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Vegan Black Friday Sale

Outfit: Vegan & Vintage Black Friday!

Vegan Black Friday Sale

Fotos by Alexis

Ganz ehrlich: Was das vegane und fair Fashion Sortiment im Web angeht bin ich immer noch nicht überzeugt. Ich lerne zwar mehr und mehr neue Shops kennen, aber klick hat es noch nie gemacht. Außer bei Matt & Nat natürlich. Versteht ihr, was ich meine? Basics bekommt man auf jeden Fall, soll es aber mal etwas ausgefallener werden sucht man vergebens.
Meine Rettung: Flohmärkte und Second Hand. Denn seien wir mal ehrlich: Genug Kleidung und Materialien gibt es auf der Welt bereits. Deshalb war meine Jeansjacke hier auch (mal wieder) ein 5€-eBay-Fund.
Da ich euch aber zum Black Friday doch etwas bieten möchte, was ihr von Zuhause aus bequem bestellen könnt, kann ich euch die Teile aus der ASOS Reclaimed Vintage Kollektion sehr ans Herzen legen – und meine neueste Entdeckung: Milk it!
Beide Marken/Kollektionen arbeiten mit recycelten vintage-Materialien und schaffen somit „neue“ ausgefallene Stücke. Ich find’s großartig!

Vegan Black Friday Sale

Oversize T-Shirt // Acid Bomberjacke // gestreiftes Longsleeve
Hoodie // Military Jacket // Bomberjacke mit Patches

Die Tasche im Outfit ist eine Rebecca Minkoff (eines der beiden Marken-Täschen, das ich bei meinem Ausmist-Wahn behalten habe), da diese aber aus Leder ist und ich euch eigentlich kein Lederzeug mehr verlinken möchte, habe ich mich auf die Suche nach ein paar weiteren, schönen schwarzen veganen Taschen gemacht… und bin zusätzlich auch noch über ein paar Schuhe gestolpert. Die Sachen hier sind leider nicht vintage – aber zumindest ohne Leder.

Vegan Black Friday Sale


Freda Bag
// Booties // vegane Overknees
Quilted Bag // Matt & Nat



Die Shopping-Codes:

– ASOS Black Friday Code: „GOGOGO“
– Zalando Black Friday Code: „BLACKFRIDAY16A“
– Nasty Gal Black Friday Code: Wird automatisch abgezogen

Happy shopping meine Lieben! :)

 



Und da das Beste ja bekanntlich zum Schluss kommt: Habt ihr schon Alix‘ und meinen neuen Kaffeekranz gesehen? ;)

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Warum wir den Supergirl-Feminismus (auch) brauchen

Vor einigen Tagen erhielt ich eine interessante Kooperationsanfrage. Eigentlich klang es einfach nach einer netten Aktion: Zum DVD-Release der neuen Serie „Supergirl“ darf ich euch eine persönliche Geschichte erzählen, in der ich mich als #Alltagsheldin entpuppe. Geschichten erzählen, das kann ich gut!
Natürlich wollte ich mich von einer Serie, die ich bewerben soll, selbst überzeugen. Also recherchierte ich im Netz nach Kritiken und setzte mich tatsächlich mal wieder hin, um eine Serie zu gucken.

Ich bin ganz ehrlich mit euch: Ich hatte etwas Muffensausen, ob ich der Kooperation vielleicht zu früh zugesagt hatte. Es ging hier immerhin um die erste SuperheldINNEN-Serie. Ich hatte also große Erwartungen – und gleichzeitig Angst, dass hier wieder nur ein Frauenbild vermittelt wird, welches ich so gar nicht vertreten kann.



Was das Feminismus-Thema angeht habe ich mich seit „Still not asking for it“ bewusst zurückgehalten. Ich hatte das Gefühl, das Thema sein zu groß für mich, zu schwer für mein schwaches Gemüt. Und: Anti-Feministische Stimmen sind manchmal so laut und unter der Gürtellinie, so abwehrend und hirnlos, dass sie in mir eine Ohnmacht auslösen. Wie kann es noch Frauen auf dieser Welt geben, die sich bewusst gegen Feminismus aussprechen? Wie kann man sich gegen ein so wichtiges Thema in der heutigen Zeit noch wehren?

Ich konnte meine Stimme bis heute nicht nutzen, weil ich sie noch nicht gefunden hatte. Wenn du über Feminismus sprichst, musst du den absolut richtigen Ton treffen – einen Ton, der hörbar ist für die nicht-Feministen und die erfahrenen Femininsten. Treffe ich den falschen Ton, werde ich gleich von beiden zerfleischt. Den einen ist es zu viel, den anderen zu wenig. Von den nicht-Feministen erntest du verdrehte Augen und verlierst sie nach der ersten Note, die erfahrenen Femininsten drehen jedes Wort drei mal um.

Ich habe gegen beide nichts. Ich will beide erreichen, und das ist unfassbar kompliziert. Drehe ich mich den einen zu, empfindet die andere Seite es, als würde ich ihnen den Rücken zudrehen. Ich versuche also, zwischen beiden zu stehen. Ich möchte mich eigentlich keinem Zudrehen müssen, sondern eigentlich nur zeigen, dass wir doch alle in die gleiche Richtung blicken. Dann dreht auch niemand irgendwem den Rücken zu.

Solange es aber Menschen gibt, die Feminismus falsch verstehen, muss und will ich mich eben diesen zuwenden. Und zwar sachte, ohne gleich die Knarre an den Kopf zu halten. Wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe – und diese Aussage kann man auch perfekt auf das Veganer-Thema übertragen – dann: Solange du deinem Gegenüber kein ehrliches Verständnis entgegenbringst, hört er dir nicht zu. Die Gegenseite mit Steinen zu beschmeissen hat noch niemals irgendetwas bewirkt. Willst du etwas in den Köpfen der Menschen ändern, musst du sie erst verstehen. Wenn mir also jemand sagt, er fände Feminismus scheisse, sage ich nicht: „Bist du bescheuert?“ Denn was würde so ein (Gegen)angriff bewirken? Da steht jemand und sagt, er fände Feminismus scheisse – und du als Feminist BIST dann im gleichen Zuge scheisse zu ihm? Damit bewirkt man kein Umdenken, damit macht man es nur schlimmer. Der einzige richtige Weg wäre, zu versuchen, seinen Gegenüber zu verstehen. Erst dann wird er dir zuhören.

Ich hoffe, ich finde den richtigen Ton, damit ihr mir alle zuhört.

„Supergirl is a feminist“

Bereits bevor ich die Serie begann, recherchierte ich etwas im Netz darüber, wie Presse und Feministen die Show aufnehmen. Was ich las war entweder schwarz oder weiß. Die einen lobten die feministischen Ansätze, die anderen machten die Show nieder, weil sie im Kern doch total anti-feministisch sei.

Eine kurze Zusammenfassung: Kara ist Supermans Cousine. Ihre Aufgabe war es eigentlich, auf Superman Acht zu geben – leider aber „verflog“ sie sich auf dem Weg zur Erde etwas und kam erst 24 Jahre später hier an. Superman hatte es auch ohne sie ganz gut hinbekommen. Sie beschließt, dass ein Superheld auf Erden genug sei und entscheidet sich für ein Leben unter den Normalos. Ähnlich wie Clark Kent arbeitet sie bei einer Zeitung, als schüchterne, graue Maus. Ihre Schwester ist ihre beste Freundin, ihre Chefin leider eine fürchterliche Furie und mit den Männern will es auch nicht so klappen.
Als ihre Schwester aber droht bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, nutzt sie ihre Kräfte und rettet somit allen Insassen das Leben. Natürlich wird sie dabei gesehen, und natürlich spürt sie, dass Leben retten und das Böse bekämpfen vielleicht doch ihre wahre Bestimmung sein soll.

Anfangs klang das für mich alles sehr oberflächlich und nicht wirklich neu. Aber die Serie hat viel mehr Potenzial, Charm und und vor allem Tiefe als zunächst gedacht:

Als es um die Auswahl ihres Supergirl-Kostümes geht lehnt Kara den Sexy-Look bewusst ab und entscheidet sich lieber für eine „bekleidetere“ Variante.


Als sie bei einem Interview gefragt wird, ob sie denn an Familienplanung denkt, antwortet sie: „Superman werden solche Fragen auch nicht gestellt!“

Und auch die erst als Karrierezicke dargestellte Chefin Cat Grant bringt Kara nicht nur einmal etwas über Feminismus bei: Cat verleiht „Supergirl“ ihren Titel, was Kara zunächst nicht gefällt, denn wenn es einen SuperMAN gibt, solle es auch eine SuperWOMAN geben:

„Wenn wir sie ‚Supergirl‘ nennen, dann verniedlichen wir sie! Und machen wir uns nicht damit zu Komplizinnen des Anti-Feminismus?“

Worauf Cat antwortet: „Was finden sie so schlimm an der Bezeichnung ‚Girl’? Ich bin auch ein ‘Girl‘. Und Ihre Chefin, mächtig, reich, sexy und clever. Wenn Supergirl für Sie also lediglich nach Niedlichkeit klingt, liegt das Problem dann nicht bei… Ihnen?“

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Supergirl ist Bechdl-Approved

Wusstet ihr, dass dieses Jahr 32% der erfolgreichsten Filme den Bechdl-Test nicht bestanden haben? Der Bechdl Test wertet eigentlich nur aus, ob in einem Film eigenständige weibliche Persönlichkeiten vorkommen. Er untersucht Filme nach drei simplen Fragen:

  • Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?
  • Sprechen sie miteinander?
  • Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?

Der Bechdl-Test gilt als bestanden, wenn nur eine einzige Szene im Film diese drei Kriterien erfüllen. Man möchte glauben, das sei nicht viel verlangt. „Supergirl“ besteht diesen Test nach nur wenigen Minuten – und das in jeder Folge.

Wieso aber gibt es dann Gegenstimmen?

Weil Supergirl nicht allen „genug“ ist. Supergirl bedient sich einem Ton, einer Stimme, die meiner ähnelt. Supergirl ist vorsichtig und wendet sich auch denen zu, die von Feminismus vielleicht noch nicht so viel verstehen – zum Beispiel Mädchen um die zwanzig. Supergirl ist für Feminist-beginners. Und obwohl ich es selbst nicht (mehr) bin, erkenne ich sehr wohl, wie wichtig eine solche Serie ist.

Dadurch, dass Kara selbst erst zwanzig ist, Männerprobleme sehr wohl zu ihrem Leben dazugehören und sie noch nicht die perfekt emanzipierte, unabhängige, selbstbewusste Frau ist, macht sie sich greifbarer für die Masse. Sie selbst stellt vielleicht nicht zu 100% das vom Feminismus gewünschte Frauenbild dar – aber NUR DADURCH ist sie für genau DIE Frauen und Mädchen interessant, die hinhören MÜSSEN. Eine bekennende Feministin muss sich nicht zu 100% mit Kara identifizieren können, sie hat es doch bereits verstanden. Wichtig sind die, die Feminismus falsch verstehen. Wichtig sind die, die sich noch nie mit dem Thema auseinandersetzen mussten. Und für all die brauchen wir eben solche leichte Kost, die zusätzlich noch unterhält.

Supergirl ist ein Schritt nach vorne

Supergirl hat eine schwere Last zu tragen: Sie ist die erste weibliche Superhelden-Show. Natürlich sind die feministischen Erwartungen viel zu hoch. Eine einzige Show allein kann nicht etwas für jedermann sein – und genau deshalb brauchen wir mehr solcher Serien und Filme, um mit verschiedenen weiblichen Charakteren eine größere Masse an Frauen anzusprechen.

Vielleicht ist die Serie kein Marathonlauf, vielleicht führt sie diese Welt und all ihre Zuschauer nicht an das „ultimative Ziel der Gleichberechtigung“ – aber sie ist ein Zeichen dafür, dass sich unsere Welt weiterentwickelt. Sie ist definitiv ein Schritt nach vorne, niemals zurück. Kein Problem dieser Erde wurde von heute auf morgen gelöst. Bis eine so wichtige Sache in den Köpfen aller Menschen ankommt, braucht es Zeit, sehr viel Zeit.

Und warum bin ich nun eine #Alltagsheldin? Weil es Sonntag ist und ich Texte schreibe wie diese. Weil ich mich immer mehr traue, meine Stimme im Netz zu nutzen. Weil ihr mich als Leser zu einer Alltagsheldin gemacht habt. Danke! <3

*Supergirl gibt es ab jetzt auf Dvd zu kaufen!


*In Zusammenarbeit mit Warner Bros. Danke!

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Fitness für Sportmuffel: Ausreden über Ausreden

/*/ Headphones: UrbanEars Hellas (waschbar) // Shoes: Nike (Kleiderkreisel)

Jetzt mal Hände hoch, wer hat geglaubt, dass da noch was komm? Niemand? Ich kann’s verstehen. Mein erster „Ich mach jetzt Sport. Echt jetzt“ Post ist sieben Monate her. SIEBEN MONATE. Ihr könnt euch vielleicht in etwa vorstellen, wie unangenehm das Ganze für mich ist, erst große Töne zu spucken und dann… krieg‘ ich’s (mal wieder) nicht auf die Kette. Ich dachte die Tatsache, dass ich es nun öffentlich mache, würde mich vielleicht endlich motivieren – je weniger Ausreden ich habe, desto eher würde ich schon trainieren gehen. Pustekuchen. Es gibt leider immer Ausreden.

Heute, sieben Monate später, kann ich endlich behaupten: Ich hab’s tatsächlich geschafft, Sport in mein Leben zu integrieren. Ich mache nicht nur einfach Sport, ich brauche es sogar.
Und es tut mir so leid, dass ich es nicht über’s Herz gebracht habe, mir regelmäßig den Frust von der Seele zu schreiben, denn eigentlich wollte ich genau das tun. Ich wollte euch an jedem bisschen Frust teilhaben lassen, um zu zeigen, dass ihr nicht allein dasteht. Aber in dieser Hinsicht habe ich auf ganzer Linie versagt. Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass es mir schlichtweg zu peinlich war, und dass ich erst jetzt, nachdem ich etwas „erreicht“ habe, den Mut aufbringe, euch von meinem Weg zu erzählen.

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Drehen wir die Zeit einmal kurz zurück.

Irgendwann Ende 2015 bekam ich eine Mail von Jenny, die als Trainerin bei Nautilus München arbeitet. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte auf eine Zusammenarbeit: Ich dürfte kostenlos im Studio trainieren und im Gegenzug schreibe ich etwas über das Studio. Als ich dann im April aus Hawaii wiederkam folgte ein Gespräch mit Robert, dem Geschäftsführer, der ebenfalls sehr angetan war von der Idee. Beide betonten auch, dass ich niemals reine Werbung machen solle, sondern ganz ehrlich schreiben darf, wie es mir dort gefällt.

Was für eine perfekte Motivation! Ich habe die Möglichkeit komplett kostenlos in einem guten Fitnessstudio zu trainieren – welches außerdem nur zwei Busstationen bzw. 5 Fahrradminuten von meiner Haustüre entfernt liegt? Wie geil ist das denn? Was sollte mich nun noch davon abhalten? Welche Ausreden gibt es jetzt noch?

Aber wer Ausreden sucht, der findet auch. Und ach, es gab so viele Gründe, nicht hinzugehen. Hier eine Auswahl meiner liebsten Ausreden (wie viele davon treffen auf euch zu?):

  • Das Studio ist so weit weg
  • Ich brauche mehr Abwechslung
  • Ich habe keine Begleitung
  • Es ist zu zeitaufwändig
  • Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich da machen soll
  • Ich sehe keine Resultate
  • Ich habe so krassen Muskelkater, dass ich danach ewig keinen Sport mehr machen kann/will
  • Ich fühle mich nicht fitter
  • Ich fühle mich eher geschwächt, wenn ich mit meinem Training fertig bin
  • Es macht mir ganz einfach keinen Spaß

Den ersten Monat waren all diese Ausreden natürlich hinfällig (die Erste fiel natürlich weg). Alles war neu, die Motivation noch frisch. Ich bekam einen Trainingsplan erstellt, die ersten drei Mal trainierte ich sogar mit Termin und personal Training (was übrigens Standard ist bei Nautilus). Aber schon bald merkte ich, dass reines Gerätetraining nichts für mich ist, es war mir schlichtweg zu langweilig. Punkt Drei fing an in meinem Kopf umherzukreisen:

Ich brauche mehr Abwechslung

Aber auch hier wusste ich, dass ich sie mir Studio einfach holen konnte: Immerhin gibt es ein riesiges Kursangebot und auch das durfte ich frei nutzen. Yoga bereitete mir mega viel Spaß – perfekt für Anfänger, perfekt für die Entspannung nach dem Training. Ich gehe heute immer noch gerne in den Yoga-Kurs, aber als Training reichte mir das nicht. Also testete ich noch Jumping und Bauch-Beine-Po – und fühlte mich nach beiden Kursen wie der größte Bewegungsidiot ever. Ich war so vollkommen am Ende, dass ich beide Male kurzzeitig dachte, ich würde umkippen. Ich kam mir komplett verloren vor. Versteht mich nicht falsch, die Kurse waren spitze und die Trainer sowieso mega nett – aber ich war schlichtweg überfordert. Ich überforderte mich selbst. Ich hätte ja auch einfach langsam machen können, aber im Vergleich zu den anderen fühlte ich mich wie der unsportlichste Mensch auf Erden. Demotivation dreitausend.

Nach nur ca. 8 Wochen fiel ich wieder in ein Sport-Tief. Vielleicht bin ich einfach nicht dafür gemacht. Vielleicht muss ich mich damit abfinden, dass ich niemals das erreichen werde, was ich möchte. Ich konnte mich nicht mehr motivieren. Gar nicht mehr.

Im Hinterkopf aber hatte ich immer noch diesen Post. Und natürlich die Tatsache, dass ich einer Kooperation zugesagt hatte. Ich machte mir selber mega viel Druck, und wie immer, wenn mir alles zu viel wird, laufe ich weg und mache gar nichts. So auch hier.

Vor ein paar Monaten dann fragte Jenny mal vorsichtig nach. Immerhin hatte sie mich reingeholt, natürlich wollte sie mal nachhaken, was denn der aktuelle Stand sei. Für mich gab es keine Ausreden mehr – also erzähle ich ihr einfach die Wahrheit. Dass ich nichts schreiben will, wenn es nicht ehrlich ist. Dass ich keinen Blogpost über das Studio verfassen kann, wenn ich es selbst gar nicht mehr nutze. Natürlich hätte ich euch von all den Kursangeboten, dem tollen Probetraining und der wunderbaren Atmosphäre erzählen können – aber persönliche Erfolge? Ich hätte lügen müssen.
Jenny war mehr als nur verständnisvoll. Wenn ich eben noch keinen Zugang zum Sport gefunden habe, dann ist das nunmal so. Dann solle ich auch nicht lügen. Sinn des Nautilus-Konzepts ist es ja, meine Ziele zu erreichen – und wenn das nunmal noch nicht der Fall ist, muss ich auch nichts schreiben, was nicht der Wahrheit entspricht. Und dann schlug mir Jenny etwas vor, was mir und meiner Demotivation den letzten Rest gab: „Wenn es dich motiviert Angela, dann darfst du ab jetzt immer jemanden zum Training mitnehmen.“

Ich habe keine Begleitung

Und mit einem mal verschwand ein weiterer Punkt von meiner Ausreden-Liste. Ein dicker, fetter Punkt. Meine erste Amtshandlung: Es im Freundeskreis breittreten. Jeder Einzelne freute sich riesig über die Möglichkeit, kostenfrei ab und zu in einem guten Fitnessstudio trainieren zu können – aber natürlich durften sie immer nur gehen, wenn ich auch ging. Ich hatte also auf einmal fünf weitere Gründe, mehrmals die Woche Sport zu machen. Und wenn du jede Woche von mindestens zwei dieser Leute gefragt wirst, ob sie denn nicht mal wieder mitkommen können – dann tust es nicht nur für dich sondern auch noch für den Anderen. Und nicht zu vergessen: Zu zweit macht alles doppelt so viel Spaß!

Und auf einmal war ich wieder all-in. Und bin es bis heute.

Ich weiß, dass einige von euch sich jetzt sicher denken: Aber ich habe diese Möglichkeiten nicht! Ich kann nicht kostenfrei trainieren, das Studio ist nicht um die Ecke und ich darf auch nicht jedes mal jemanden mitnehmen. Das stimmt, da habt ihr absolut recht. Aber ich habe aus dieser ganzen Sache doch einiges gelernt, was ich an euch weitergeben kann:

Such dir ein Fitnessstudio, in dem du nicht wie eine Zahl behandelt wirst, sondern wie ein Mensch.

Es macht so, so viel aus. Bei McFit oder FitStar läuft das Gaze nämlich so ab: Sobald sie den Vertrag mit dir in der Tasche haben, bist du egal. Hauptsache du zahlst. Bei Nautilus ist das Gegenteil der Fall. Ich kenne mittlerweile alle Trainer beim Namen und sie kennen mich. Sobald du dich in einem Studio wohl fühlst, traust du dich auch, über deine Probleme zu reden. Denn hier schaut dich keiner schief an, wenn du ganz ehrlich sagst: Mir fehlt einfach die richtige Motivation.
Ganz im Gegenteil, man wird dir helfen, dir Kurse zum Testen anbieten und dir beiseite stehen. Vielleicht brauchst du auch einfach immer einen festen Termin. Wenn du jemand bist wie ich, der sich so oft nicht überwinden kann einfach mal ins Studio zu fahren, frag, ob dir jemand in den Arsch treten kann – und sei es nur mit einem Anruf: „Na, hast du nicht gesagt, du kommst heute zum trainieren?“
Du kannst mit den Leuten dort reden und sie werden dir zuhören. Das ist das schöne daran, ein Mensch zu sein, und nicht nur eine Zahl.

Es wird leichter – und besser!

Es ist ganz egal, was dir den letzten Motivationsschub gibt – wichtig ist nur, dass du über einen längeren Zeitraum regelmäßig trainierst. Irgendwann überwindest du einen Knackpunkt, irgendwann bist du quasi „über den Berg“ – und plötzlich siehst du Resultate nicht nur, du fühlst sie auch. Heute brauche ich keine Begleitung mehr, um mich zu motivieren, ich kann es von ganz alleine. Ich will es einfach. Denn was ich durch den Sport mittlerweile fühle ist das, wovon alle immer sprechen, woran ich selbst nie geglaubt habe: Ich bin fitter. Ich bin wacher, ich bin besser gelaunt. Ich bin sogar schon so weit, dass es mich richtig in den Füßen juckt, wenn ich mal zwei Tage lang nicht trainiert habe. Ich merke dann, wie ich wieder müder werde, lustloser und irgendwie schwammig.

Es gibt noch so viel mehr zu erzählen: Über die Wahl des richten Studios und darüber, wie auch ihr es „über den Berg“ schaffen könnt, wie auch ihr all die Ausreden von der Liste streichen könnt, denn: Wenn ich das kann, könnt ihr das auch. Aber für heute ist erstmal Schluss. Ich verspreche euch, auf den nächsten Post müsst ihr nicht wieder sieben Monate warten.

Danke an das Nautilus Fitness-Team (und vor allem an Jenny), dass ihr mir all die Zeit gegeben habt, die ich gebraucht habe. <3

P.S.: Falls ich euer Interesse am Studio geweckt habt, schreibt mir gerne eine Mail. Ich kenn mich ja mittlerweile ganz gut aus. ;)

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Le Shop Vegan Giveaway: Matt & Nat

Ich liebe eure Kommentare, sie bringen mich zum Nachdenken – und wenn ich nachdenke, habe ich wieder etwas zu schreiben. Ganz oft seid ihr meine Inspiration für all das hier. Ich möchte in Zukunft wieder viel mehr auf eure Kommentare eingehen, denn eigentlich sind genau eure Kommentare das, worauf ich mich nach dem Veröffentlichen eines Posts am meisten freue!

Und weil ich euch so dankbar bin gibt’s heute endlich mal wieder was zu gewinnen: Le Shop Vegan hat diese wunderbare Tasche von Matt & Nat zur Verfügung gestellt, die ich an euch weitergeben darf. Ich hoffe es ist okay, dass ich sie einmal für die Fotos getragen habe. ;) Shops wie diese sind es, die ich am Liebsten nur noch vorstellen möchte. Danke Rosalie, dass du nicht nur schöne Filme drehst („Los Veganeros„), vegane Lebensmittel an den Mann bringst (smilefood.de), sondern uns auchnoch mit veganen Taschen und Schuhen versorgst. Solche Menschen braucht diese Welt!

So kannst du mitmachen:

– Schenke Le Shop Vegan einen Like auf Facebook
Besuche den Webshop und erzähl mir, welches dein Lieblingsmodell ist
– Schreib’s in ein Kommentar unter diesen Post.
Das Gewinnspiel läuft eine Woche, die Gewinnerin wird per E-Mail benachrichtigt :)

Viel Glück!

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Outfit: Jeansjacke & Jeans: Second Hand // Sneakers: Nike // Cardigan: Juliaandben

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P.S.: Das hier ist kein Sponsored Post. ;)

now

Be here now

[one_half]Ich beobachte das kleine Mädchen. Ich weiß von ihrer Mutter, dass sie erst vor ein paar Wochen angefangen hat zu laufen, und so stackst sie unsicher aber voller Erkundungsdrang zwischen den Hochzeitsgästen umher. In der Hand trägt sie einen kleinen Eimer mit Rosenblättern. Kurz bleibt sie stehen, blickt in den Eimer und beginnt, ihn energisch zu schütteln – bis sich all die Rosenblätter um sie herum auf den Kies verteilen. Ihr Vater lacht, streicht ihr über den Kopf und sagt: „Na, nun musst du sie aber auch alle wieder aufsammeln.“ Emma guckt verdutzt zu Boden, in den leeren Eimer, wieder auf den Boden. So viele Blätter. 

Ich beschließe ihr zu helfen. Wir kennen uns nicht besonders gut, also setze ich mich erstmal zu ihr auf den Kies, bevor ich sie anspreche. Einen kurzen Moment fühlt es sich seltsam an, immerhin befinde ich mich jetzt auf Kniehöhe aller anderen Gäste – aber ich bin nun auf Emmas Augenhöhe.[/one_half]

[one_half_last]Und die findet das prima. „Ich helfe dir“, sage ich, hebe ein einzelnes Blatt auf und strecke es ihr hin. Sie greift danach, blickt in den leeren Eimer, und wirft das erste Blatt hinein. Und sieht mich wieder erwartungsvoll an. Ich nehme ein weiteres, einzelnes Blatt und halte es ihr erneut hin. Wieder nimmt sie es und schmeißt es in den Eimer zurück. Und lacht. Ich greife nach dem Dritten.
„Du hast ja eine Engelsgeduld“, sagt ein auf uns herabblickender Beobachter. Wir sind jetzt bestimmt beim fünfzigsten Blatt angekommen, wie viele Minuten vergangen sind, weiß ich nicht. Ich nehme einfach ein Blatt nach dem anderen und erfreue mich daran, wie Emma sich freut. Wieder und wieder und wieder, bis der Eimer voll ist.[/one_half_last]

 

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An diesem Tag fragte ich mich, warum mich diese seltsame, monotone Tätigkeit nicht nervte, bin ich doch sonst so furchtbar ungeduldig. Und wieso ich auf einmal wieder „so gut mit Kindern“ konnte. Ich hatte mich bereits damit abgefunden, dass ich irgendwie keinen richtigen Draht mehr zu Kindern fand – sie schüchterten mich ein mit ihrer Ehrlichkeit. Einem Kind nah sein, mit ihm spielen und Blödsinn machen empfand ich zwar schon immer schön – aber ich wollte ihnen nie zu nahe treten (ich erinnere mich hier an meine Kindheit, und wie ich immer gehasst habe, von fremden umarmt oder gar abgeknutscht zu werden). Vor meiner Teenagerzeit ging ich mit einer wunderbaren Leichtigkeit an Kinder heran, die ich, je älter ich wurde, irgendwie verlor. Ich wurde unsicher – und Kinder spüren das.
In letzter Zeit aber erwischte mich wieder öfter dabei, wie ich Kindern entweder ewig lang zusehen konnte bei ihren Spielereien, oder wie ich mich in ihrer… Schönheit verlor. Das mag seltsam klingen, aber wie oft ich ein Kind in letzter Zeit als „außergewöhnlich schön“ beschrieb, fand ich irgendwann selbst nicht mehr ernst zu nehmen.

Ich war mir immer schon unsicher, ob ich selber mal Kinder möchte. Ob ich Kinder in diese Welt setzen möchte, ob ich eine gute Mutter sein könnte. Ich erklärte mein „seltsames Verhalten“ und die neuen Gefühle, die der Anblick eines Kindes in mir auslöste, ganz einfach damit, das ich jetzt nunmal 27 bin. So wie ich irgendwann meine Periode bekommen habe kommen jetzt altersbedingt irgendwelche Muttergefühle in mir auf. Irgendwie so. Klingt logisch.

Vielleicht ist das ja wirklich so, eben biologisch bedingt. Vor ein paar Wochen aber fand ich eine weitere Erklärung:
Ich befand mich auf einem Firmen-Sommerfest auf dem Land, es regnete und die Feier fand gemütlich in einem großen Zelt statt. Natürlich wuselten auch ein paar Kinder umher. Ein Mädchen fiel mir besonders auf (natürlich eines der schönsten Kinder, dass ich jeeeemals gesehen hatte). Sie rannte aufgeregt zu ihrer Mutter und rief: „Mama, wo ist meine Matschhose? Ich brauche meine Matschhose!“ Ich musste lachen, weil sie so überzeugt klang, als sei das Tragen dieser einen, wasserdichten Hose, gerade das Wichtigste auf der Welt. Als wäre sie wütend darüber, dass niemand sonst das Dilemma über die nicht vorhandenen Matschhose versteht.

Ein bisschen später, als ich das Zelt kurz verließ, um auf Toilette zu gehen, fand ich das Mädchen wieder – sie hatte ihre Matschhose bekommen. Fest eingepackt mit Jacke, Kapuze, Matschhose und Gummistiefeln kniete sie auf der nassen Wiese, die nackten, schmutzigen Hände vergraben in der Erde. Sie hatte ein ziemlich beachtliches stück Wiese aufgebuddelt. Diese Szene fesselte mich so, wie es kaum ein Film in letzter Zeit getan hatte. Ich wünschte mir in diesem Moment, ich hätte auch eine Matschhose. Ich wünschte mir, ich könnte mich kurz mal aus der Ewachsenenwelt ausklinken, mich zu ihr runterknien, meine Hände im Matsch vergraben und genau mit dieser einfachen Tätigkeit so glücklich sein, wie das kleine Mädchen.

Aber ich bin erwachsen. Ich bin kein Kind mehr, ich bin siebenundzwanzig und ich darf mir a) nicht meine Hose schmutzig machen, b) ist Matsch doch super unhygienisch, c) werden dann meine Haare nass und sehen scheisse aus und d) wäre ich einfach für alle Anwesenden hier verrückt. Ich wünschte mir, all diese Gedanken würden einfach von mir abfallen. Ich wünscht mir, ich könnte alle Gefühle, die mich davon abhielten, abschütteln.

Ich wollte so sehr dieses Mädchen sein. Dieses Mädchen, das nur den Moment kennt, den es gerade erlebt. Kein morgen. Kein gestern. Keine von der Gesellschaft eingepflanzten Gedanken, ob das jetzt „angebracht“ ist, was sie gerade tut, ob es „schmutzig“ oder gar „ekelhaft“ erscheint.

In diesem Moment begriff ich, was mich an Kindern (wieder) so faszinierte. Nein, es ging bestimmt nicht um den Matsch. Die Szene erinnerte mich an das Zitat eines meiner Lieblingsautoren Patrick Rothfuss:

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Die Welt um mich herum wird schneller. Immer schneller. Ich werde älter und alles, worum es geht, alles, wovon jeder immer spricht, ist das, was mal sein wird. Womit wirst du dein Geld verdienen? Wann zahlst du endlich in die Rentenkasse ein? Was willst du noch erreichen, wer willst du sein?
Und ich? Ich werde langsamer. Anstatt in dieser Leistungsgesellschaft mitzumachen, sitze ich still. Anstatt mich um schneller, höher und heiter zu sorgen setzte ich mich hin und höre auf meinen Bauch.

Nein, eigentlich ist das nicht ganz richtig. Nicht immer.

Ich mache mir sehr wohl Gedanken darüber, wer ich in den Augen der anderen bin und wohin ich gehen möchte. Jeden Tag mache ich mir sorgen um die Zukunft, und viel zu oft erschlagen mich diese Sorgen. Sie erschlagen mich bis ich wieder an dem Punkt bin, an dem ich Bewegungsunfähig bin und nichts tue.
Aber eines weiß ich ganz sicher: Der Ausweg aus meinen Ängsten, aus meiner Misere, ist nicht der Blick in eine hoffentlich glorreiche Zukunft, in der „alles besser sein wird“. Wir verschwende Tage, Wochen, Monate damit, zu laufen, einer Zukunft entgegen, in der „alles besser sein wird als jetzt“ – anstatt mich auf das einzige zu konzentrieren, was ich wirklich leben kann: Das Jetzt. Genau hier, dieser Augenblick. Den kann ich leben. Die Zukunft kann ich nicht leben, die Vergangenheit kann ich nicht leben. Ich will nicht mein Leben lang den gegenwärtigen Augenblick hassen und immer nur hoffen, dass irgendwann alles besser wird.

Ich will Augenblicke leben können, immer. Und wenn das für den Rest der Welt bedeutet, ich sei ein Kind, dann heißt das zumindest, dass ich glücklich bin. Kinder sind das beste Beispiel dafür, wie wunderbar die kleinsten Nichtigkeiten im Leben sein können, betrachtet man sie ohne das, was einmal war und ohne das, was einmal sein wird.

Natürlich müssen wir alle Geld verdienen. So funktioniert diese Welt nunmal. Aber ich werde einen Teufel tun und mein Leben davon bestimmten lassen, was andere von mir erwarten und wie mich andere sehen. Ich will seinUnd das kann ich nur, wenn ich endlich herausfinde, was ich eigentlich wirklich will. Oder ob das, was ich will, was ich „erreichen“ will, eigentlich nur eine trügerische Vorstellung dessen ist, was die Gesellschaft von mir erwartet.

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