Jahren überredete ich meine Eltern, mir auch ein Handy zu schenken. Ein Nokia 3310, weil mein Bruder, zwei Jahre älter, auch eines bekommen hatte. Ich argumentierte damit, dass ich dann immer erreichbar wäre, und mein Vater sich weniger sorgen machen müsse. Ich weiß noch genau, wie besorgt meine Eltern waren, als ich einmal nach der Schule gedankenversunken eine S-Bahnstation zu weit gefahren war und auf die nächste vierzig Minuten warten musste. Die elfjährige Tochter war nach der Schule nicht zur richtigen Uhrzeit heimgekommen war. Ich bekam das Handy.

Und auch, als ich ein Teenager wurde hatte ich alle Freiheiten die man sich nur wünschen konnte – ich durfte schon früh auf diese Dorffeste, bei Freunden übernachten, später in die Stadt zum feiern. Mein Vater sagte immer nur zu mir: „Ich möchte nur wissen, wo du bist, und dass du dein Handy dabei hast.“ Ich fühlte mich nie kontrolliert oder eingeengt, eher gut behütet. Wann immer ich das Haus verließ rief ich also ins Wohnzimmer, wo ich sein würde, und alles war gut. Meine Eltern vertrauten mir, und weil ich wirklich überall hindurfte, musste ich sie niemals anlügen.
Mein Bruder und ich feierten die krassesten Hausparties, über die unsere Nachbarn noch wochenlang sprachen, inklusive Kotzeflecken auf dem Marmor und bereits verdautem Erdbeerlimes auf der Terrasse – und mein Vater war die ganze Zeit über oben im Schlafzimmer. Macht ihr nur, dachte er sich, und wenn er Morgens ins verwüstete Wohnzimmer kam, schüttelte er nur den Kopf und vertraute einfach darauf, dass wir alles wieder so herrichteten würden, wie es davor war. Und das taten wir. Meine Eltern vertrauten mir, was Hausaufgaben anging, was die Schule anging, was meinen Umgang mit Jungs anging, eigentlich in allem. Sie redeten mir nie rein und ließen mich immer meine eigenen Erfahrungen machen. Ich kann mich nicht erinnern, meinen Eltern jemals etwas entscheidendes verheimlicht zu haben – weil ich durch dieses wunderbare Grundvertrauen auch nie etwas tun wollte, was man verheimlichen musste. Ich war auch immer jemand, der sich selbst gerne unter Kontrolle hatte, also gab es für mich auch keine extremen Alkoholexzesse – natürlich habe ich es in der ersten Alkohol-Probierphase auch mal übertrieben, jeder muss seine Grenzen austesten, glaube ich. Ich trank bestimmt oft und gerne, wie man es eben so macht wenn man jung ist, aber ich konnte immer geradeaus laufen und stand niemals rotzevoll vor meinen Eltern. Ganz oft, wenn ich Abends in die Stadt fuhr zum feiern, betonte mein Vater, dass ich ihn – egal um welche Uhrzeit – immer anrufen könne. „Mir ist es lieber, du weckst mich auf, als dass du mitten in der Nacht alleine nach Hause fahren musst“, hat er immer gesagt. Ich bin vielleicht zwei, drei mal auf dieses Angebot zurückgekommen – aber immer nur, wenn ich versehentlich die letzte S-Bahn verpasst hatte und wirklich nicht mehr weiter wusste. Und keines dieser zwei, drei male, war er sauer oder enttäuscht – er war wirklich einfach nur froh, dass ich ihn um Hilfe bat anstatt alleine durch die Nacht zu wandern. Und da er mir niemals ein schlechtes Gefühl gab, hatte ich diese Sicherheit immer im Hinterkopf – und brauchte sie deshalb nur selten. Für mich war all das selbstverständlich und erst heute merke ich, wie dankbar ich dafür bin. Egal, was passieren würde oder passieren wird, meine Eltern waren immer da und werden es immer sein.

Irgendwann merkte ich, wie ich von Menschen in meiner Umgebung, die mir am Herzen lagen, ähnlich dinge „verlangte“ wie damals mein Vater. Ich wusste eigentlich immer, was meine beste Freundin ta und ich wusste immer, wo mein Partner gerade war. Weil es mir Sicherheit gab, nicht aber, weil ich misstraute. „Ich will doch nur wissen wo du bist und dass du dein Handy anhast.“ Immer erreichbar sein und jemanden erreichen können war mir unfassbar wichtig, und irgendwann zu wichtig. Meine beste Freundin zwingt mich Nachts, wenn wir gemeinsam in einem Bett übernachteten, immer dazu, mein Handy auf lautlos zu schalten. Ich hatte es eigentlich immer auf vibrieren, aber das weckte sie auf. Jedes Mal, wenn ich den Nachtmodus betätigte, kostet es mich extrem viel Überwindung, weil ich wusste, ich bin nun nicht mehr erreichbar. Ich würde es nicht hören, wenn mich jemand anruft, der mich brauchen könnte.  Wenn etwas schlimmes passieren würde, könnte ich nicht da sein, und der Gedanken machte mich verrückt. Und jedes mal war ich wieder ein bisschen sauer, wenn sie das von mir „verlangte“.

Vor ein paar Wochen wollte ich Nachts mit einer Freundin ausgehen und hatte mit meinem Freund ausgemacht, dass wir uns Morgens dann irgendwo treffen. Er wollte woanders hin als ich, aber im gleichen Bett wollten wir auf jeden Fall schlafen. Wir schrieben den Nachmittag lang, und irgendwann ab ca. 20 Uhr erhielt ich keine Antwort mehr. Je später es wurde, desto seltsamer fand ich es, und ich konnte es mir nicht erklären. Meine Anrufe wurden nicht angenommen, meine Nachrichten nicht gelesen. Ich überlegte also, ob er vielleicht sein Handy Daheim vergessen hatte – aber selbst dann würde er sich das Telefon eines Freundes schnappen und mir kurz bescheid geben, wann und wo wir uns treffen würden. Und auch, um mich zu beruhigen, würde er mir irgendwie bescheid geben. Er weiß ja, dass ich mir eigentlich immer sorgen mache. Selbst, wenn er nur aufs Fahrrad steigt. Aber es kam nichts.

Meine Freundin und ich gingen aus, und eigentlich war mir den ganzen Abend über übel. Ich versuchte mir einzureden, dass es eine logische Erklärung dafür gab, aber ich fand einfach keine. Er war Daheim, wollte in die Stadt, dann zu mir. Handy vergessen kam nicht in Frage, und sechs Stunden nicht drauf sehen auch nicht. Mich ignorieren erst recht nicht. So sind wir nicht. Ab ca ein Uhr morgens war ich mir sicher, dass irgend etwas passiert sein musste. Und obwohl ich mir fürchterlich bescheuert vorkam, schrieb ich seiner besten Freundin – die mir aber auch nur bestätigte, dass sie seit 20 Uhr nichts mehr von ihm gehört hatte, obwohl sie sich eventuell treffen wollten. Von seiner Mitbewohnerin erfuhr ich, dass er nicht mehr Daheim war. Ja, auch ihr hatte ich eine peinlich berührte Nachricht geschrieben.

Und ab da überschlugen sich die Gedanken in meinem Kopf. Er hatte einen Unfall. Irgendwas schreckliches musste passiert sein, es gab einfach keine Erklärung. Ich fuhr schon früh mit meiner Freundin mit zu ihr nach Hause, weil ich auf keinen Fall allein sein wollte, und als sie schlief schlich ich mich ins Bad, um ununterbrochen auf mein Handy starren zu können. Wenn ich jetzt durchdrehe, komme ich da nicht mehr raus, sagte ich mir immer wieder. Wenn ich jetzt Panik bekomme, steigere ich mich nur rein. Aber der Gedanke daran, etwas fürchterliches konnte geschehen sein, meißelte sich von Minute zu Minute tiefer in mein Hirn. So bescheuert das alles klingen mag, aber in diesem Moment war ich mir zu einhundert Prozent sicher, dass ich ihn verlieren könnte, oder es bereits getan hatte. Ich wusste nicht wohin. Ich wusste nicht was tun. Ich malte mir die schrecklichsten Szenarien aus. Ich fühlte all das mit so eine Wucht, dass ich drohte daran zu zerbrechen. Also weinte ich auf dem Badezimmerboden, stundenlang, mit purer Angst und der größten Sorge in mir, die ich jemals gespürt hatte.

Bis mein Handy vibrierte. Sein Name stand dort, und ein „es tut mir so leid“. Ich rief sofort an, und die Erleichterung über diese fünf Worte waren so groß, dass ich beim weinen Schluckauf bekam. „Ich dachte, du wärst.. weg“, sagte ich immer wieder, und in seiner Stimme konnte ich hören, wie fürchterlich leid ihm alles tat. „Ich bin noch mal kurz in die Arbeit gefahren, bin versumpft, wollte mich da kurz auf die Couch legen und bin einfach eingeschlafen“, sagte er. Eingeschlafen. Ich war so erleichtert und wütend gleichzeitig. „Warum kannst du dein Handy nicht mal auf Vibrieren schalten“, fluchte ich, „und warum hast du nicht gesagt, dass du nochmal in die Arbeit gefahren bist?“
Alles in meinem Kopf verurteilte ihn dafür, dass er mich nicht hat teilhaben lassen und mich somit in dieses Sorgen-Loch gestürzt hatte, er weiß doch genau, wie mich sowas plagt. Hätte ich gewusst, dass er nochmal in die Arbeit gefahren war… Er weiß doch, dass ich ständig und immer voller Sorge bin, den Menschen in meiner Umgebung könnte etwas passieren – und überhaupt, was ist, wenn ich ihn mal wirklich brauche und er nicht erreichbar ist? Was tu ich dann?

Ich wurde so viel belächelt für diese dämliche Geschichte. Ich, die dachte, jemand sei gestorben, weil er sich mal ein paar Stunden nicht meldete. Keiner konnte es verstehen, und irgendwann lachte ich mit, weil es mir so peinlich war. Aber dieses Gefühl konnte ich niemals vergessen. Das Gefühl, mit Sicherheit zu wissen, jemanden verloren zu haben. Keine Sekunde dachte ich darüber nach, dass ich mir mal ernsthaft Gedanken darüber machen sollte, warum ich diese irrationalen Ängste in mir trage. Es ist doch alles gut, solange ich weiß, wo jemand ist, und derjenige sein scheiss Handy auf laut hat. Bei meinen Eltern und mir hat das doch auch immer wunderbar geklappt. Ich mache mir eben sorgen um die, die ich Liebe. Ich bin immer für alle erreichbar, also sollen sie gefälligst auch für mich erreichbar sein. So schwer ist das doch nicht, wenn man mir dafür Angst und Sorgen nehmen kann.

Ich dachte irgendwie, das sei normal. Ich kannte es ja nicht anders. Man ist eben immer erreichbar für den Notfall, und jemand muss erreichbar sein, für den Notfall. Der Gedanken daran, auch nur einen Abend lang „meine Person“ nicht erreichen zu können und somit mit mir selbst alleine dazustehen, ließ mich immer wieder verzweifeln. Bis ich tatsächlich mal jemanden mit meiner Sorge erdrückte, und man mir endlich sagte, dass das ganz und gar nicht „normal“ sei. Dass es doch schrecklich sein muss, sich ständig und immer zu sorgen. Dass man doch nicht so abhängig sein kann von jemandem, nur aus Angst, ein einziges mal mit seinen Gefühlen allein gelassen zu werden.

Irgendwann in meinem Leben muss es passiert sein, dass ich die elterliche Sorge meines Vaters auf alles, was mir lieb ist, übertrage habe – mit doppelter und dreifacher Heftigkeit. Ich habe mich damals nie an den Sorgen meines Vaters gestört. Ich hatte mein Handy zwar immer angeschaltet, bekam aber nie SMS oder Anrufe, ob es mir denn gut gehe. Mein Vater wollte mich immer nur für wirkliche Notfälle erreichen können und war für mich auch nur in wirklichen Notfällen der Ansprechpartner. Irgendwo habe ich die Grenze zwischen Notfall und ich-fühl-mich-grad-nicht-so übersehen und dachte, man dürfe mich auch mit Zweiterem auf keinen Fall alleine lassen.

Allein. Ich war noch niemals allein. Ich hüpfe von einer Beziehung in die Nächste, und selbst zwischendrin gibt es immer jemanden, der die Lücke „meiner Person“ in meinem Leben füllt. Ich habe mich, seitdem ich denken kann, immer auf jemanden zu 100% verlassen und war niemals allein, immer zu Zweit. Und die Angst, eben diesen Fixpunkt in meinem Leben zu verlieren, ließ mich Sorgen und Ängste nur so in mich einsaugen. Ich war niemals ein eifersüchtiger Mensch, meine „Kontrolle“ rührte einzig und allein aus purer Sorge. Aus Angst, man könnte mir etwas nehmen, was mir unendlich wichtig ist. Aus Angst, ich könnte plötzlich allein da stehen.

Und als ich das erkannte fühlte ich mich, als hätte man mir ins Gesicht geschlagen. Ich stellte mir nur für einen winzigen Augenblick vor, wie es wäre, sich mal keine Sorgen machen zu müssen. Wie es wäre, wenn meine Gedanken nicht ständig darum kreisen würden, ich könnte jemanden verlieren. Und irgendwie erkannte ich, dass ich mir – logischerweise – einige Sorgen ersparen könnte… wenn ich mich nicht immer so sorgen würde. Auch wenn es mir fürchterlich davor graute. Was bringt es mir, mich um jemanden zu sorgen? Das ist wie mit der Eifersucht. Ich bin nicht eifersüchtig, weil es nichts bringt, außer Kummer. Wenn mich jemand betrügen will, dann geschieht es aus tausenden Gründen – nicht aber, weil ich vertraut habe. Also lass ich das mit dem Misstrauen doch lieber gleich ganz. Wieso kann ich hier so denken und dort nicht?
Wenn tatsächlich jemandem, der mir nahe steht, etwas zustoßen sollte, dann kann ich nichts dagegen ausrichten. Dann kann ich mich davor sorgen so viel ich will, ich habe keinen Einfluss darauf. Es passiert wenn ich mich sorge genau so, wie wenn ich mich nicht sorgen würde. Warum also lass ich mich dann so komplett davon einnehmen? Ich möchte mir das in Zukunft immer wieder sagen, wenn ich mal wieder von Sorgen übermannt werde. Es bringt nichts. Ich könnte mir die Sorgen auch einfach sparen und in diesem Moment glücklich sein.

Noch schwieriger aber ist es für mich, mit dem Gedanken klarzukommen, ab und zu mal alleine dazustehen. Ich muss mir im klaren darüber werden, wann ich jemanden wirklich brauche, und wann ich meine inneren Dämonen auch alleine bekämpfen kann. Oder alleine bekämpfen können sollte. Es gab schon so oft Situationen in meinem Leben, die eine eigene innere Stärke gebraucht hätten – welche ich niemals aufgebaut habe, weil ich mich ständig von Anderen abhängig machte. Es war immer jemand da, der mir gut zuredete, wenn ich es hören wollte. Es war immer jemand da, der mich aufbaute, wenn ich am Boden war. Ich habe mich noch niemals selbst aufgerappelt. Ich bin ein hoffnungsloser, sozialer Junkie und fühle mich nur Ganz, wenn ich eine zweite Person in meinem Leben weiß, die mich stützt. Ohne diese Stütze kann ich nicht laufen.

Ich möchte mich nicht immer „allein gelassen“ fühlen, nur, weil jemand nicht rund um die Uhr erreichbar ist – und schon gar nicht möchte ich, dass jemand sich schlecht fühlt, wenn er einfach mal Ruhe von seinem scheiss Handy wollte. Mir tut es so leid, jemanden ein schlechtes Gefühl gegeben zu haben, nur weil er eingeschlafen ist. Nur, weil er mir nicht jeden Schritt seines Tagesablaufes mitgeteilt hat.

Ich möchte lernen ohne Stützen zu laufen. Ich werde trotzdem meine Freunde um Rat fragen, wenn ich Kummer habe, aber ich möchte nicht, dass jedes mal die Welt untergeht, wenn gerade mal keiner Zeit hat. Wenn mir der Boden unter den Füßen weggerissen wird, dann ja, darf ich mich auch mal stützen. Aber wenn er nur ein bisschen wackelt will ich lernen, selbst die Balance zu halten, ohne mich festhalten zu müssen.

Letztendlich will ich lernen, mich selbst am meisten zu brauchen. „Ich brauche dich“ klingt schön, aber eigentlich heißt es nur, dass der Andere eine Lücke in deinem Leben füllt. Es sollte keine Lücke in meinem Leben sein. Ich denke, erst, wenn es keine Lücke mehr in meinem Leben gibt, bin ich bereit dafür, jemanden dauerhaft in mein Leben zu lassen. Ich möchte lernen zu lieben ohne Abhängigkeit.

Sorgensinnlos
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  1. Antworten

    Anne

    3. Januar 2016

    So ein schöner Text!
    Du schreibst mir aus der Seele! :)

  2. Antworten

    Deborah

    3. Januar 2016

    Ich habe mich noch nie so verstanden gefühlt. Danke. Danke für dein Teilhabenlassen. Danke für deine Ehrlichkeit. Danke für deine Worte. So wichtig und so wahr. Du bist wunderbar.

  3. Antworten

    Alina

    3. Januar 2016

    Wow. Ich bin sprachlos. Deine Worte hauen mich um. Stundenlang könnte ich dir zuhören. Vielen Dank also für die vorgelesene Version! Ist ab und zu mal eine schöne Alternative :)
    Der Erziehungsstil deiner Eltern gefällt mir sehr. Während dem zuhören habe ich immer wieder geschwankt zwischen „das mache ich bei meinen Kindern auch mal so“ und „was haben meine Eltern anders gemacht, weil ich nicht von anderen abhängig bin?“. Probleme mache ich meistens mit mir selbst aus. Ich frage zwar andere nach Rat, meistens weiß ich aber eh schon davor, wie oder was ich machen werde. Ich muss auch immer mal wieder alleine sein. Oft erdrückt mich die Nähe zu anderen. Ich dachte immer, ich bin von meinem besten Freund abhängig weil wir seid 8 Jahren unzertrennlich und einander wie Bruder und Schwester sind. Doch jetzt ist er für ein Jahr in New York und ich in London. Allein. Ich habe jetzt noch mehr gelernt, dass man vertrauen muss, dass wenn unser Band stark genug ist, es auch über die Entfernung nicht reißen kann. Ich vertraue ihm. Er muss mir nicht immer alles erzählen, aber das was ihm am Herzen liegt, werde ich immer erfahren. Das weiß ich jetzt und muss nicht ständig nachfragen.
    Dankeschön für diesen wundervollen Text! Ich wünsche dir die Kraft auch mal alleine und egoistisch zu sein. Es ist nämlich dein Leben. Du bist der Pilot und bestimmst wohin es gehen soll :)

  4. Antworten

    Linda

    3. Januar 2016

    wow….

  5. Antworten

    Linda

    3. Januar 2016

    Mir geht es haargenau so. Meine eltern waren genau wie deine, endloses vertrauen, aber bitte bescheid sagen, wenn was ist. Ich durfte alles, mit 14 abends lange draußen bleiben, so lange ich nicht alleine nach hause gehe. Ich durfte immer anrufen, wenn ich abgeholt werden wollte.
    Jetzt habe ich deinen Text gelesen und fühle mich bisschen erleichtert, dass nicht nur ich so bin. Ich mache mir ständig wahnsinnige sorgen um meinen freund und meine familie. Ich sage meinem freund morgens, dass er schreiben soll, wenn er in der arbeit ist, damit ich weiß, dass er gut angekommen ist. Tut er das mal nicht, habe ich so lange panik, bis er sich meldet. Ich sage ihm, dass er schreiben soll, wenn er aus der arbeit losfährt, so dass ich ungefähr weiß wann er heimkommt.
    Wenn meine eltern in den urlaub fahren will ich wissen, ob sie gut angekommen sind.
    Ich hab einfach so panische angst davor, sie zu verlieren, dass es in kontrolle überläuft. Aber solange mein freund und meine eltern damit klarkommen, werd ich das weiter so machen. Sie wissen um meine angst und helfen mir so damit.
    Aber ja, dass kann auch nervig sein, für andere, vorallem für einen selber, wenn man nicht weiß, ob die geliebte person nicht vielleicht doch gerade verletzt sein könnte.
    schöner text, wahrscheinlich geht es doch viel mehr leuten so, wie ich/wir jetzt vielleicht denken.
    Liebe grüße und schönen sonntag.

  6. Antworten

    Anonymous

    3. Januar 2016

    Liebe Angela, dieser Blogeintrag war für mich, als hält mir jemand einen Spiegel vor die Nase.
    Ich gehör auch zum Menschentyp: „immer und um alles Sorgen macher“. Wenn mein Freund nach einem langen Arbeitstag auf dem Sofa einschläft und sich nicht, wie gewohnt, meldet, seh ich ihn schon irgendwo in einem Autounfall verwickelt. Wenn er Geld am Bankautomaten holt und es ein wenig länger dauert, bin ich mir sicher, dass er überfallen wurde. Und wenn dann noch niemand Zeit hat, mir diese Ängste zu nehmen, ist es ganz vorbei. deine Worte haben mir die Augen geöffnet. Wenn etwas Schlimmes passieren soll, dann passiert es eben. Weil es dann Schicksal, oder ein schlimmer Zufall es, den ich aber sicher nicht, mit meinem Zerbrechen an Sorgen verhindern kann. Mein Vorsatz ist es nun also für 2016, jedes Mal, wenn die Angst mich zerfrisst, mir diesen Blogeintrag durchzulesen, oder mich an deine Worte zu erinnern. DANKE.❤

  7. Antworten

    Jenny

    3. Januar 2016

    Gott, vorgelesen ist der Text noch viel besser, als ohnehin schon.
    Du sprichst mir aus der Seele, ich bin genauso, versuche immer den Überblick zu behalten über das, was meine Lieblingsmenschen tun, nur um zu wissen, dass sie nix falsches tun und ich sie nicht verliere.
    Auch mit der Eifersucht hast du vollkommen Recht. Daran muss ich dieses Jahr dann wohl erst einmal arbeiten (;

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://imaginary-lights.net

  8. Antworten

    Fantastin

    3. Januar 2016

    Wow, krass. Ich erkenne mich zu 100% in dieser Beschreibung wieder und ich bin ebenfalls an dem Punkt, das ändern zu wollen. Ich lebe jetzt seit einigen Jahren allein ind bin zum ersten Mal in meinem Leben ohne echte Bezugsperson – und habe gemerkt, das ist gar nicht so furchtbar, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ich habe den Plan, diese Eigenständigkeit beizubehalten, mich in meiner nächsten Beziehung nicht so abhängig zu machen, wie bisher. Durch irrationale Ängste. Aber Wollen und tatsächlich tun sind zwei verschiedene paar Schuhe… Wir sprechen uns also wieder, wenn ich dann irgendwann wirklich mal wieder für jemanden Gefühle entwickelt habe ;) Deine Gedanken zu dem Thema behalte ich jedenfalls im Kopf und nutze sie als Mantra. Danke dafür <3

  9. Antworten

    janina

    3. Januar 2016

    Du hast mich gerade wach gerüttelt…

  10. Antworten

    Alex

    3. Januar 2016

    Wenn du ein Buch mit deinen Sonntagsbeiträgen verfassen möchtest, bin ich deine erste Kundin. <3!

  11. Antworten

    Camille

    3. Januar 2016

    Angela,
    Ich liebe deinen Blog und ganz besonders toll finde ich wird du deine Gefühle in Worte fassen kannst!
    In deinen Worten über Eifersucht erkenne ich mich wieder, nur dass mir das leider noch nicht so leicht fällt.
    Tausend Grüße und Danke <3

  12. Antworten

    Verena

    3. Januar 2016

    Liebe Angela!

    Vielen Dank für diesen Text! Ich glaub so einen ehrlichen und auch ein wenig selbstkritischen Beitrag zu veröffentlichen erfordert schon Mut!
    Auch ich durfte so eine tolle, auf Vertrauen basierte Erziehung genießen. Aber bei mir hat es sich irgendwie eher wie ins Gegenteil gewandelt, ich bin gerne für mich allein und hab damit auch überhaupt kein Problem. Aber meine Schwester dürfte ein ähnlich gestrickt sein wie du, und auch wenn sie mich ziemlich oft damit nervt, versteh ich ihre Angst nun ein wenig. :)

    Ich wünsch dir einen wunderbaren Sonntag!
    Liebste Grüße
    Verena

  13. Antworten

    Fiona

    3. Januar 2016

    Toller Text! Hab die gelesene Variante gewählt und muss sagen, du hast ihn sehr schön vorgelesen.
    Ich kann dich gut verstehen und deinen Gedankene gut folgen… auch wenn ich selber nicht so agiere… Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

    Viele Grüße,
    Fiona

  14. Antworten

    Closer look at runway beauty

    3. Januar 2016

    Ive been learning german for 5 years already and i still cant understand everything. I wish i could, anyway what i have understood, i can fully agree with you.

  15. Antworten

    Lucy

    3. Januar 2016

    Sehr schöner Text.. tatsächlich habe ich mir gerade vor circa 1 Woche die selben Gedanken über mich gemacht. Und nun bereue ich, dass mir das erst so spät bewusst wurde. Ich hätte vieles anders gemacht, was ich nun aber nicht mehr rückgängig machen kann. Dennoch habe ich mir zum Ziel gesetzt, ebenso wie du auch „ohne Krücken“ laufen zu können.
    Liebe Grüße :)

  16. Antworten

    Barbara

    3. Januar 2016

    Habe mir gerade deinen Beitrag angehört, ich mag deinen Blog und alle deine Beiträge mittlerweile so gerne!

  17. Antworten

    Jacki de Ripper

    3. Januar 2016

    Hallo : )

    Super schöner, ehrlicher Text. Ich lese so gerne deine Gedanken und vor allem gerade solche, die einem selbst den Spiegel vorhalten. Ich find das Thema Abhängigkeit in Bezug auf Liebe auch generell ultra interessant, auch wenn es unendlich viele Ansichten dazu gibt und ich immer wieder selbst nicht weiß wo ich stehe.

    Aber was ich eigentlich sagen wollte, ist; danke. Danke fürs ehrliche Ausschreiben und Teilen.

    xx

  18. Antworten

    Sabrina

    3. Januar 2016

    Angela, Hut ab, was für ein Text!
    Jeden Sonntag freu ich mich auf dein Alltagsgeschwafel und dieser Beitrag ist einfach nur wunderbar und aufwühlend schön :)
    Es ist toll, zu lesen, wie dich deine Eltern erzogen haben und sollte ich irgendwann mal Kinder habe, will ich das ganz genau so angehen :)
    Auch ich mache mich in Beziehungen immer wieder sehr stark abhängig und verliere mich als eigenständige Person. So sehr, dass ich die andere Person damit vertreibe :(
    Deine Sichtweise dazu ist sehr inspirierend und ich danke dir von Herzen dafür :)
    Du bist und bleibst einfach eine meiner liebsten Bloggerinnen, weil du so herrlich echt bist und ich es schön finde, dass du deine Leser daran teilhaben lässt – nur das Beste für dich in 2016 <3

  19. Antworten

    Julia

    3. Januar 2016

    Hallo Angela,

    du hast mir schon so sehr geholfen, als es um diesen Instagram vs Blogger Wahn ging (deine Mail behalte ich immernoch in Ehren!) und schon wieder sprichst du mir wahnsinnig aus der Seele. Der Text ist wahnsinnig toll geschrieben und ich kenne das Gefühl so gut. Ich muss immer wissen, wo mein Freund ist und was er tut und das nervt mich selbst vermutlich mehr als ihn. Ich würde so gerne davon weg kommen, aber ich glaube, ich weiß einfach nicht, wie das ist, mich mal nicht zu 100 Prozent auf jemanden zu verlassen. Ab und an wäre ich nämlich wirklich gern einfach mal alleine. Wenn du also Tipps hast oder uns über deine „Fortschritte“ in dieser Sache auf dem Laufenden halten könntest, dann würde ich mich sehr darüber freuen.

    Danke, dass du so ehrlich bist – und so gar nicht abgehoben.
    Du bist und bleibst meine Lieblingsbloggerin!

    Liebe Grüße,
    Julia

  20. Antworten

    Meike

    3. Januar 2016

    Hallo Angela,

    ich bin eher eine stille Leserin deines Blogs und schreibe eigentlich selten (vielleicht 2mal im Jahr) bis nie Kommentare…bis zu deinem heutigen Text. Dein Text hat mich zum Teil sehr an mich erinnert. Zum Beispiel hänge ich sehr an meinen Freunden und wenn sie mal eine Nachricht lesen und darauf nicht (sofort) antworten, denke ich ich hätte was angestellt. Das loslassen ist das Schwierigste. Ich bin auch seit 7 Jahren mit meinem Freund zusammen und trotzdem macht es mich manchmal verstimmt, wenn er mir nicht sofort antwortet oder mal nicht erreichbar ist, was eigentlich nur sein so gut wie zerstörtes Handy Schuld ist, da nicht alle meine Nachrichten ankommen und nach einer Stunde wieder der Akku leer ist oder er einfach was anderes zu tun hat. Ich vertraue ihm. Doch leider gibt es immer noch diese Stimme im Kopf die einem vom Gegenteil überzeugen möchte. Einer meiner Wünsche dieses Jahr ist es gelassener zu werden, nicht alles kontrollieren zu wollen. Ich habe beispielsweise angefangen zu schreiben – über meine Träume, Wünsche und Ziele. Ich möchte ICH werden.

    Ich finde es sehr schön, dass du so viel über dich erzählst, deinen Lesern und dir selbst vertraust. Du bist ehrlich, offen und liebenswert. Diese Eigenschaften machen dich nicht nur wunderschön äußerlich, sondern ganz besonders innerlich. Und ist innere Schönheit nicht dich Wichtigere?

  21. Antworten

    Janina

    3. Januar 2016

    Ich war für meine ehemals beste Freundin auch rund um die Uhr und ohne jegliche Einschränkung da. Leider wurde das komplett ausgenutzt und ich stand am Ende allein da und brauchte einen Anwalt um aus der gemeinsamen Mietvertrag rauszukommen.

    Ich hab ihr nicht nur sprichwörtlich das Leben gerettet und habe mich danach emotional und finanziell um sie gekümmert. Dann starben innerhalb von 4 Wochen meine Großeltern und ich hätte jemanden gebraucht. Sie hatte an dem Tag als meine Großmutter starb ein Date. Sie tätschelte meinen Kopf, sagte sie könne so etwas nicht und ließ mich allein.

    Im Verlauf des nächsten Jahres gab es dann diverse ähnliche Situationen – wenn sie etwas wollte / brauchte sollte ich springen und wenn es um mich ging, war es nicht wichtig / wurde ignoriert. Als ich komplett am Boden war und ausgezogen bin, hat sie meiner Streichung aus dem Mietvertrag widersprochen. Ich brauchte einen Anwalt um darauszukommen.

    Seitdem bin ich vorsichtiger. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mich auf meinen Freund einzulassen und ihm zu glauben, dass es mich nicht direkt wieder fallen lässt – ich hatte mich gerade mühsam wieder ausgerappelt.

  22. Antworten

    Tamara

    3. Januar 2016

    Liebe Angela,

    ich habe erst 1,2 Mal auf deinem Blog kommentiert, aber heute fühle ich mich so angesprochen von dem, was du schreibst, dass ich das Bedürfnis habe, etwas dazu beizutragen.
    Dein Text passt zu mir wie die Faust aufs sprichwörtliche Auge. Ich kann ihn fast 1:1 auf mich übertragen.
    Ich bin ähnlich behütet aufgewachsen wie du und hatte trotzdem alle Freiheiten. Ich liebe meine Eltern und bin ihnen auch heute noch unendlich dankbar für die Kindheit, die sie mir ermöglicht und bereitet haben.
    Aber auch ich bin jemand, der sich einfach ständig sorgt. Nicht unbedingt so sehr bei meinen Freunden, aber vor allem bei meiner Familie und bei meinem Freund.
    Gerade letzten Montag habe ich fast genau die gleiche Situation erlebt wie du. Mein Freund, sonst sehr verlässlich, hat sich einfach nicht mehr gemeldet. Ich bin fast gestorben vor Angst, habe sein Festnetztelefon, Handy und Facebook mit Nachrichten und Anrufen gestürmt. Im Endeffekt war auch er einfach eingeschlafen und es tat ihm furchtbar leid, dass ich mir solche Sorgen gemacht habe.
    Auch mir hat daraufhin jemand den Spiegel vorgehalten, und mir zu verstehen gegeben, dass meine Sorgen keineswegs so normal und alltäglich sind, wie ich bisher angenommen hatte. Der Verlust einer geliebten Person im letzten Jahr hat diese Sorgenhaltung auch nochmal verdreifacht.
    Für 2016 habe ich mir deshalb fest vorgenommen, erstmal tief durchzuatmen und mich zu entspannen und die Situation zuerst zu reflektieren, bevor ich wieder in meine Sorgenhaltung verfalle.
    Denn eins ist sicher: man macht sich irgendwann selbst kaputt, wenn man sich ständig mit Sorgen belastet. Und man trägt dies sein ganzes Leben mit sich.

    Ich wünsche dir nur das Beste und bin mir sicher, dass wir es schaffen werden, unseren Weg auch alleine zu laufen. Auch wenn er gemeinsam mit anderen geliebten Menschen trotzdem noch am schönsten ist :)

    Alles Liebe,
    Tamara

  23. Antworten

    Kati

    3. Januar 2016

    Wahnsinn!
    Auch wenn das schon oft gesagt wurde und mein Beitrag nur ein weiterer positiver Kommentar zu deinem Text ist, will ich mir die Mühe machen.
    Seit Jahren lese ich deinen Blog und habe bis jetzt vielleicht zwei mal kommentiert. Dabei bin ich beeindruckt, ob deiner wunderbaren, treffsicheren Worte, bildhaften Vergleiche und vor allem deiner gnadenlosen Ehrlichkeit und Selbstreflexion. Es gehört sehr viel Mut dazu sich öffentlich so intim und schonungslos zu präsentieren, da hast du es nur verdient, dass ich dir dafür, auch öffentlich, Respekt zolle.
    All deine Texte machen dich liebenswert und menschlich und ich sehe teilweise so viel von mir selber in dir.
    Mein Freund ist Musiker und oft lange weg, mir geht es wie dir, (gottseidank) war Eifersucht und Misstrauen nie ein Thema bei uns. Aber die Sorge! Wir haben den Deal, dass er mir jeden Abend aus dem Bett und jeden Morgen eine Sms schreibt, mich anruft oder mir anderweitig ei Lebenszeichen zukommen lässt. Wache ich manchmal auf und habe nichts von ihm gehört wird mir auch sofort übel, ich male mir die wildesten Szenarien aus, nur um später zu erfahren, dass eine SMS nicht ankam, der Akku leer war oder ähnliches.

    Aber du hast recht, daran muss und sollte man arbeiten.
    Nicht immer vom schlimmsten ausgehen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass dir das gelingt!

    Liebe Grüsse!

  24. Antworten

    Anni

    3. Januar 2016

    Liebe Angela, jetzt haben es schon so viele vor mir gesagt, aber ich muss es trotzdem auch nochmal sagen: du sprichst mir aus der Seele. Ich hatte schon ganz ähnliche Situationen und bin regelmäßig durchgedreht nur um dann nachträglich ein fürchterlich schlechtes Gewissen zu haben, weil ich doch alles außer einengen will. Es ist so schön manchmal zu merken, dass man mit diesen komischen Gedanken nicht alleine ist. Liebste Grüße, Anni

  25. Antworten

    Jasmin

    3. Januar 2016

    Wow. Ich kann mich den anderen nur anschließen, dieser Text ist mal wieder super gut geschrieben und auch wenn ich mich nicht in dich hineinversetzten kann, weil ich diese Angst nicht habe obwohl ich ähnlich wie du von meinem Dad (er ist allein erziehend) erzogen/behandelt worden bin, fand ich es extrem interessant davon zu lesen. Auch finde ich deine Erkenntniss toll und wünsch dir dabei alles gute. Gerade dein letzter Satz „Ich möchte lernen zu lieben ohne Abhängigkeit.“ ist so unglaublich wichtig und fällt bestimmt nicht nur dir sondern tausend anderen Menschen schwer. Ich gebe zu, mir auch noch vor ein paar Jahren bis ich es dann gelernt habe. Mehr oder weniger. Es ist wie du eben schreibst eine Abhängigkeit und dieser verfällt man ab und zu noch und braucht wirklich Zeit bis sie ganz überwunden ist. Aber gerade so ein Text hilft einem unglaublich dabei! Danke mal wieder für diesen tollen Text!!!

    Alles Liebe
    Jasmin

  26. Antworten

    Rebecca

    3. Januar 2016

    Oh Mann. Ich erkenne mich so wieder und das macht mich ganz traurig. Ich kann nicht mal auf Urlaub fahren, weil ich Angst habe, irgendwas könnte mit meinen Lieben zuhause sein und ich bin nicht da! Ganz schön irre, irgendwie, sich immer Sorgen zu machen.. Dein Post hat mich hoffentlich etwas wachgerüttelt und ich versuch mal, etwas weniger Sorge zu haben…
    Ich wünsch dir viel Erfolg dabei :)

    LG, Rebecca

  27. Antworten

    karin

    3. Januar 2016

    DANKE – dafür, dass du mir einen teil meiner selbst erklärt hast! danke, angela!

  28. Antworten

    Angela

    3. Januar 2016

    Genau so, wie ihr euch darüber freut, dass ihr mit euren Gedanken nicht alleine dasteht – freue ich mich darüber eure Kommentare zu lesen… und ebenfalls zu merken, dass ich nicht allein bin. Danke für jeden Einzelnen! <3

  29. Antworten

    Anny

    4. Januar 2016

    Hi Angela,
    ich glaube, ich muss dir wirklich nicht mehr sagen wie unfassbar schön du das geschrieben bzw. gesagt hast!
    Mein Plan war ja eigentlich, daraus ne Gute Nacht Geschichte zu machen. Aber mit einschlafen is jetzt erstmal nicht :)

    Danke dafür, dass du so gut darin bist Gefühle zu erklären. Ich bin so ziemlich das genaue Gegenteil von dir… Abhängigkeiten lösen bei mir panikähnliche Reaktionen aus, ich bin so wahnsinnig freiheitsliebend. Es ist nicht so, dass ich nicht vertraue, aber ganz fallen lassen kann icb mich eigentlich nie. Beide Extreme haben definitiv Vor-und Nachteile.
    Es gibt (oder gab) in meinem Umfeld viele Menschen, die aber nicht so sind wie ich. Denen es nicht egal ist, wenn man eine ganze Weile nichts von einander hört. Die nicht verstanden haben, warum ich dem anderen auf gar keinen Fall jeden Schritt mitteilen möchte. Und genauso hat mir oft das Verständnis gefehlt. Ich kann nur spekulieren, aber bestimmt ging es dem einen oder anderen Mann in meiner Vergangenheit ähnlich.
    Ich freue mich so sehr für dich, dass du jemanden gefunden hast, der dich aufmerksam macht. Und der dich verstehen lässt.
    Es ist so viel Wert, die eigenen Emotionen vermitteln zu können.

    Rock on!

  30. Antworten

    Tess

    4. Januar 2016

    Das ist ein wunderbar ehrlicher Text. Ich selbst habe erst in den letzten 1 ½ Jahren gelernt auch alleine klarzukommen. Ich hatte es so satt mich allein gelassen zu fühlen, wenn meine Leute mal nicht verfügbar sind und mit sich selbst beschäftigt waren, weil sie das eben können. – Alleine klarkommen! Bei mir war es häufig nicht mal die Sorge, sondern dass ich es einfach sehr auf mich bezog, wenn jemand keine Zeit für mich hatte. Ich fühlte mich verlassen, konnte es nicht verstehen. Und mir war klar ich möchte auch allein sein können, ohne dieses Gefühl. Ich möchte niemanden brauchen. Und es war ein langer weg, aber heute kann ich sagen: Ich kann allein sein. Ich komme alleine klar. Es ist für mich ein besonderes Gefühl heute sagen zu können, ich habe jemand an meiner Seite einfach weil ich ihn an meiner Seite will, nicht weil ich ihn brauche, denn ich käme auch allein klar.

    Nur ist es gar so, dass ich etwas für mich so großes erlangt habe, dass ich aufpassen muss es nicht zu sehr zu verteidigen. Denn meine neue Unabhängigkeit möchte ich mir unmöglich nehmen lassen. Aber ich glaube ich bin auf einem guten Weg und arbeite stetig an mir. Und es geht!

     

    Liege Grüße

    Tess

     

    http://www.tessis-world.com

     

  31. Antworten

    Lena

    5. Januar 2016

    Ich hätte nie gedacht, dass mir jemand mal so aus der Seele sprechen könnte in Bezug auf dieses Thema. Du bist ganz und gar nicht alleine damit. Meine Eltern waren ganz genauso und irgendwann ist diese Sorge auf mich übergeschwappt. Ich hatte mal eine ähnliche Situation mit meinem Freund, wo ich ihn nachts auch stundenlang nicht erreichen konnte trotz Abmachung und er einfach eingeschlafen war. Ich habe mir die schlimmsten Dinge ausgemalt.

  32. Antworten

    Sabrina

    5. Januar 2016

    Liebe Angela,

    ich freue mich jeden Montag oder spätestens Dienstag über deinen Sonntagspost.
    Dieser geht auch mir mitten ins Herz. Einerseits, weil ich was die Erziehung betrifft sehr ähnlich aufgewachsen bin wie du. Ich hatte und habe ein Grundvertrauen meiner Eltern, dass ich schon keinen Mist mache und sonst weiß, dass sie immer für mich da sind. Das aber glücklicherweise ohne, dass ich eine Gegenleistung dafür bringen musste (gute Noten, ihre Träume verwirklichen, etc.).
    Andererseits bist du so anders als ich. Ich mache mir auch Sorgen um meine Lieben, aber bin meistens noch sehr rational und drifte selten in die Sorgenstrudel ab, von denen du hier schreibst. Gerade deswegen finde ich es wahnsinnig schön und auch irgendwie beklemmend, mit welcher Offenheit du darüber schreibst. Denn es zeugt von Größe so offen mit sich und seinen Gefühlen umzugehen und dennoch weder zu hart mit sich ins Gericht zu gehen und dennoch selbstkritisch auf die Eigenarten zu blicken, die einen vielleicht selbst auch Stück für Stück zerstören könnten.
    Und ich verstehe dank deinem Beitrag ein paar Freundinnen besser. Die am liebsten immer wüssten, was ich mache, wo ich Probleme habe, was gerade in meinem Leben vorgeht, warum ich mich mal einen Tag nicht melde. Bisher fand ich das immer eher anstrengend und kontrollierend. Ich möchte selbst entscheiden, was ich preisgebe und was nicht. Dein Beitrag hat mir ein bisschen die Augen geöffnet, dass diese Frauen vielleicht nicht so selbstreflektiert sind wie du. (und ihre Erziehung eben aus genau dieser Kontrolle bestand, die sie jetzt über mich auszuüben versuchen)

    Ich hoffe also, dass ich öfter an deine Erfahrungen und Eindrücke denke, wenn ich mal wieder nicht verstehen kann, warum jemandem wichtig ist, wo ich mich jetzt gerade befinde. Auch wenn es so was banales wie das Büro ist. :)

    Tausend Dank für deine Offenheit, deinen Mut und dass du du selbst bist!
    Fühl dich gedrückt.
    Sabrina

  33. Antworten

    Viv

    5. Januar 2016

    Liebe Angela,

    das ist ein wunderbarer Text. Wenn man (wie ich) schon eine Weile bei dir mitliest, merkt man, wie sehr sich deine Ansichten im Laufe der Zeit entwickelt haben. Ich habe selten einen so selbstreflektierenden Text gelesen, Hut ab! Zwar habe ich mich selbst nicht immer darin wiedererkannt (ich wäre wohl eher der Mensch, der es einfach mal den halben Tag verpeilt, auf das Handy zu schauen :D), trotzdem musste ich während des Lesens immer wieder nicken und lächeln. Was du vor allem in den letzten Abschnitten schreibst, sind genau dieselben Gedanken, die auch mir vor kurzem durch den Kopf gekreist sind.

    Ich fand es immer merkwürdig zu sagen, dass jemand anderes mich vervollständigt oder meine bessere Hälfte ist (egal, ob in einer Beziehung oder Freundschaft). Denn das würde doch gleichzeitig implizieren, dass ich ohne diese Person nicht vollständig, keine ganze Person bin? Mich selbst nur als eine Hälfte des Kreises zu sehen, immer auf der Suche nach der anderen ergänzenden Hälfte, das fände ich viel zu traurig. Ich werde schließlich keinen Einfluss darauf haben, ob andere in meinem Leben bleiben wollen oder können. Tatsache ist – so klischeehaft das klingt – ich selbst bin die einzige Person, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen werde. Und damit bin ich auch die erste Person, die ich lieb haben muss. Das hat meiner Meinung nach nichts mit Selbstverliebtheit oder Egoismus zu tun, sondern ist einfach die Voraussetzung für funktionierende Beziehungen jeder Art. Wenn man das in einem Satz sagen könnte, dann möchte ich mit Menschen zusammen sein, nicht weil ich sie brauche, sondern weil ich es WILL.

    Natürlich sind Worte einfach und Taten viel schwieriger. Ich muss mich auch immer wieder zwingen, manche Gedanken wegzuschieben, wenn sie mal wieder in die falsche Richtung gehen. Aber es immer wieder zu versuchen, das ist wie ich finde ein guter Vorsatz für das neue Jahr (und eigentlich das ganze Leben!). In diesem Sinne: „Ich möchte lernen zu lieben ohne Abhängigkeit.“ – WORD!

    Liebe Grüße,
    Viv

    • Antworten

      Angela

      6. Januar 2016

      Liebe Viv,
      ich habe mir den Satz: „ich selbst bin die einzige Person, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen werde. Und damit bin ich auch die erste Person, die ich lieb haben muss.“ gleich mal rauskopiert. So schön und so wahr! Für mich war die ganze Sache nur so ein Schlag ins Gesicht, weil man sein ganzes Leben lang eigentlich nichts anderes gelernt hat – von den Medien, von der Gesellschaft. „Du machst mich vollständig“, „Ich würde für dich sterben“, „Ohne dich kann ich nicht sein“, „Meine bessere Hälfte“ – all das klingt so romantisch und wir denken, all das sei Liebe. All das sei genau richtig – wie soll man auch anders denken, wenn es einem das ganze Leben lang so eingehämmert wird? Ich bin so froh über diese Erkenntnis. Schön zu wissen, dass ich nicht allein damit bin :)

    • Antworten

      Isabell

      6. Januar 2016

      Liebe Viv,

      als hätte mich der Text von Angela nicht schon zum Nachdenken angeregt, macht es deiner nochmal umso mehr.

      Ich habe das vorher noch nie so gesehen. Klar, dieses „Nur wenn du dich selbst liebst kann dich jemand anderes lieben“ liest man überall. Stimmt ja auch. Aber diese Sache mit der besseren Häflte…. das kam mir vorher noch nie in den Sinn. Und das ich mein Leben lang mit mir selbst auskommen muss, macht mir auch grad etwas Angst ;D

      Ich bin auch ungern „alleine“. Alleine mit mir selbst. Niemand mit dem ich lachen und reden kann. Nur ich. Mit den Jahren hat sich das bei mir stark gebessert, denn so übel bin ich gar nicht. Ich habe mich damals von einer Beziehung in die nächste gestürzt. War der Eine weg, habe ich zwanghaft den Nächsten gesucht. Das brachte mir auf lange Sicht natürlich auch einen fantastischen Ruf ein. Dabei konnte ich einfach nur nicht alleine sein.

      Anfang des Jahres 2015 habe ich mich unglaublich heftig in einen Mann verliebt, der mir das Herz brach. Mitte des Jahres ereilte mich dann zudem noch eine recht heftige Krankengeschichte …. aber genau da fing ich an über mein Leben nachzudenken. Keiner konnte sich in mich reinversetzen. Ich war auf mich allein gestellt. Die obligatorischen Genesungswünsche und „Ich bin für dich da“ Sprüche kamen natürlich und ich hab es gerne angenommen, aber im Großen und Ganzen musste ich dieses ganze Elend mit mir selbst ausmachen. Es hat mich stark gemacht, mir gezeigt was wichtig ist. Ich habe diverse Freundschaften beendet, mit Anderen wuchs ich noch mehr zusammen. Ende des Jahres lernte ich dann durch Zufall einen Mann kennen. Und diesmal lasse ich alles einfach auf mich zukommen. Ich muss nicht hetzen, ich brauche ihn nicht um vollständig zu sein… denn das bin ich schon.

  34. Antworten

    Livia.

    16. Januar 2016

    Liebe Angela,

    einfach nur wow. Danke für diesen Text, du sprichst mir absolut aus der Seele. Umso weiter ich den Text las, desto mehr kamen mir die Tränen, weil ich tatsächlich GENAU SO bin. Wort für Wort könnte das meine Geschichte sein. Eifersucht ist gar nichts für mich. Ich vertraue (wie du so schön sagst) „meiner Person“ und meinen Freunden ohne Einschränkungen. Dennoch denke ich sofort, es sei irgendetwas furchtbares passiert, wenn ich nicht innerhalb von Minuten eine Antwort auf eine Nachricht bekomme, geschweigedenn jemand nicht an sein Telefon geht. Ich bin für alle IMMER, zu jeder Tages- und Nachtzeit, erreichbar. Warum also auch nicht alle anderen für mich?

    Eine weitere blöde Eigenschaft von mir ist, dass ich mich in fast jedem Fall immer erst einmal bei jemand anderes absichern muss, bevor ich etwas entscheide. Ich. Selber Entscheidungen treffen. Das geht kaum. Ständig dieses „Wie findest du das? Was hältst du von dem? Würdest du das auch so machen?“

    Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr ist es allemal, zu versuchen, mich nicht mehr abhängig von anderen zu machen. Also noch einmal vielen Dank fürs Augen öffnen.

    Liebe Grüße
    Livia.

  35. Antworten

    Michaela

    22. Januar 2016

    Mir geht es einfach genau so!
    Ich mache mir auch ständig Sorgen und weiß, dass ich damit allerdings Wahrscheinlichkeit nach für meinen Freund immer die gleiche Platte abspiele. Aber es ist nunmal so. Wenn draußen Glatteis ich gemeldet ist, habe ich sofort Angst, es könnte was auf dem Weg zur oder von der Arbeit was passieren. Und ich glaube, dass das bei mir – wie bei dir auch – aus frühester Kindheit rührt, denn bei mir hieß es auch immer „Egal, was passiert – sei immer erreichbar, falls etwas ist!“
    Eventuell sollte auch ich mir das etwas abgewöhnen. Und mit „eventuell“ meine ich „auf jeden Fall“!
    Liebe Grüße an dich.

  1. Antworten

    Meditation Lernen – 15 Minuten, die dein Leben verändern (Part 1) | ANGELADOE.COM - Vegan Blog München // Fashionblog

    16. November 2016

    […] Ich schrieb meine Gedanken wie immer auf, jede verwirrende Veränderung tippte ich ab, manche veröffentliche ich. Und jedes mal, wenn ich mich im Netz nach den Themen, die mich so beschäftigten, umsah, fand ich […]

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