Deichbrand Festival: Eat, dance, love

Der Backstage-Bereich auf dem Deichbrand Festival ist riesig. Presse- und VIP-Bereiche, Sani-Zelte, Produktion, die gesamte Logistik, die Unterkünfte der Mitarbeiter, der Artist-Bereich und natürlich das riesiges Catering-Zelte… all das findet man hier hinten im Bauzaun-Labyrint. Natürlich verlaufen wir uns auf dem Weg zum Treffpunkt mit Alpro und den anderen Bloggern. Blindlinks stolpern wir durch den Hintereingang in das Catering-Zelt und stehen plötzlich verdattert in der riesigen Festival-Küche. Ein großer, schlanker Mann mit Vollbart und zerzausten Haaren kommt lächelnd auf uns zu und fragt, ob wir uns verlaufen haben. Er möchte uns unbedingt helfen, so habe ich das Gefühl. Er erkundigt sich kurz hier und da und lässt uns erst wieder gehen, als wir ganz genau wissen, wo wir hinmüssen.
„Der war ja lieb“, sage ich zu meinem Freund, als wir das Zelt wieder verlassen. Bestimmt einer der Leute an der Essensausgabe, denke ich mir.

Ein paar Tage später sind wir braungebrannt, ausgelassen, entspannt und total im Festival-Modus. Mittlerweile kennen wir uns im Backstage-Bereich bestens aus, das Catering-Zelt besuchen wir mindestens drei mal am Tag. Niemals hätten wir gedacht, dass wir uns als Veganer tatsächlich drei mal täglich den Bauch vollschlagen können – auf einem Festival! Ich kann jeden Morgen Kaffe mit Sojadrink trinken und ein Müsli essen! Ich kann jeden Tag zu Mittag etwas Neues probieren!

Ich beschloss bereits mit einundzwanzig, das Vegan-Ding mal auszuprobieren (ich hielt genau zwei Monate durch), fand ich mich ebenfalls auf einem Festival wieder. Southside 2011. Es gab nichts – absolut gar nichts. Heute, fünf Jahre später, stehe ich hier auf einem 50.000 Mann Festival – mit Alpro als Sponsor, Vincent Vegan ist mit dem Foodtruck hier, Seitan-Döner gibt’s ebenfalls und auch sonst hat fast jeder Stand eine vegane Alternative. Hinter den Kulissen versorgt ein Mann namens Martin Svitek Mitarbeiter und Artists mit einem Catering, dass täglich mehrere vegetarische und vegane Gerichte auf der Karte hat. Hier oben an der Nordsee wird mir erst mal wieder bewusst, wieviel sich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren getan hat. Es ist nicht mehr kompliziert und anstrengend, sich vegan zu ernähren. Es ist nicht mehr nur „zu schaffen“, sondern sogar entspannt und einfach. 

Am Sonntag, unserem letzten Festivaltag, lud uns Alpro ein, Martin Svitek, den Mann hinter den Catering-Kulissen, kennenzulernen. Ich hatte schon einen Tag zuvor, als ich erfuhr, wer für all die Leckereien hier zuständig ist, nach Martin gegoogelt – und mich komplett im Text auf seiner Website verloren. Das muss ein ganz toller Mensch sein, dachte ich mir und freute mich riesig darauf, ihn kennenzulernen.
Und nun ratet mal, wer uns am Catering-Eingang empfing: Natürlich der nette Mann, der uns am ersten Tag so lieb weiterhalf. Natürlich war er das! Wieso kam ich nicht auf die Idee, das das dort der Chef von all dem hier ist? Weil ich es nicht gewohnt bin, eine Führungsperson kennenzulernen, die alles liegen lässt, um zwei Verirrten Festivalbesuchern zu helfen. Menschen in Führungspositionen verhalten sich viel zu oft herablassend oder eben genau so „wichtig“, wie sie denken zu sein – ganz anders Martin. Martin begegnete uns auf Augenhöhe, ab der ersten Sekunde. Der Mann, der hier das Essen für 2.500 Mitarbeiter koordiniert nahm sich so lange Zeit für meinen Freund und mich, bis wir wussten, wo wir hinmüssen. Und auch jetzt, an diesem Sonntag, nahm er sich wieder Zeit – für uns Blogger. Keine Sekunde lang hatten wir das Gefühl, er sei gestresst oder zu einem Pflichttermin erschienen. Mit voller Ehrlichkeit und viel Herz erzählte er uns die Geschichte von Karmakitchen – von dem schweren Tief, in welches er durch seinem vorherigen Beruf stürzte, und wie er beschloss, etwas an seinem Leben zu ändern – und sich selbst in Yoga, Meditation und gutem Essen wiederfand.

Ich lerne selten Menschen kenn, die mich mit ihrer Ausstrahlung so umhauen wie Martin, die mich in so kurzer Zeit so beeindrucken. Und es bestärkt mich nur immer wieder darin, weiterzumachen, mit allem, was ich gerade tue. Martin hat mir wieder vor Augen geführt, dass der Weg, den das Herz gehen will, immer der Richtige ist. Alles, was ich mit Liebe anfasse, wird zu Gold – etwas anderes ist gar nicht möglich.

Das Deichbrand Festival war Balsam für die Seele (und für den Magen). Alpro als Sponsor so einer großen Sache heißt für mich: Es bewegt sich etwas. Pflanzen- und Sojaprodukte kommen so langsam in den Köpfen der Menschen an, ohne Abwehrhaltung, ohne Missionieren. Einfach nur durch ein: „Guckt mal, was wir hier leckeres haben“.
Martin als Koch für Mitarbeiter und Artists bietet zwar Fleisch und Fisch an – zusätzlich aber so viel geilen veganen Scheiss, dass auch der größte Fleischliebhaber einfach mal kosten muss. 

Ich bin wahnsinnig dankbar für die letzten Tage. Ich habe so viel gelacht, getanzt, gesungen, gegessen, gelebt und vor allem geliebt, dass ich euch hoffentlich ebenfalls damit anstecken kann. Danke, Deichbrand Festival!

Was braucht man mehr im Leben, als den einen Menschen,
gutes Essen, Zelt, Isomatte und Schlafsack?


Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

Danke an Ilona für das tolle Foto <3

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

 

Alpro-Brunch auf dem Inflied – vor dem großen Sturm

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

Wie jetzt, noch nie was von planking gehört?

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

 

Deichbrand Festival 2016: Eat, dance, love

 

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  1. Antworten

    Madlén Bohéme

    28. Juli 2016

    Wundervoller Beitrag…nicht nur weil ich selbst seit 2012 vegan lebe…sondern vor allem, weil es mal wieder zeigt, wie schön es ist sich mit bewussten Menschen zu umgeben. Menschen die wie man selbst krasse Tiefschläge erlitten haben und nach Alternativen suchten und diese fanden. Wenn ich mir selbst etwas Gutes tue, dann werde ich auch meine Umwelt besser behandeln. Das passt super zu meinem letzten Post.

    Schön, dass Alpro sich dafür mit einsetzt und auch passende Blogger wie dich mit ins Boot holt.

    Liebst,

    Madlén Bohéme

    http://www.madlenboheme.com

  2. Antworten

    feli

    28. Juli 2016

    sieht nach ner tollen zeit aus! ich bin keine veganerin, aber kann mir vorstellen, wie schwer es ist etwas zu essen zu finden! liebe grüße, feli von http://www.felinipralini.de

  3. Antworten

    Lisi Ledbetter

    28. Juli 2016

    so schöne fotos, und wundervoller text. genau so denke ich auch: „seht mal, was hier haben, so kann vegan schmecken“ :)

  4. Antworten

    Lisa

    28. Juli 2016

    Ich finde es großartig, dass so Marken wie Alpro jetzt auf dich aufmerksam werden. Und dass sie Festival-Sponsor sind und Blogger wie dich einladen. Es ist echt shcön zu sehen wie sich endlich was bewegt!!!

    xx Lisa

  5. Antworten

    Lucia

    28. Juli 2016

    Gab‘ es da auch die Alpro Puddings? Die musst du probieren die sind so gut! :)))

    Mega schöne BIlder übrigens, ich liebe es wie du fotografierst. :))))

    • Antworten

      Angela

      28. Juli 2016

      Jaaaaa ich hab‘ mir einen auf der Heimreise mitgenommen. Caramel war das. Mega lecker! :D

  6. Antworten

    Hanna

    28. Juli 2016

    Life is good with Friends and Food :)

  7. Antworten

    Franzi

    28. Juli 2016

    Ohh Neid!

  8. Antworten

    Farina

    28. Juli 2016

    Was ein toller Beitrag. Vegan auf einem Festival darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich esse selbst kein Fleisch, bin aber auf dem Sea You Festival schnell fündig geworden. Asia Nudeln gibt’s halt immer vegetarisch :D
    Liebst,
    Farina

  9. Antworten

    Jojo

    28. Juli 2016

    Toller Post. Ich hab es ähnlich empfunden und beschrieben :) Verrückt, dass ein Mensch bei uns allen so wahnsinnig gut ankommt. <3
    Ich schick euch beide liebe Grüsse aus Hamburg!
    Jojo

  10. Antworten

    Katta

    28. Juli 2016

    Schön, das Festival mal so zu beleuchten! Ich hab zufälligerweise gerade einen Bericht aus meiner Perspektive online ;)

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA || INSTAGRAM

  11. Antworten

    Andrea

    28. Juli 2016

    Was für ein wundervoller Beitrag! Für mich ist dieses Jahr wirklich das Jahr der Veränderungen..und langsam aber sicher will ich auch zumindest zu 90 % vegan werden…nur auf ganz wenige Dinge (zB ab und zu Käse) könnte ich nicht verzichten..aber besser als nichts,oder? :) Die Alpro Produkte sind übrigens wahnsinnig gut ;)

  12. Antworten

    GNAHFAIL

    28. Juli 2016

    Jetzt muss ich auch mal endlich nach Jahren einen Kommentar schreiben!
    Liebe Angela, ich verfolge dich ja nun schon sehr lange (alte Konzertzeiten) und habe nach den ganzen Sponsor Aktionen vor allem mit Echtleder damals einfach den Draht und den Bezug zu dir und deinem Blog verloren. Ich hatte nicht mehr das Gefühl du wärst authentisch. In den letzten Monaten hast du dich so gewandelt dass ich mich mittlerweile wieder auf jeden einzelnen Post von dir freue und es einfach so beeindruckend finde wie du dich und den Blog jetzt (um)gewandelt hast! Vielen Dank! Ich kann wieder jeden Post von dir lesen und dir und dem Inhalt und vor allem der Message vertrauen.

    Deine Fabienne

  13. Antworten

    Lisa

    29. Juli 2016

    Toller Post! Ich ernähre mich zwar nicht vegan aber ich finde es auch cool, dass es egal wo man hin geht immer mehr vegane Alternativen gibt und probiere die auch immer sehr gerne aus. Schmeckt halt meistens auch richtig gut!

    Ach, und die Bilder sind toll <3

  14. Antworten

    Maria Anna

    31. Juli 2016

    Ich muss ja ehrlich sagen, dass das Deichbrand so ganz und gar nichts meins ist. Ich war am Freitag da und wollte erst noch bis Samstag bleiben, aber ich war von so viel Kommerz und weniger Stimmung wirklich überrascht und fuhr doch Freitagabend noch. Electric Island und die kleinen Stages am Campingplatz waren wirklich schön, aber die großen Bühnen mit allem drum herum erschienen mir sehr lieblos, sehr langweilig, sehr fad. Ein Hirsch eben, ein Riesenrad, viele Stände, die wie auf dem Jahrmarkt groß angepriesen werden. Schade!

    Klar, der Artistbereich war schön gemacht, aber das ist ja eben gerade nicht für die breite Masse zugänglich. Gerade im VIP-Bereich (was war das für ein glitzernder Hirsch?) fehlte mir Flair. Trotzdem möchte ich das Festival nicht schlecht reden – schließlich fahren mehr als 40.000 Menschen jedes Jahr dorthin. Und wenn es denen gefällt – super. Ich bleibe dann eher bei der Fusion <3

  1. Antworten

    Cherry Picks #28 - amazed

    31. Juli 2016

    […] In zwei Wochen geht es los, wohin genau wird noch nicht verraten. Diese Woche haben jedenfalls Angelas Festivalfotos meine Vorfreude ganz schön […]

  2. Antworten

    Outfit: Random Facts about Deichbrand | ANGELADOE.COM - Vegan Blog München // Fashionblog

    16. November 2016

    […] Bereits erwähnt, aber trotzdem ein weiteres mal erwähnenswert: Vegan essen auf Festivals ist mittlerweile nicht nur möglich, sondern sogar easy. […]

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