Podcast: Ein halbes Jahr mit einem Narzissten

Obwohl ich versuche, im Netz so viel wie möglich von mir selbst zu zeigen und zu erzählen, obwohl ich versuche so authentisch wie möglich zu sein, ist die Internet-Angela lange nicht die, die hier gerade an ihrem Küchentisch sitzt, Kaffee trinkt und diese Zeilen schreibt. Und das ist auch okay so. Es gibt noch immer wahnsinnig viele Dinge auf meiner Liste, die ich gerne öffentlich ansprechen würde, weil ich sie für wichtig empfinde – nicht nur für mich, sondern auch für euch – aber manches braucht eben Zeit, ebenso wie diese Geschichte. 5 Jahre ist sie nun her, und mittlerweile so verjährt, so ad acta gelegt, dass ich das staubige Buch hervorholen und darin lesen kann, ohne, dass es weh tut. Den Kopf schüttle ich immer noch, aber eher so, als würde ich gerade eine schlechte Soap gucken.

Hier ist also die Geschichte von „Karl“. Einen Mann, in den ich mich 2014 Hals über Kopf verliebte. Ein Mann mit großartigem Auftreten, viel Witz und Ehrgeiz. Jemand, der großartige Geschichten erzählen konnte und stets im Mittelpunkt stand. Ein Mann, der eine unfassbare Macht über mich hatte, ohne, dass ich es bemerkte. Und: Der beste Lügner, den ich je kennenlernen durfte.

Die ganze Geschichte gibt’s hier auf Spotify oder auf iTunes:

 

Blogposts aus dieser Zeit

Ich liebe meinen Blog dafür, dass ich selbst in Erinnerungen kramen kann. Dass ich immer geschrieben habe und mir dadurch Erinnerungen an Gefühle erhalten bleiben. Diejenigen von euch, die mir schon länger folgen, kennen diese Posts hier ebenfalls – aber vielleicht machen sie jetzt ein bisschen mehr Sinn, nachdem ihr die ganze Geschichte kennt:

„The absence is only physical“ – ein Post über das Vermissen zur damaligen Zeit. ÜBER Zeilen wie „Jede Minute die vergeht kommt das Auto näher, irgendwo. Ich warte und warte und warte“, muss ich wieder den Kopf schütteln – denn so weit weg war er ja gar nie. ;D

Walk of shame“ – der Post, den ich vorlas. Hier ist auch ein Foto von der Wand unter der Unterführung.

„Solist“ – diesen Post schrieb ich als Kurzgeschichte, inspiriert von meiner Geschichte, aus der Sicht der 3. Person. Er behandelt viel den Umstand, wie oft ich auf’s Handy starrte und auf Antworten wartete. Ich habe die Geschichte damals bewusst aus der 3. Person geschrieben und die beiden Protagonisten so dargestellt, als wäre es keine Fernbeziehung. Es geht quasi darum, warum ich damals beschlossen habe, die Beziehung zu beenden (natürlich noch völlig Unwissend darüber, was eigentlich passiert war).

„One year ago“ – Einige Monate später, nachdem ich die Beziehung beendet hatte und es mir besser ging, schrieb ich über unser kennenlernen. Diesen Post schrieb ich ebenfalls noch unwissend.

„Ich sprach von Erinnerungen“ – diesen Post schrieb ich kurz nachdem ich alles erfahren hatte. Diese Zeilen hier beschreiben es besonders gut: „Auf jeder Karte dieses Kartenhauses steht eine dicke fette Lüge, und das Haus ist verdammt hoch gebaut. Wie beim Mikado ziehe ich Stunde für Stunde eine weitere hervor und kann nicht fassen, was darauf zu lesen ist. Jede Erinnerung, die ich als unersetzlich abgespeichert hatte formt sich zu einer ekelhaften Fratze und lacht mich aus, weil ich blind vor Liebe wie ein scheiss Maulwurf unter der Erde gewandert bin. Nichts davon ist mehr irgendetwas wert. Ehrliche Momente, die mir das Herz erwärmten waren nicht ehrlich. Von der ersten Sekunde an war nichts davon ehrlich. Und natürlich habe ich es geglaubt, als mir die Welt versprochen wurde, weil ich dich nur so kennengelernt habe. Das allererste was du je zu mir gesagt hast war eine Lüge, und weil ich dir damals glaubte stellte ich nie auch nur eines deiner wunderschön verpackten Worte in Frage. „Ich bin für ihn durch die Hölle gegangen“, lese ich.
„Ich auch“, antworte ich.““

 

Aber wieso erzähle ich euch das alles eigentlich?

Diese Geschichte ist lange her. Sehr lange. Ich kann darauf zurückblicken und sie als Teil meines Lebens sehen, den ich – trotz alle dem – nicht missen möchte. So beschissen es ist, angelogen zu werden, so schmerzhaft all das war, es ist ein Teil meiner Lebensgeschichte. Und ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass ich heute nicht da wäre, wo ich bin, wäre all das nicht passiert. Ich habe es nie zugelassen, dass mich diese Verletzung in meinen nachfolgenden Beziehungen negativ beeinflusst hat. Ich habe nie aufgehört, zu vertrauen. Natürlich hat mich all das in gewisser Weise beeinflusst – aber nur positiv. Ich habe gelernt, dass ich keinen „großartigen“ Mann brauche, um meinen Selbstwert zu erkennen. Ich brauche keinen Mann an meiner Seite, der mehr Lichtgestalt ist als Partner. Ich habe mich nie wieder in einen Mann verliebt, der sich selbst mehr liebte als mich. Ich möchte in einer Beziehung auf Augenhöhe sein, und jemanden Lieben, der ein liebevoller, herzensguter Mensch ist. Jemanden mit einem ebenso großem Herzen wie meines.

 

 

 

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